Der MotoGP-Samstag in Austin? Das ist ein Tag, Marco Bezzecchi wohl nur zu gerne - und so schnell wie möglich - aus seiner Erinnerung streichen würde. Warum? Ganz einfach: Erstmals seit Jerez 2023 wieder als Führender der MotoGP-Weltmeisterschaft in den Qualifying- und Sprinttag gestartet, lief auf dem Circuit of the Americas zwischen 16 und 22 Uhr MEZ (fast) alles schief, was schieflaufen konnte.
Sturz und Marquez-Blockade: Marco Bezzecchi startet in Austin holprig
Los ging es bereits im 2. Freien Training. Dort stürzte Bezzecchi als einer von insgesamt vier Piloten. Für den Aprilia-Mann bereits der dritte FP2-Crash in Serie, nachdem er auch schon in Thailand und Brasilien in eben dieser so wichtigen Session abgeflogen war. Wieder einmal brachte er sich damit unnötig in Bedrängnis, denn das direkt im Anschluss beginnende Qualifying musste er durch seinen Sturz erneut mit nur einem unbeschädigten Motorrad in Angriff nehmen.
Das klappte zwar gut, 'Bezz' sicherte sich letztlich Startplatz zwei. Aber ohne Zwischenfall ging auch das Q2 nicht über die Bühne. Zu Beginn seines zweiten und letzten Runs fuhr Bezzecchi vielmehr langsam auf der Ideallinie und erkannte nicht, dass Marc Marquez von hinten und auf einer 'Timeattack' befindlich angeflogen kam. Der Ducati-Star musste sichtlich genervt abbrechen. Die Stewards untersuchten sofort und sprachen später eine Gridstrafe für das Hauptrennen am Sonntag aus. Ein Urteil, dass 'Bezz' wohl nicht schmeckte. Denn in seiner Medienrunde kommentierte er am Abend nur kurz und knapp: "Es ist jetzt eben so. Ich akzeptiere sie, mehr will ich dazu nicht sagen."
Crash im Austin-Sprint: Marco Bezzecchi wirft MotoGP-Podium weg
Ohnehin noch viel ärgerlicher war aber, was einige Stunden später im Sprint passierte. Hier kämpfte sich Bezzecchi nach schwachem Start zunächst eindrucksvoll zurück und lag kurz vor Schluss als Zweiter scheinbar unaufhaltsam auf Kurs für sein erstes Sprintpodium der laufenden Saison. Doch zur Mitte des drittletzten Umlaufs dann das Desaster: Er stürzte in Kurve elf.
"Wieder mal ein schwieriger Sprint", bilanzierte Bezzecchi am Samstagabend dann sichtlich bedient. Schon der zweite Sturz im dritten Sprint des Jahres für die Nummer 72, die damit neun potenzielle WM-Punkte wegwarf und die Führung in der Weltmeisterschaft an Jorge Martin abgeben musste. "Leider habe ich einen Fehler gemacht und die Front verloren. Das tut weh", gab Bezzecchi offen zu und führte aus: "Ich habe sieben, acht Meter später gebremst und das Heck aus der Balance gebracht. Durch diesen Wackler habe ich nicht ausreichend an Geschwindigkeit verloren. Weil ich trotzdem eingelenkt habe [und nicht geradeaus in die Auslaufzone gefahren bin, Anm.], habe ich dann die Front verloren."
Eine bittere Pille also, aber zum Glück steht die Königsdisziplin des Aprilia-Piloten ja erst noch bevor. Die letzten vier Grands Prix gewann Bezzecchi allesamt, führte dabei alle 101 Rennrunden an. In den USA könnten am Sonntag (Start 22 Uhr MEZ) weitere hinzukommen, denn Martin deutete das große Potenzial der RS-GP mit dem geliebten Medium-Hinterreifen im Sprint bereits mehr als deutlich an. Zudem muss Austin-Spezialist Marc Marquez einmal durch die Longlap. Da bleiben eigentlich nur die beiden Aprilia-Piloten als Favoriten, oder? Bezzecchi winkte ab: "Jorge vielleicht, ja. Aber ich nicht."
Das muss allerdings nichts heißen, denn MB72 wollte auch in den letzten Grands Prix nie etwas von einer Favoritenrolle wissen und dominierte am Sonntag dann trotzdem. Gelingt ihm das in den USA erneut? Gebt uns eure Prognosen für das Rennen in den Kommentaren ab!



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