Für Francesco Bagnaia war der blamable Auftritt auf seiner einstigen Paradestrecke in Spielberg der bisherige Tiefpunkt seiner Saison voller Enttäuschungen. Der zweifache MotoGP-Weltmeister zeigte sich danach äußerst frustriert, dass er mit der Ducati GP25 weiterhin keinerlei Fortschritte erzielen kann. Vor dem Rennen auf der neuen Strecke in Ungarn galt es daher ein paar Dinge klarzustellen.

Francesco Bagnaia: Alle fragen dich, was bloß mit dir los ist

Gleich zu Beginn seiner Medienrunde wurde der Ducati-Pilot darauf angesprochen, dass er nach dem Debakel in Spielberg im TV-Interview äußerte, die Geduld zu verlieren. Was das genau bedeute, wollte ein Kollege wissen. "Dass ich hier eine Sauerei veranstalte und alle umbringe!", antwortete der Italiener sarkastisch.

Doch danach wurde es wieder Ernst. Er gab ein Einblick in sein Seelenleben nach dem brutalen Nackenschlag in Österreich: "Es ist meine Schuld, dass ich sage, was ich denke. Manchmal ist das gut, manchmal schlecht. Wenn du ein Wochenende und ein Rennen so desaströs beendest und dann zu den Interviews gehst, dann ist es wohl keine gute Idee. Aber ich war dort und ich war wütend. Du sprichst mit dem Fernsehen und dann mit den Journalisten und alle fragen dich, was bloß mit dir los ist."

Keine Klagen gegen MotoGP-Paddock und Team: Werde mit Respekt behandelt

Die medialen Reaktionen auf diese Aussagen nimmt er aber auch auf seine Kappe: "Es ist ehrlicherweise meine Unruhe." Auch betont 'Pecco', dass er sich öffentlich nicht ungerecht behandelt fühle: "Ich habe genug Respekt und Unterstützung von den Leuten, von denen ich es brauche. Das gilt für Ducati, für die Journalisten und auch für die TV-Sender."

Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team)
Bagnaia steht mit seinem Bike auf Kriegsfuß, Foto: Tobias Linke

Seine Mannschaft habe ihm die Aussagen nicht übel genommen: "Ich habe normal mit dem Team gesprochen, wie ich das immer am Montag, Dienstag und Mittwoch mache. Keiner fühlte sich angegriffen oder war wütend." Stattdessen seien sie Leidensgenossen des Ex-Champions: "Ihr müsst verstehen, dass es auch für sie nicht einfach ist, unsere Probleme nachzuvollziehen. Es sind jetzt sieben Monate, in denen wir zusammen da drinstecken. Sie versuchen, mich zu unterstützen und mir zu geben, was ich brauche. Aber das ist schwierig, denn dieses Motorrad passt überhaupt nicht dazu, wie ich pushe."

Casey Stoner wütet gegen aktuelle MotoGP (07:48 Min.)

Gedanken an MotoGP-Wechsel? Bagnaia mit klarer Antwort

Die obligatorische Frage nach einer Rückkehr auf die GP24 blockte 'Pecco' erneut ab. Er habe gar nicht danach gefragt. Der Italiener scheint fest entschlossen, sich aus seinem Tal zu arbeiten. Auch auf immer weiter aufkeimende Wechselgerüchte zur Saison 2027 entgegnete er: "Darüber denke ich nicht nach. Wenn ich hierbleiben kann, werde ich bleiben. Wenn nicht, dann werde ich woanders hingehen. Meine Priorität ist es aber mit einem Motorrad und meinem Team wieder zu gewinnen und gar nicht über einen Wechsel nachzudenken. Noch habe ich nicht angefangen, darüber nachzudenken." Es wird zu sehen sein, ob sich diese Haltung nach weiteren Rückschlägen verändern könnte.

Wenn ihr das Rennen auf der neuen Strecke in Ungarn verfolgen wollt, dann findet ihr hier alle Infos dazu: