Die MotoGP erlebte im Jahr 2025 die längste Saison ihrer Geschichte. 22 Grands Prix und 22 Sprints wurden ausgetragen, auf 22 verschiedenen Rennstrecken in 18 Ländern. Entsprechend viel passierte im zurückliegenden Kalenderjahr auf und abseits des Asphalts. Motorsport-Magazin.com blickt zum Jahresausklang mithilfe der kuriosesten, einzigartigsten und wichtigsten Zahlen nochmal auf die Saison 2025 zurück.
MotoGP-Weltmeister Marc Marquez dominiert Saison 2025
7 oder 9? Diese Frage stellte sich die gesamte MotoGP-Welt im Vorfeld des Grand Prix in Motegi. Traditionell werden die WM-Titel schließlich klassenübergreifend gezählt, während die neuen Eigentümer von Liberty Media den Fokus auf die Königsklasse legen wollen. Ist die Weltmeisterschaft 2025 also Marc Marquez' siebte oder neunte? Auf eine offizielle Zählweise muss sich 2026 noch geeinigt werden. Für den Moment lässt sich aber festhalten: Es ist Nummer neun insgesamt und Nummer sieben in der MotoGP. Damit hat Marquez mit Valentino Rossi gleichgezogen. Auf höchstem WM-Niveau war nur Giacomo Agostini (8 Titel) noch erfolgreicher.
73: Nein, damit ist nicht die Startnummer von Alex Marquez gemeint. Vielmehr ist das die Anzahl an Grand-Prix-Siegen, auf die es Bruder Marc inzwischen bringt. Damit ist er nur noch drei vom MotoGP-Rekord Rossis (76 GP-Siege) entfernt. Elf Siege holte Marquez 2025, zwischen Aragon und Ungarn sogar sieben in Folge. Mehr als vier GP-Erfolge in Serie hatte zuvor noch kein Ducati-Pilot geschafft. Nicht Francesco Bagnaia, nicht Andrea Dovizioso und auch nicht der große Casey Stoner. Sprints eingerechnet, gelangen Marquez 2025 zwischenzeitlich sogar 15 Rennsiege am Stück.
35: So oft stürzte Moto3-Pilot Cormac Buchanan im abgelaufenen Kalenderjahr und sorgte damit für einen Allzeit-Rekord. Gemeinsam mit David Almansa, der mit 31 Abflügen den bisherigen Bestwert von Sam Lowes (2017) und Stefano Manzi (2018) einstellte, zeichnete sich der Neuseeländer für sieben Prozent aller Stürze in der Motorrad-Weltmeisterschaft im Jahr 2025 verantwortlich. Die restlichen 899 Crashes verteilten sich auf mehr als 90 Stammfahrer, Ersatzfahrer und Wildcard-Piloten.
Viele neue Rennsieger in der MotoGP, aber kein Pedro Acosta
13: So viele Debütsieger wurden 2025 verzeichnet. Mit Alex Marquez, Fermin Aldeguer und Raul Fernandez schafften auch drei Piloten in der MotoGP ihren ersten Grand-Prix-Sieg in der jeweiligen Klasse. Ausgerechnet der Fahrer, den die meisten Fans für 2025 wohl fix auf dem Zettel hatten, blieb aber sieglos: Pedro Acosta. Er wird 2026 nun der einzige Spanier in der Königsklasse sein, der in der MotoGP noch nicht gewinnen konnte. Zudem droht ihm deshalb ein ungeliebter Negativrekord. Außerdem bemerkenswert: In der Moto2 gab es 2025 gleich elf unterschiedliche Sieger, ein neuer Rekord für die mittlere WM-Klasse. Darunter fanden sich auch sechs Debütanten wieder, was bislang nur 2022 (7) und 2010 (9) übertroffen wurde.

