Eigentlich sollte das kein Thema mehr für die MotoGP-Saison 2025 sein. Gefühlt war der historische Doppel-Erfolg der Marquez-Brüder in der WM bereits gebucht. Marc hat seinen Titel bereits sicher und Alex Marquez schien klar auf Kurs zur Vizemeisterschaft, bis zum Japan Grand Prix. Francesco Bagnaia fuhr sich mit einem Paukenschlag aus der Krise und legte ein perfektes Wochenende hin. Jetzt hat der Italiener Blut geleckt und will Alex Marquez trotz eines beachtlichen Punkterückstandes von 66 Zählern in den letzten fünf Rennen noch abfangen.
Werde alles geben! Francesco Bagnaia will WM-Rang zwei
"Ich denke schon, da bin ich recht zuversichtlich", antwortete Bagnaia vor dem Indonesien GP auf die Frage, ob er nun wieder da sei. Der Test in Misano brachte dem Ducati-Piloten den lang ersehnten Durchbruch. Der Geduldsfaden schien in den vergangenen Monaten bereits überspannt, doch letztlich wurde 'Pecco' doch noch bestätigt: "Ich habe es die gesamte Saison gesagt: Ich kenne mein Potential und wenn ich bekomme, was ich brauche, dann werde ich wieder um die Spitzenplätze kämpfen."
Dennoch stellt sich die berechtigte Frage, ob die Siege in Motegi eine Eintagsfliege waren und das Gefühl für sein Motorrad auf anderen Strecken nicht erneut verloren geht? Der Kurs in Mandalika ist nicht gerade das Lieblingsterrain des zweifachen MotoGP-Weltmeisters. Deshalb gilt jetzt erstmal das alte Adenauer-Prinzip: Keine Experimente. "Diese Strecke war nie leicht für mich, ich werde versuchen, mich anzupassen. Ich habe mit dem Team bereits abgesprochen, dass wir bis zum Samstag nichts am Bike anrühren werden, ich werde mich einfach anpassen", kündigt Bagnaia an. Probleme erstmal mit dem Fahrstil angehen und nicht auf technischer Seite tüfteln, das ist neu beim Italiener.
Geht diese Herangehensweise auf, so will Bagnaia nicht nur Schwung für einen erneuten Angriff 2026 aufbauen. Es geht auch darum, die Saison 2025 noch achtbar zu beenden. "Der zweite Platz ist jetzt das Maximalziel, also möchte ich dieses erreichen. Ich werde alles geben. Alex hat diese Saison einen fantastischen Job abgeliefert. Vielleicht hatte er im letzten Rennen ein paar mehr Probleme, aber das wird ein intensiver Kampf", kündigt 'Pecco' an. Doch weiß er auch: "Das wird nicht leicht. 66 Punkte sind nicht gerade wenig, aber ich werde alles versuchen." Welche Duelle sonst noch im Saisonendspurt ausgefochten werden, erfahrt ihr hier:
Alex Marquez unbeeindruckt: Größter Gegner sind wir selbst
Alex Marquez reagiert besonnen auf den neuen Herausforderer. "Wir haben noch immer einen guten Vorsprung. 66 Punkte sind ziemlich viel", ist sich der Gresini-Pilot seiner Ausgangslage bewusst. Er will sich von Bagnaias Leistungen nicht ablenken lassen: "Wir sollten uns auf uns selbst konzentrieren. Wir haben den Vorteil. Wenn es so ist wie in Japan, wo wir mehr Probleme als sonst hatten, müssen wir das Wochenende retten und dann einfach beim nächsten weitermachen."

Daher verschwendet er auch keine Zeit mit dem Gedanken an den Werkspiloten: "Die Einstellung ist, weiter zu attackieren und das Potential des Motorrads an jedem Wochenende auszuschöpfen, was uns in Japan nicht gelungen ist. Wir müssen uns auf unsere eigene Leistungsfähigkeit konzentrieren." Wer also auf Kampfansagen und Psychospielchen gehofft hatte, der wird nicht auf seine Kosten kommen. "Unser größter Rivale sind wir selbst. Wenn wir bei allem in die korrekte Richtung arbeiten, dann wird der zweite Rang unser sein", weiß Alex Marquez um seine Aufgabe für die letzten fünf Rennen.
Marc Marquez schwört Neutralität: Werde mich da Null einmischen!
Eingreifen in diesen Kampf kann auch noch ein anderer. Marc Marquez ist der Dominator der Saison und belegt daher auch zumeist die großen Punkte, die Bagnaia bei seiner Aufholjagd helfen würden. "Beide sind Ducati-Fahrer, einer davon mein offizieller Teamkollege und mein Bruder, die um die Vizemeisterschaft kämpfen", ist sich die Nummer 93 der durchaus delikaten Lage bewusst. Doch von ihm kommt eine klare Ansage der sportlichen Fairness: "Ich werde mich da Null einmischen. Beide werden ihr Ding machen und ich werde meine Rennen fahren."
Also keine Schützenhilfe für den Bruder. "Alex hat genug Speed, um das allein zu schaffen", ist der Weltmeister überzeugt. Der Doppelsieg in der WM-Wertung wäre der Höhepunkt für die Familie Marquez. Doch selbst wenn dies noch durch Bagnaia verhindert werden sollte, so sprüht Marc Marquez vor Stolz über die Leistung seines Bruders: "Das Ende der Meisterschaft ist nach 22 Rennen in Valencia. Wenn Alex dort Dritter ist, dann wird er mit meinem Resultat bei Gresini in einem Privatteam auf der Vorjahresmaschine gleichziehen."
Was meint ihr? Bringt Alex Marquez seinen Vorsprung durch oder kommt Francesco Bagnaia da tatsächlich noch einmal heran? Sagt es uns in den Kommentaren.



diese MotoGP Nachricht