Miguel Oliveira musste schon früh in der MotoGP-Saison 2025 einen heftigen Rückschlag hinnehmen. Im zweiten Sprint des Jahres, jenem in Argentinien, wurde er von Fermin Aldeguer abgeräumt und ging heftig zu Boden. Die Folge: Ein Bänderriss in der linken Schulter sowie eine Verrenkung des Sternoklavikulargelenks, bei der sich das Gelenk zwischen Brustbein und Schlüsselbein aus seiner normalen Position verschiebt.

Comeback von Miguel Oliveira in Jerez fraglich

"Es ist eine eigenartige Verletzung und ernster, als ich zunächst dachte", gestand Oliveira am Freitag in Katar. Es war sein erster Besuch im MotoGP-Paddock seit der Verletzung. "Die Genesung läuft aber gut. In den ersten drei Wochen musste ich den Arm völlig ruhig halten, weshalb es mir jetzt an Mobilität fehlt. Schmerzen habe ich aber keine mehr. Einen genauen Zeitpunkt für meine Rückkehr kann ich noch nicht nennen. Wir werden erst in der Woche vor Jerez (25. bis 27. April) wissen, ob ich dort wieder starten kann."

Der Saisonauftakt in Thailand ist bislang Oliveiras einziges komplettes Rennwochenende 2025, Foto: IMAGO / Action Plus
Der Saisonauftakt in Thailand ist bislang Oliveiras einziges komplettes Rennwochenende 2025, Foto: IMAGO / Action Plus

Oliveira sprach am Freitag nicht nur von einer eigenartigen Verletzung, sondern lieferte für diese auch eine ungewöhnliche Erklärung. Er macht das Airbag-System, dass die Fahrer eigentlich schützen soll, als mögliches Übel aus: "Ich bin mir nicht sicher, ob der Airbag tatsächlich so ein großes Sicherheitsplus ist. Ich habe mir zwar nicht das Schlüsselbein gebrochen, mir dafür aber eine Blessur an der Schulter und die Verletzung am Brustbein geholt. Schlüsselbeinbrüche gibt es aber trotzdem - auch mit Airbags."

Miguel Oliveira: Kein 'Nein' zum Airbag, aber...

MotoGP-Routinier Oliveira, der durch seine Ausbildung als Zahnarzt über umfangreiches medizinisches Wissen verfügt, hinterfragt die Funktionsweise des Systems. "Ich weiß nicht, ob es so sicher ist, wenn der Airbag voll aufgeblasen ist und du mit weit abgespreizten Armen durch den Kies rollst und du dich da mit den Händen hineingräbst. Das soll nicht heißen, dass wir die Airbags loswerden müssen, aber ich denke, dass es bei diesem System noch Möglichkeiten zur Verbesserung gibt", so der Pramac-Pilot, der in den vergangenen Jahren von zahlreichen Verletzungen im Schulterbereich geplagt wurde.

Immer wieder die Schulter: Miguel Oliveira in Jerez 2023, Foto: LAT Images
Immer wieder die Schulter: Miguel Oliveira in Jerez 2023, Foto: LAT Images

Oliveira beschreibt, wo er noch Verbesserungsbedarf bei den seit 2018 in der MotoGP verpflichtenden Airbags sieht: "Es geht vor allem um die Menge an Luft, die in den Airbag geleitet wird. Jeder Fahrer hat einen anderen Körperbau und jeder Fahrer bevorzugt einen anderen Schnitt bei seiner Lederkombi. Ich bevorzuge beispielsweise einen sehr engen Einzug, weil ich es nicht mag, wenn etwas flattert. Ich wünsche mir eine Diskussion darüber, wie die Airbags geregelt sind. Jeder Lederkombihersteller muss sich an das Reglement halten, also sollten wohl sie zusammen mit der FIM über dieses Thema sprechen."

Während Oliveira in Katar nach wie vor zusehen muss, gibt Jorge Martin nach seiner Verletzungspause das Comeback. Im Spitzenfeld ist mit ihm in absehbarer Zeit aber nicht zu rechnen, wie wir in unserem Video erklären:

Jorge Martin fürchtet: Erst in 2 bis 3 Monaten voll zurück! (06:47 Min.)