Das MotoGP-Saisonfinale in Valencia hatte nochmal einige spannende Geschichten parat. Aprilias Doppelsieg zum Abschluss etwa, Hondas Punktlandung für den Aufstieg in Concession-Rang C oder das passend bittere Saisonende für Francesco Bagnaia, der unverschuldet ins Kiesbett gedrängt wurde und dort zu Sturz kam. Die brisanteste Story des Tages wurde allerdings schon vor dem Rennstart geschrieben - und zwar wortwörtlich vor dem Rennstart.
Die Aufwärmrunde war bereits geschafft, der Großteil des Feldes hatte den jeweiligen Startplatz schon bezogen. Nur wenige Piloten fehlten noch, dann hätte es wenige Sekunden später mit dem letzten Rennstart des Jahres losgehen können. Die Fans klebten bereits gespannt vor den Bildschirmen, doch sie hatten ihre Rechnung ohne Franco Morbidelli gemacht. Der 30-jährige Italiener krachte auf dem Weg in seine Startbox in das Heck von Honda-Wildcardpilot Aleix Espargaro und kam dadurch zu Sturz. Der Rennstart verzögerte sich, bis Morbidelli und seine Ducati GP24 wieder aufgerichtet hatte und in der Boxengasse verschwand.
Franco Morbidelli verletzt: Keine Teilnahme am Valencia-Test!
Wie war es zu diesem mehr als kuriosen Unfall gekommen? Diese Frage stellte sich in der Folge die gesamte MotoGP-Gemeinde. Bis wir die exakte Auflösung erhalten werden, wird es aber wohl noch einige Tage, Wochen oder vielleicht sogar Monate dauern. Denn für Morbidelli war das Rennen mit diesem Zwischenfall im Grunde nicht nur vorzeitig beendet - er drehte lediglich eine Runde, ehe er wieder an die Box zurückkam - der VR46-Pilot zog sich beim Kontakt mit Espargaro auch noch eine Fraktur des fünften Mittelhandknochens in der linken Hand zu und wird aus diesem Grund auch den Valencia-Test am Dienstag (18.11.) auslassen müssen. Seine Medienrunde am Sonntag wurde abgesagt, womit er keine Einschätzung seinerseits zur Kollision mehr abgegeben konnte und das wohl bis auf Weiteres auch nicht mehr nachholen wird.
So bleibt also erstmal nur die Stimme von Unfallgegner Espargaro. "Er hat mich nicht gesehen, er hat nicht geradeaus geschaut", gab der Honda-Testfahrer an und machte einen Mangel an Konzentration bei Morbidelli dafür verantwortlich. "Ich werde ihn nicht beschuldigen und es tut mir auch leid, dass er sich dabei verletzt hat. Aber er muss da einfach fokussierter sein. Das kann am hinteren Ende des Grids passen, wenn alle zum ersten Mal bremsen, aber nicht, wenn du schon auf deinem Platz stehst. Ich war nicht auf P21, sondern auf P14 und damit mitten im Feld. In diesem Bereich musst du einfach vorsichtig sein und langsam fahren. Wir müssen da konzentriert sein, weil wir so viele Dinge aktivieren und so viele Knöpfen drücken müssen. Da musst du einfach geradeaus schauen."

Keine Strafe für Franco Morbidelli: Espargaro fordert mehr Konzentration
Die beiden deutschen Experten Alex Hofmann und Stefan Bradl hatten in der Unfallanalyse bei 'ServusTV' auch die Vermutung geäußert, dass die Aktivierung des Hole-Shot-Devices Morbidelli möglicherweise abgelenkt hätte und die ungeliebten Starthilfen damit eine Teilschuld haben könnten. Als Ausrede wollten die Beiden diesen Faktor aber auch nicht gelten lassen. Ob es also eine Strafe für Morbidelli hätte geben müssen? Espargaro war unentschlossen: "Ich weiß nicht. Wenn dein Manöver gefährlich war, solltest du eine Strafe bekommen. Aber er muss einfach konzentrierter sein. Es tut mir leid, dass er sich verletzt hat, aber er hätte auch mich schwer verletzen können. Die Strafe ist mir egal, aber er muss einfach konzentrierter sein. Solche Dinge passieren bei ihm fast jedes Wochenende."
Tatsächlich war Morbidelli erst vor sieben Tagen in Portimao wieder negativ auffällig geworden, kam aber schon damals um die ihm vor Wochen angedrohte Durchfahrtsstrafe herum. Auch jetzt verzichteten die Stewards auf die Aussprache einer Strafe, untersuchten den Zwischenfall nicht einmal. Was meint ihr: Die richtige Entscheidung? Oder hätte Morbidelli nicht doch bestraft werden sollen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!
Morbidellis Ex-Team Yamaha hat sich derweil offiziell dazu entschieden, ab 2026 mit dem V4-Motor weiterzumachen und den Reihenvierzylinder in die Rente zu schicken. Alle Infos dazu gibt's hier:



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