Alles wie immer. Das könnte man denken, wenn man sich am Freitagabend das Klassement des MotoGP-Trainings zum USA-GP in Austin ansieht. Platz eins für Topfavorit Marc Marquez, ungefährdeter und direkter Einzug ins Q2. "Was auch sonst?" könnte man fragen. Tatsächlich trügt das Bild aber: Denn der MotoGP-Superstar erlebte am Freitag wahrlich keinen normalen Tag, im Gegenteil.
Marc Marquez stürzt im FP1 in Austin heftig
Es dauerte nämlich nur zehn Minuten, da sorgte Marquez im 1. Freien Training für den ersten von vielen MotoGP-Stürzen auf dem Circuit of the Americas - und für was für einen! Im schnellen Rechtsknick von Kurve zehn verlor er die Front seiner Ducati GP26 und rutschte daraufhin mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung. Der Spanier blieb sichtlich mitgenommen für kurze Zeit liegen, zog sich anschließend den linken Handschuh aus. Die TV-Kameras zeigten besorgte Gesichter in der Ducati-Box, die Session wurde per Roter Flagge unterbrochen.
Fast eine halbe Stunde verging, ehe Teammanager Davide Tardozzi endlich Entwarnung geben konnte. "Marc ist in Ordnung. Er hat sich Prellungen und Schürfwunden an der linken Hand und dem rechten Arm zugezogen, aber laut Dr. Charte nichts schwerwiegendes. Natürlich ist das auch so schmerzhaft, aber die Knochen sind alle heil. Wenn er will, kann er also gleich wieder fahren", berichtete der Italiener im offiziellen Livestream der MotoGP gegenüber Boxengassenreporter Jack Appleyard.
Gesagt, getan. Knapp zehn Minuten vor Schluss ging Marquez nochmal auf die Strecke und sicherte sich im Endklassement von FP1 sogar noch Platz vier, ehe er dann einige Stunden später im Training die Tagesbestzeit fahren sollte. "Wir sind nicht sonderlich gut in den Tag gestartet", konnte der MotoGP-Superstar - vielleicht auch dank P1 im Training - dann am Freitagabend schon wieder über sich selbst lachen.
Marc Marquez hadert mit Sturz: Dafür bezahle ich jetzt!
Den Sturz nahm Marquez daraufhin auf die eigene Kappe. "Das war komplett mein Fehler", kommentierte er und analysierte: "Ich liebe Kurve zehn, da bin ich mit meinem Fahrstil sehr stark. Ich bin sie wie immer durchfahren und habe nicht bedacht, dass auf dieser Strecke jedes Jahr neue Bodenwellen hinzukommen. Ich war nicht vorsichtig genug. Bevor du das Motorrad einlenkst, gibt es da viele Bodenwellen. Deshalb haben wir dort auch viele heikle Momente gesehen. Nachmittags [im Training, Anm.] habe ich meine Linie dann etwas angepasst, aber anfangs war ich zu optimistisch. Dafür werde ich jetzt das restliche Wochenende bezahlen müssen."

Denn Marquez holte im Training zwar Platz eins, aber unter deutlichen Schmerzen. "In den Armen, in den Fingern. Eigentlich überall", antwortete der neunmalige Weltmeister auf Frage von Motorsport-Magazin.com , in welchen Bereichen er die größten Schmerzen verspüre. "Wenn du einen solchen Sturz hast, tut alles weh. Speziell Rücken und Nacken, das sind die schlimmsten Stellen", berichtete er weiter und gestand: "Wir werden sehen, in welchem Zustand ich morgen aufwachen werden. Aktuell ist alles noch frisch."
Einen Gefallen hat sich der 33-Jährige mit seinem Abflug im FP1 also nicht getan. Zusätzlich zur ohnehin noch nicht bei 100 Prozent befindlichen Schulter muss er sich am restlichen Austin-Wochenende nun auch noch mit weiteren Blessuren herumschlagen. Seiner Favoritenrolle für den USA-GP wird das wohl erstmal keinen Abriss tun, auf die Streckenbetreiber dürfte in den nächsten Monaten aber Arbeit zuzukommen. "Diese Stelle ist kritisch. Wir kommen da mit Highspeed an, haben 200 km/h drauf. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Fahrer in der Wand eingeschlagen ist", wurde Marquez deutlich und fordert deshalb eine Vergrößerung der Sturzzone in Kurve zehn: "Das wäre besser. Wir werden nächstes Jahr zwar sowieso auf 850ccm wechseln, aber selbst Moto2-Fahrer können dort in der Wand landen."
Was meint ihr: Landet Marc Marquez trotz Verletzungen auch am Samstag in Qualifying und Sprint wieder auf Platz eins? Sagt es uns in den Kommentaren! Warum der USA-GP für Landsmann Maverick Vinales schon gelaufen ist, erfahrt ihr derweil hier:



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