"Ich weiß nicht, was ich erwarten soll." Diese Antwort hatten am Donnerstag viele MotoGP-Piloten zu Protokoll gegeben. Einerseits, weil sie allesamt noch gar nicht geboren waren, als die Motorrad-Weltmeisterschaft letztmals in Goiania gastiert hatte. Andererseits aber auch, weil die Überflutung vom Dienstagabend für Kopfzerbrechen sorgte. Wie schmutzig würde die neue Strecke im West-Zentrum Brasiliens sein? Werde das Asphaltband genug Grip bieten oder drohe eine Rutschpartie? Fragen über Fragen, die am Freitag beantwortet werden wollten.
Das Gute: Die Sorgen wichen schnell - allerdings erst nach einer knapp einstündigen Verzögerung. In Folge starker Niederschläge in den Morgenstunden musste die Strecke am Freitagmorgen nochmal gereinigt werden, die Trainings konnten erst verzögert gestartet werden. Als es endlich losging, hellte sich die Stimmung dann aber. "Der Asphalt liefert dir in allen Bedingungen richtig viel Grip. Er hat eine hohe Qualität, da wurde richtig gute Arbeit geleistet", gab Luca Marini Entwarnung, dass das dreckige Asphaltband für schlechte Gripverhältnisse gesorgt hätte. Auch Fabio Quartararo verneinte: "Es sieht schmutzig aus, fühlt sich aber nicht so an."

Schnell und technisch: Goiania liefert perfekte MotoGP-Herausforderung
Ein Blick auf das Klassement bestätigte die Kommentaren der beiden. Bereits im FP1 gelangen Pedro Acosta und Co. auf Regenreifen 1:26er-Zeiten. Also nur knapp elf Sekunden langsamer als die prognostizierte Polezeit von 1:15 Minuten. Im Training näherten sich Johann Zarco und Co. dann bereits auf 1:21.2 an. "Ich mag die erste Kurve sehr gern. Generell ist der erste Sektor sehr schnell, das gefällt mir. Ich liebe diese Strecke", frohlockte der Franzose anschließend.
Alleine war Zarco mit dieser Meinung gewiss nicht. Das lediglich 3,84 Kilometer lange Autodromo Internacional Ayrton Senna? Es könnte ein neuer Fahrer-Liebling werden! "Die Strecke ist toll, ich mag das Layout sehr", verkündete am Freitagabend etwa Alex Rins und auch Yamaha-Stallgefährte Quartararo wählte ähnliche Worte: "Ich mag diese Strecke. Sie fühlt sich überhaupt nicht so klein und eng an. Im Gegenteil: Ich finde, dass sie sich deutlich größer und weitläufiger als etwa der Sachsenring anfühlt. Ich denke, dass wir hier im Trockenen viel Spaß haben werden."
Das glaubt auch Acosta. Der aktuelle WM-Führende bilanzierte nach Tag eins in Goiania: "Es ist ziemlich schön hier. Kurve drei und die ganze Sektion danach - Kurve fünf, sechs, sieben, acht und neun - das ist alles ziemlich schnell und cool. Gefällt mir!" Obwohl nur Neunter geworden, verliebte sich auch Francesco Bagnaia schnell in die neue Strecke: "Ich hatte heute viel Spaß. Du kannst das Fahren hier wirklich genießen, weil es technisch und schnell zugeht." Kumpel Marco Bezzecchi sprach ebenfalls von einer "wunderschönen Strecke" und Ducati-Teamkollege Marc Marquez meinte: "Ich mag das Layout. Sektor eins ist sehr fließend, während die Sektoren zwei und drei eher technisch sind. Das ist sehr schön."
Scheint, als hätte die MotoGP mit der Rückkehr nach Goiania also eine gute Entscheidung getroffen. Einziges Problem: Laut 'El Diablo' könnte das Überholen etwas schwierig werden, da es kaum harte Bremszonen gibt. Aber diese These könnte ja vielleicht schon der Sprint am Samstagabend (Start 19:00 Uhr MEZ) widerlegen.
Wie ihr den Sprint live im TV oder Stream verfolgen könnt, verraten wir euch in diesem Artikel:



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