Die MotoGP-Saison 2025 ging am vergangenen Sonntag mit dem Valencia-GP zu Ende, doch Winterpause war in der Königsklasse deshalb noch lange nicht angesagt. Am Dienstag begann mit dem Valencia-Test bereits die neue Saison 2026. Insgesamt sieben Stunden sollte auf dem Circuit Ricardo Tormo getestet werden, doch aufgrund kühler Bedingungen und nasser Strecke wurde Vormittags (fast) gar nicht gefahren. Erst eine Trocknung des Asphalts mit Laubbläsern und Besen brachte Besserung, sodass ab 13:20 Uhr durch eine Verlängerung bis 17:30 Uhr zumindest noch knapp vier Stunden getestet werden konnte.
Das Ergebnis: Raul Fernandez sicherte sich mit einer Rundenzeit von 1:29.373 Minuten die Spitzenposition und war damit 0,027 Sekunden schneller als Marco Bezzecchi. Wie schon im Valencia-GP am Sonntag also eine Doppelführung für Aprilia, nur diesmal in der getauschten Reihenfolge. Alex Marquez wurde Dritter und büßte knapp eine Zehntelsekunde auf Fernandez ein. Hinter dem Gresini-Piloten folgten im Klassement Teamkollege Fermin Aldeguer und Pedro Acosta. Maverick Vinales landete auf der sechsten Position, dicht gefolgt von Fabio Di Giannantonio, einem starken Nicolo Bulega und Brad Binder. Francesco Bagnaia komplettierte die ersten Zehn.
Knapp nicht in die Top 10 schaffte es Ai Ogura, der mit 0,461 Sekunden Rückstand auf der elften Position landete. Danach ein Honda-Trio aus Joan Mir (12.), Johann Zarco (13.) und Luca Marini (14.). Fabio Quartararo verlor als bester Yamaha-Pilot 0,554 Sekunden auf die Bestzeit, Jorge Martin erreichte mit sechs Zehnteln Rückstand Platz 16. P17 ging an Enea Bastianini, dann ein überzeugender Toprak Razgatlioglu, der als 18. direkt vor Alex Rins (19.) und Jack Miller (20.) landete. Diogo Moreira holte beim MotoGP-Debüt den 21. Rang, verlor lediglich 1,824 Sekunden.
Marc Marquez und Franco Morbidelli verpassten den Valencia-Test verletzt und mussten zusehen, wie ihre Motorräder von den Ersatzfahrern Bulega (Ducati) und Celestino Vietti (VR46) um den 4,005 Kilometer langen Kurs bei Cheste bewegt wurden. Letzterer drehte 21 Runden und belegte mit 3,138 Sekunden Rückstand den letzten Platz.
Valencia-Test: Yamahas mit V4-Motor, Aprilia probiert Geheim-Aero
Die Technik: Yamaha wechselt 2026 vom Reihenvierzylinder auf den V4-Antrieb. Folglich hatten alle vier Piloten ein V4-Motorrad zur Verfügung. Updates suchte man dort vergeblich, sie entsprachen alle dem Entwicklungsstand, mit dem Augusto Fernandez am vergangenen Wochenende seinen Wildcard-Einsatz im Valencia-GP bestritten hatte. Für Vergleichstests hatten - von Neuling Razgatlioglu abgesehen - auch alle Yamaha-Fahrer noch jeweils ein Motorrad mit Reihenmotor in der Garage stehen.
Gespannt wurde am Dienstag auch auf die GP26 von Ducati gewartet. Sie kommt mit einer neuen Seitenverkleidung daher, zudem wurde Elektronik leicht angepasst. Davon abgesehen hat sich im Lager der Roten wenig geändert, die Motorenspezifikation bleibt wie angekündigt die 2025er-Variante.
Nach drei Siegen in den letzten vier Grands Prix könnte man meinen, Aprilia müsste kaum etwas am eigenen Motorrad für 2026 verändern. Doch das sehen die Italiener selbst offenbar anders, denn sie hatten zahlreiche Aero-Updates für alle Bereiche der RS-GP im Gepäck. Und vom neuen Aero-Konzept erhofft man sich bei Aprilia offenbar auch sehr viel: Es wurde auf eine Camouflage-Lackierung zurückgegriffen, um der Konkurrenz ja keine Geheimnisse zu verraten. Im erlaubten Rahmen des Engine-Freeze-Reglements wurden außerdem ein paar Lösungen getestet, um die Motoren-Performance zu verbessern. Abschließend versuchte sich das Noale-Werk im Valencia-Test auch noch an Elektronik-Arbeiten.
Bei Honda fuhren die Piloten mit jenem Bike, das Aleix Espargaro bei seinem Wildcard-Einsatz am zurückliegenden Wochenende schon ausgetestet hatte. Die wichtigsten Updates: Eine neue Schwinge und leicht veränderte Aerodynamik. Letztere hatte auch KTM parat. Dort wurde auf der Suche nach mehr Grip am Hinterrad eine neue Heck-Aero ausprobiert, eine neue Frontverkleidung war ebenfalls im Einsatz. Binder arbeitete erstmals mit seinem neuen Crewchief Phil Marron zusammen, Bastianini mit Binders langjährigem Crewchief Andres Madrid.
Defektteufel treibt Unwesen beim MotoGP-Test in Valencia
Stürze, Defekte & Zwischenfälle: Konnte endlich gefahren werden, war die Trackaction für Bulega schnell wieder vorbei. Kurz vor 14 Uhr und damit keine 30 Minuten nach seiner ersten Ausfahrt verzeichnete er einen Defekt an seiner Ducati und musste diese in Kurve zehn abstellen. Wenig später erwischte es auch die beiden Yamaha-Piloten Quartararo und Rins, die ihre Bikes in Kurve eins parken mussten. In beiden Fällen war aber nicht das Motorrad mit dem V4, sondern jenes mit dem Reihenmotor betroffen. Kurz vor 15 Uhr erlitt mit Di Giannantonio noch ein weiterer Pilot einen Defekt.
Gut anderthalb Stunden vor Schluss crashte Acosta beinahe in Kurve acht mit der neuen Verkleidung. Ein starker Save verhinderte den Abflug, durch das Kiesbett musste der KTM-Youngster aber dennoch. Aldeguer tat es Acosta später gleich und lieferte in der Schlusskurve einen beeindruckenden Save. Seht hier selbst:
43 Minuten vor Schluss kam es dann doch noch zum ersten und einzigen Sturz des Valencia-Tests. Bagnaia zeichnete sich dafür verantwortlich, flog in Kurve eins ab. Mit Hilfe der Marshals konnte er sein Motorrad nochmal neu starten und aus eigener Kraft zurück an die Ducati-Box bringen.
Das Wetter: Der MotoGP-Testtag in Valencia begann sonnig, aber kühl. In den Morgenstunden wurden nur 14 Grad in der Luft und 11 Grad am Asphalt gemessen, zudem gab es nach nächtlichen Regenfällen noch einige nasse Flecken auf der Strecke. Zum Nachmittag wurden die Bedingungen besser, unter ungebrochenem Sonnenschein kletterten die Temperaturen auf jeweils 20 Grad in der Luft und am Asphalt. In der Schlussstunde wurde es dann nochmal etwas kälter, die Temperaturanzeige fiel zum Testende auf je 16 Grad in der Luft und am Asphalt.



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