Verletzungsbedingt war Fermin Aldeguer in den letzten Wochen zum Zuschauen verdammt. Beim MotoGP-Comeback des Brasilien-GPs darf der 20-Jährige aus El Palmar nun endlich wieder sportliche Schlagzeilen schreiben - und das tat er auch direkt. Im Paddock in Goiania noch auf Krücken unterwegs, fuhr er sich im Training als Achter eindrucksvoll ins Q2. Und doch: Gesprächsthema Nummer eins war am Freitagabend etwas anderes.

Wie der traditionell gut informierte Mela Chercoles von der spanischen Tageszeitung 'AS' in Erfahrung bringen konnte, soll Aldeguer inzwischen nämlich seine sportliche Zukunft fixiert haben. Ducati habe seinen Vertrag dank einer Option wenig überraschend um zwei weitere Jahre bis Ende 2028 verlängert. Fahren werde die Nummer 54 in den nächsten beiden Saisonen aber nicht mehr für seinen bisherigen Rennstall Gresini, sondern für das VR46 Racing Team von MotoGP-Legende Valentino Rossi.

Fermin Aldeguer (li.) könnte 2027 das Bike von Franco Morbidelli (re.) übernehmen, Foto: VR46 Media
Fermin Aldeguer (li.) könnte 2027 das Bike von Franco Morbidelli (re.) übernehmen, Foto: VR46 Media

Die Neongelben sind seit 2025 und dem Wechsel von Pramac Racing zu Yamaha das ranghöchste Kundenteam von Ducati und werden das aller Voraussicht nach auch in Zukunft bleiben. 'Motorsport.com' berichtete schon vor einigen Tagen, dass sich beide Parteien auf einen neuen Vertrag bis Ende 2029 geeinigt hätten. "Wir stehen kurz vor der Unterschrift. Es verbleiben nur noch ein paar Details zu klären. Nächsten Monat könnte es soweit sein", hatte Teamdirektor Alessio 'Uccio' Salucci daraufhin erklärt. Die Bekanntgabe scheint also nur noch eine Frage der Zeit. Ob auch Gresini ab 2027 noch von Ducati mit MotoGP-Bikes beliefert werden wird, ist dagegen ungewiss. Folglich käme eine Verlegung Aldeguers von Gresini zu VR46 ab 2027 auch nicht völlig überraschend.

Des Weiteren hatte Teamboss Valentino Rossi bereits bei der Teampräsentation Ende Januar verkündet, aus seinem Rennstall wieder eine siegfähige Truppe machen zu wollen. "Wir wollen wieder Rennen gewinnen", gab er unmissverständlich an. Fabio Di Giannantonio und Franco Morbidelli war das in den letzten 15 Monaten nicht gelungen. Den letzten MotoGP-Sieg gab es vielmehr im Herbst 2023 beim Indien-GP durch Marco Bezzecchi. Deshalb hatte Rossi zuletzt auch mehrfach um Pedro Acosta geworben. Der aktuelle WM-Leader entschied sich letztlich aber für den Wechsel ins Ducati-Werksteam. Es brauchte also eine Alternative und die lieferte Borgo Panigale jetzt offenbar mit Aldeguer.

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Im offiziellen Livestream der MotoGP hatte VR46-Teammanager Pablo Nieto bereits lobende Worte für den Rookie des Jahres 2025 parat. "Unglaublich! Er saß in Valencia zuletzt auf dem Motorrad, hatte keine Saisonvorbereitung. Jetzt kommt er hier her, kann noch nicht zu 100 Prozent pushen und fährt direkt ins Q2. Das ist fantastisch. Er zählt zu den Fahrern in der MotoGP, die das größte Potenzial haben", frohlockte er. Von MotoGP-Boxengassenreporter Jack Appleyard anschließend danach befragt, ob Aldeguer in Zukunft ein Kandidat für VR46 sein könnte, fiel die Antwort kurz und knapp aus. "Warum nicht", fragte Nieto. Ein Dementi hört sich gewiss anders an.

Sollte sich der Wechsel Aldeguers zu VR46 in den kommenden Tagen oder Wochen tatsächlich bewahrheiten, wäre das gewiss eine schlechte Nachricht für Gresini. Der Rennstall von Nadia Padovani müsste sich 2027 dann aller Voraussicht nach komplett neu aufstellen, denn Alex Marquez zieht es bekanntlich zu KTM. Es gilt dann also, einen Motorradlieferanten und gleich zwei neue Fahrer zu finden.

Was meint ihr: Ist der Wechsel zu VR46 für Fermin Aldeguer der richtige Karriereschritt? Und wie sollte sich Gresini im Falle des Verlusts der Nummer 54 im kommenden Jahr neu aufstellen? Sagt es uns in den Kommentaren!