10: So viele verschiedene MotoGP-Teams schafften es 2025 auf das Grand-Prix-Podium, ein neuer Rekord. Nur das Pramac-Team um Jack Miller und Miguel Oliveira fuhr in der zurückliegenden Saison am Sonntag nie unter die besten Drei, schrammte im Sprint auf Phillip Island (Miller auf Platz vier) aber auch nur knapp daran vorbei. Trackhouse schaffte es einen Tag später dank Raul Fernandez derweil zum ersten Mal, womit nun alle elf aktuellen MotoGP-Teams mindestens einmal auf dem Grand-Prix-Podest gestanden haben.
9 aus 9, dann 1 aus 13: Diese kuriose Bilanz steht bei Ducati in den Sprints zu Buche. In den ersten neun Sprints des Jahres stellten die Italiener die komplette Top-Drei, erst in Assen war mit Marco Bezzecchi erstmals ein anderer Konstrukteur am Samstag auf dem Podium. Pure Ducati-Dominanz also, die danach aber völlig abhanden kam. In den restlichen 13 Sprints des Jahres stellte Borgo Panigale lediglich am Balaton Park noch die komplette Top-Drei, ansonsten war immer mindestens ein anderer Hersteller dabei. Auf Phillip Island gab es sogar noch den ersten Sprint der MotoGP-Geschichte, in dem keine einzige Ducati in den Top-Drei vertreten war. Ähnlich lief es übrigens auch am Sonntag: Hier schaffte Ducati zunächst noch in sieben der ersten elf Grand Prix ein reines Podium, ab Brünn dann kein einziges mehr.
1.414: So viele Tage musste Franco Morbidelli warten, ehe er in Termas de Rio Hondo endlich mal wieder auf das Grand-Prix-Podium steigen durfte. Zuletzt hatte er es am 2. Mai 2021 in Jerez - also fast vier Jahre zuvor - an einem Sonntag unter die besten Drei geschafft.
Wenig Abwechslung im MotoGP-Qualifying
5: So viele unterschiedliche Polesitter gab es 2025 in der MotoGP und damit so wenige wie zuletzt in der Saison 2019. Erstmals seit 2016 und zum überhaupt erst dritten Mal nach 2016 und 2009 gab es außerdem keinen neuen Polesitter, fuhren mit Marc Marquez (8), Marco Bezzecchi (5), Fabio Quartararo (4), Francesco Bagnaia (3) und Alex Marquez (2) doch nur bekannte Gesichter auf den ersten Startplatz. Dafür gab es in der Moto3 gleich 12 verschiedene Polesitter, was der Einstellung des Rekords aus 2021 und 2019 gleichkommt. Darunter befanden sich gleich acht Debütanten, so viele wie nie zuvor.
3.660.716: So viele Menschen pilgerten 2025 zu den 22 Saisonrennen der MotoGP und damit mehr denn je. Zuvor hatte 2024 den Zuschauerrekord mit 3.033.255 Menschen gehalten. Allein 311.797 Fans kamen zum Frankreich-GP im Mai, womit erstmals die Schallmauer von 300.000 Besuchern an einem einzigen Wochenende durchbrochen wurde.
34: So wenig Punkte holte Jorge Martin in der zurückliegenden Saison, womit der Weltmeister von 2024 die zumindest statistisch schlechteste Titelverteidigung der MotoGP-Geschichte hinlegte. Die Hintergründe kennen wir aber natürlich alle. Gleich vier schwere Verletzungen sorgten dafür, dass Martin lediglich sieben Grand-Prix-Starts absolvieren konnte. Zwischenzeitlich zog er sich unglaubliche 19 Knochenbrüche in 67 Tagen zu.

9: Das ist die beste Platzierung, die Somkiat Chantra in seiner MotoGP-Rookiesaison erreichen konnte - und zwar nicht nur im Rennen, sondern in allen Sessions. Geschafft hat er das im FP2 in Buriram und im FP1 in Motegi. Ansonsten war der LCR-Pilot fast immer am hinteren Ende der Top-20 oder gar außerhalb davon vorzufinden. Als einziger Stammfahrer schaffte er es 2025 nie ins Q2 und punktete auch nie im Sprint. Nur viermal schrieb er im Grand Prix an, womit mit Pol Espargaro, Takaaki Nakagami, Lorenzo Savadori und Augusto Fernandez sogar gleich vier Ersatzpiloten mehr Punkte sammelten als Chantra.
32: So viele Punkte holte Joan Mir bei seinen beiden Podien in Motegi und Sepang. Damit sammelte der Honda-Pilot ein Drittel seiner Gesamtausbeute (96 Punkte) in lediglich zwei der 44 Rennen. Ebenso faszinierend: Das Ducati-Werksteam holte im Saisonendspurt ab dem Indonesien-GP nur noch 20 Punkte und damit weniger als jedes andere Team in diesem Zeitraum. Ohne den verletzten Marc Marquez gab es für die Roten also gar nichts mehr zu bejubeln. Ersatzmann Michele Pirro ist neben Aleix Espargaro einer von nur zwei eingesetzten Piloten, die 2025 komplett punktlos blieben.
Franco Morbidelli bereitet MotoGP-Stewards schlaflose Nächte
9: So viele Strafen kassierte Franco Morbidelli im Verlauf der Saison, wenig überraschend die meisten aller Piloten. Fermin Aldeguer und Enea Bastianini folgen mit je sieben Strafen. Komplett straffrei durch das Kalenderjahr kam derweil nur ein MotoGP-Fahrer: Miguel Oliveira. Die wohl kurioseste Strafe kassierte jedenfalls Jack Miller in Misano. Hier die Hintergründe:
4 und 5: Mit diesen Ergebnissen startete Ai Ogura in Buriram in seine MotoGP-Karriere. Damit erzielte der Japaner das beste Auftaktresultat eines Rookies seit Marc Marquez im Jahr 2013. Ohnehin schnitten beim Debüt in der gesamten MotoGP-Ära nur Marquez, Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso und Dani Pedrosa besser ab. Warum dieses Ergebnis Ogura aber für den weiteren Saisonverlauf nicht beflügelte, sondern eher hemmte, erfahrt ihr hier.
2025 ist damit abgehakt, 2026 steht vor der Tür. Kommt es dort zum großen Comeback von Francesco Bagnaia? Diesen und viele weitere Hottakes für die kommende Saison haben wir in unserem neusten Video diskutiert:



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