Für Fermin Aldeguer geht das MotoGP-Jahr 2026 erst Mitte März los. Der spanische Jungstar hatte sich bei einem Trainingsunfall einen Oberschenkelbruch zugezogen und daraufhin sämtliche Testfahrten sowie das erste Saisonrennen in Thailand verpasst. Er ist im neuen Kalenderjahr also noch keinen einzigen Meter in der Königsklasse gefahren. Das allein wären schon schwierige Voraussetzungen für das Comeback, doch in Brasilien erwartet ihn auch noch eine komplett neue Strecke.

Fermin Aldeguer mit Krücke in Brasilien: Besser auf dem Motorrad als gehen

Dass Aldeguer sicher noch nicht voll genesen ist, zeigte sich bereits vor seinen ersten Worten zu den Medienvertretern. Der Gresini-Pilot kam mit einer Krücke zur Entlastung des verletzten rechten Beines im Paddock von Goiania an. Normale Menschen würden sich da wohl fragen: Wie will der denn Rennen fahren? Doch MotoGP-Piloten sind bekanntermaßen von anderem Schlage.

Fermin Aldeguer mit Krücke im Paddock in Brasilien
Fermin Aldeguer kam mit einer Krücke in das Paddock, Foto: Motorsport-Magazin.com

"Wenn ich hier bin, dann geht es mir gut", lächelte er erstmal alle Probleme weg. Doch dann gab er doch noch die ehrliche Einschätzung: "Es ist schwierig zu sagen, denn ich fühle mich besser auf dem Motorrad, als wenn ich gehe. Es ist möglich [zu fahren], aber ich muss natürlich sehen, wie es auf einem MotoGP-Bike ist, das einfach höhere Geschwindigkeiten [als das Panigale 600 Superbike in seiner Trainingsvorbereitung, Anm. d. Red.] erreicht. Dieses Bike ist schwerer und stärker, das ist schon noch einmal etwas komplett anderes."

Blitz-Reha bei Aldeguer: MotoGP-Comeback eigentlich für alten Katar-Termin erwartet

Mit einem Oberschenkelbruch ist nicht zu spaßen. Sein Trainingssturz im Januar ist dem 20-Jährigen noch vor Augen: "Ich kann mich noch gut an den Unfall erinnern. Ich war auf der Bremse und beim Runterschalten habe ich das Heck verloren, das führte dann zu einem Highsider. Das war unschön, aber die gute Nachricht ist, dass ich jetzt hier in Brasilien bin."

Aldeguer fuhr zuletzt 2025 ein MotoGP-Bike, Foto: Tobias Linke
Aldeguer fuhr zuletzt 2025 ein MotoGP-Bike, Foto: Tobias Linke

Üblicherweise zieht eine solche Verletzung eine noch viel längere Pause nach sich. Doch wieder einmal zeigte sich die erstaunliche Regenerationsfähigkeit der MotoGP-Piloten. "Wenn man sich den Bruch des Knochens ansieht, dann hätten wir das [mittlerweile von Mitte April in den November verschobene, Anm. d. Red.] Rennen in Katar erwartet. Aber vier Wochen nach der Verletzung kamen langsam die Gedanken auf, dass ich es hierher nach Brasilien schaffen könnte", berichtete Aldeguer von einer offensichtlich sehr erfolgreichen Reha. Das bewertete auch das medizinische Personal der Königklasse so. Der Spanier erhielt die Startfreigabe und muss nicht einmal zum sonst oft üblichen Check nach FP1 antanzen.

Keiner kennt sie: Neue Strecke in Brasilien ein Vorteil für Fermin Aldeguer?

Das ist aber natürlich keinerlei Garantie dafür, dass er das Wochenende auch wirklich durchhalten kann. Am Sonntag sind 31 Rennrunden in großer Hitze und auf einer sehr schnellen Strecke zu absolvieren. "Natürlich ist es das Ziel, das Rennen zu beenden. Aber erstmal muss ich morgen abwarten, um zu sehen, wie mein körperlicher Zustand ist", hält sich der Gresini-Pilot daher auch einen Rückzug offen.

Dass es sich um einen neuen Kurs handelt, stört ihn hingegen überhaupt nicht. Im Gegenteil: "Es ist eine gute Gelegenheit, weil die Strecke hier für alle Fahrer neu ist. Natürlich haben wir im Test keine Pace aufbauen können, aber ich glaube dennoch an gute Möglichkeiten. Ich werde es besonnen angehen und mich einfach darüber freuen, hier sein zu können." Wenn der Spanier bis zum Sonntag durchhält, dann darf sich die MotoGP über eine Startaufstellung mit allen 22 Stammpiloten freuen. Das gibt es in der aktuellen Königklasse leider selten.

Wie ihr das Comeback von Fermin Aldeguer beim Debüt der neuen Strecke in Goiania verfolgen könnt, haben wir hier für euch zusammengefasst: