Marc Marquez hatte den Losail International Circuit im Vorfeld zu seiner Angststrecke der MotoGP-Saison erkoren. Am Samstag in Katar dominierte er dann aber wie eh und je mit Pole-Position und Sprint-Sieg. Er staunte über sich selbst.
Lüge nicht! Marc Marquez sieht große Überraschung in Pole und Sprint-Sieg in Katar
"Es war ein komplett unerwarteter Samstag und für mich persönlich auch der wichtigste Samstag der Saison", meinte der Ducati-Pilot nach seinem triumphalen Auftritt. Ist er beim vierten Sieg im vierten Sprint wirklich überrascht? "Ich lüge da nicht. Historisch ist das eine Strecke, wo ich mir in der Vergangenheit schwergetan habe. Da habe ich die Rennen schon oft weit weg von der Spitze beendet", verteidigt sich Marquez gegen Vorwürfe, dass er mal wieder tiefgestapelt habe.

Die Realität sah aber ganz anders als die Vergangenheit aus. "Auf einer Strecke, die ich mir im Kalender angestrichen habe als Ort, wo ich in der Defensive bin, wo meine Gegner zurückkommen werden, da sind wir zurück an die Spitze der Meisterschaft gekommen", erkannte Marquez freudestrahlend. Die Nummer 93 führt nun wieder in der Fahrer-WM, wenn auch nur um zwei Punkte.
Rechtskurven verbessert: Marc Marquez lässt Bruder Alex verzweifeln
Doch wie hat er das geschafft? "Schritt für Schritt arbeite ich an den Rechtskurven. Ich bin noch nicht so konstant und präzise wie in den Linkskurven, aber in einzelnen Runden komme ich dem ganzen näher. Ich schließe die Lücke zu Alex [Marquez] und Pecco [Bagnaia], die da immer noch ein bisschen schneller sind", gibt der sechsfache MotoGP-Weltmeister an. Und fügt hinzu: "Auch mit 32 Jahren habe ich noch eine Menge Dinge zu verbessern."

Alex Marquez wiederum bestätigte dies in der umgekehrten Sichtweise. "Er [Marc] ist schneller als wir in den Linkskurven, das sind die Kurven 2, 6, 10 und 15. Da habe ich mehr Probleme und weniger Gefühl für die Front. Ich versuchte, seine Linie zu kopieren. In Runde sechs wäre ich so aber fast in Kurve 2 gestürzt. Da habe ich entschieden, es [den Sieg, Anm. d. Red.] aufzugeben", gab der Gresini-Pilot an, nachdem er zum siebten Mal in Serie Zweiter wurde. Sein Bruder fährt ihm also in Linkskurven davon und verliert nurmehr wenig in Rechtskurven.
Marc Marquez im Grand Prix unschlagbar? Alex baut schon vor
Ist im Grand Prix am Sonntag also ein ähnliches Bild zu erwarten? Marc Marquez stapelt mal wieder tief: "Alex und Di Giannantonio werden in der zweiten Rennhälfte sehr schnell sein. Außerdem sollten wir Pecco nicht vergessen. Ja, er startet nur von P11. Aber letztes Jahr bin ich auf schwierigeren Strecken von 14 gestartet und wurde Zweiter. Der wird zurückkommen." Bei Alex Marquez hört sich die Sache ganz anders an: "Auf gebrauchten Reifen ist er [Marc] nicht nur besser als ich, sondern als alle anderen. Mit noch mehr Runden wird er noch mehr den Unterschied machen können." Der achte zweite Platz in Folge scheint wohl eher die Erwartungshaltung zu sein.
Auch wenn Marc Marquez mit seiner Rückkehr im Rennen rechnet, so lief der Samstag für Francesco Bagnaia alles andere als nach Plan. Der Italiener ging mit sich hart ins Gericht:



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