Wie schnell sich das Blatt doch wenden kann! Erlebte Toprak Razgatlioglu beim MotoGP-Saisonstart in Thailand noch einen ernüchternden Freitag - er belegte mit 1,8 Sekunden Rückstand den 21. Platz, nur Gresini-Ersatzmann Michele Pirro war noch langsamer - zeigte er drei Wochen später nun erstmals auf. Im Training zum Brasilien-GP gelang dem amtierenden Superbike-Weltmeister Rang drei und damit die erstmalige Qualifikation für Q2 - zu seiner eigenen Verwunderung.
"Ich bin auch überrascht", entgegnete Razgatlioglu Motorsport-Magazin.com auf seine beeindruckende Leistung angesprochen. Und weiter: "Nachdem ich die Rundenzeit gefahren, zurück an die Box gekommen bin und meinen Namen auf Platz drei gesehen habe, war ich selbst verwundert." Aber ausschließlich positiv, denn 'El Turco', der keine leichte Saisonvorbereitung gehabt hatte, gab dann auch gerne zu: "Ich habe mich schon gefreut, ich habe gegrinst!"
Toprak Razgatlioglu: So schaffte er Platz drei im Brasilien-Training
Den positiven Trend aus dem Thailand-GP konnte Razgatlioglu damit zweifelsfrei fortsetzen. Dennoch war mit einer solch starken Leistung am Freitag in Goiania natürlich nicht zu rechnen. Speziell, weil die neue V4-Yamaha da vorne auch eigentlich nichts zu suchen haben sollte. Wie war Platz drei im Training zum Brasilien-GP also möglich? Es handelt sich wohl um eine Kombination zweiter Faktoren.
Zum einen ist das Autodromo Internacional Ayrton Senna für sämtliche MotoGP-Piloten Neuland. Es gibt also keinen Erfahrungsvorsprung, den die restlichen 20 Stammfahrer gegenüber Razgatlioglu und Rookiekollege Diogo Moreira in das Rennwochenende mitnehmen konnten. Vielmehr starteten am Freitag alle bei Null. "Niemand hat Erfahrung auf dieser Strecke. Das könnte ein Vorteil für ihn sein", stellte auch Pramac-Teammanager Gino Borsoi im Interview im offiziellen MotoGP-Livestream klar. Und zum anderen spielte dem 29-Jährigen aus Antalya dann auch noch das Wetter in die Karten.
In Goiania musste am Freitag nämlich in Mischbedingungen gefahren werden. Das FP1 ging auf auftrocknender Strecke über die Bühne, während das Training im Trockenen begann und dann recht schnell von leichten Regenschauern geprägt wurde. "Ich habe das genossen. Ich bin in diesen Bedingungen immer schnell, das war ich auch bei den Superbikes schon", bilanzierte Razgatlioglu und beschrieb: "Da kommt die Rundenzeit leichter."

P3 nur Ausnahme? Toprak darf auf starken MotoGP-Samstag hoffen!
An Razgatlioglu auf den vordersten Plätzen sollte man sich (vorerst) also besser noch nicht gewöhnen. Schon kommende Woche in Austin (27. bis 29. März) könnte es in 'normalen' Bedingungen für die Nummer 7 ins hintere Feld der MotoGP zurückgehen. Zumindest am Samstag in Goiania darf aber nochmal auf ein starkes Ergebnis gehofft werden, denn: "Wir wissen nicht, wie das Wetter werden wird. Es könnte komplett nass sein, es könnte trocken sein. Ich bin aber jedenfalls für alle Bedingungen bereit. Auf meiner schnellsten Runde hatte ich sogar ein paar Fehler gemacht. Wenn wir den ersten Sektor verbessern, kann ich noch schneller sein."
Gibt es im Sprint also den ersten Angriff von 'Stoprak' auf das MotoGP-Podium? Es wird - neben dem Wetter - wohl auch vom Qualifying abhängen. Der 29-Jährige weiß: "Es ist schön, [dass ich es direkt ins Q2 geschafft habe, Anm.]. Darüber freue ich mich. Aber jetzt muss noch einen guten Startplatz erzielen. Der wichtige Teil kommt erst noch." Kein Wunder also, dass sich Razgatlioglu am Freitagabend auch nicht allzu lange über P3 im Training freuen und den Fokus schnell auf den Samstag verlegen wollte. Spielen die äußeren Umstände mit, könnte es dadurch aber erneut ein guter Tag für den Pramac-Star werden. Borsoi zeigte sich jedenfalls optimistisch: "Jeder weiß, welch großes Talent er hat."
Was traut ihr Toprak Razgatlioglu am Samstag in Qualifying und Sprint zu? Gebt uns eure Prognosen in den Kommentaren ab!



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