Für Startplatz elf gab es noch eine gute Erklärung. Francesco Bagnaia war im Qualifying in Katar gestürzt, bevor er eine richtig gute Zeit gesetzt hatte. Das MotoGP-Paddock erwartete daraufhin eine Aufholjagd im Sprint. Doch diese blieb vollkommen aus. Nur mit etwas Glück holte der Italiener noch Punkte. Es ist die alte Samstags-Leier für 'Pecco'.
Bagnaia geißelt sich für Sturz im MotoGP-Qualifying: Wusste, der Sprint wird hart
"Ich habe es heute Morgen im Qualifying versaut, nein ich habe es verkackt", sprach Bagnaia sofort Klartext. "Ich habe es in Kurve 4 übertrieben. Da kam ich etwas zu schnell an. Ich verlor die Front bei der Einfahrt, nachdem das Heck schon etwas lose wurde. Es war komplett mein Fehler", gab es nichts zu beschönigen. Er sparte weiter nicht mit Selbstkritik: "Wenn du schon im ersten Versuch nicht in der Lage warst, gut abzuliefern, dann musst du da ruhiger agieren, damit du wenigstens etwas weiter vorne bist." So wurde es nur Startplatz elf.
Doch ist mit einem schlechten Startplatz gleich auch der Sprint zu vergessen? Für Bagnaia schon: "Von da an wusste ich, dass das Sprint-Rennen hart wird. Seit drei Jahren fahren wir jetzt die Sprints und ich habe immer Probleme, andere Fahrer zu überholen." Er verweist wieder auf das alte Rätsel, welches ihn seit jeher in den Kurzrennen ausbremst: "Der Grund ist immer noch schwierig zu verstehen für mich. Der Unterschied ist immer noch nur der Benzintank und ich bin der Einzige, der diesen Unterschied spürt."
Rätsel um Sprint-Tank weiter ungelöst: Kein Vertrauen auf der Bremse = Kein Überholen
Der zweifache MotoGP-Weltmeister gab tieferen Einblick, warum so ein banales Bauteil wie der Bezintank ihm seit langem solche Probleme bereitet: "Meine Leistungsfähigkeit kommt über das Bremsen. Wenn ich hart in die Kurve bremsen kann, dann bin ich schnell. Mit dem [kleineren, Anm. d. Red.] Tank im Sprint wird die Balance des Motorrads ein bisschen anders und ich kann nicht mehr so bremsen, wie ich möchte. Ich bekomme viel mehr Blockieren an der Front."

Ohne Vertrauen für die Bremse lässt sich dann natürlich auch schwierig überholen. "Es darf nicht sein, dass ich nicht überholen kann", weiß Bagnaia. Doch diese Erkenntnis bringt wenig. Zwei Punkte für Rang Acht gab es am Ende nur, weil Johann Zarco ausschied und die KTM-Fahrer mit einer falschen Reifenwahl durchgereicht wurden. Und noch schlimmer: Eine Lösung des Problems ist kaum in Sicht. "Wir haben schon Verschiedenstes ausprobiert, aber bis jetzt hat nichts funktioniert", ist der Ducati-Pilot konsterniert. Ein gutes Qualifying und ein guter Start sind momentan die einzigen Möglichkeiten für ein Top-Ergebnis im Sprint.
Francesco Bagnaia baut auf Rennstärke: Podium in Katar möglich
In der Fahrer-WM bedeutete der verkorkste Samstag einen herben Rückschlag, da die beiden Marquez-Brüder wieder einmal einen Doppelsieg einfuhren. 21 beziehungsweise 19 Punkte Rückstand reißt Bagnaia auf, und am Sonntag könnten es noch mehr werden. Startplatz elf ist auch über die doppelte Distanz ein gewaltiges Handicap.
Doch dem steht der Italiener überraschenderweise recht gelassen gegenüber. "Für morgen weiß ich, dass ich das Potential für den Kampf um das Podium habe. Da habe ich Vertrauen", meint er. Und bekräftig erneut, dass er für seine Sprint-Schwäche einzig das Tank-Problem verantwortlich sieht: "Im Rennen habe ich mich noch nie so gefühlt wie im Sprint." Den Beweis kann er mit eine Aufholjagd im Grand Prix antreten.



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