Marc Marquez und Austin? Das passt einfach! Sieben Grand-Prix-Siege holte der MotoGP-Superstar in zehn Rennstarts bereits, zwischen 2013 und 2018 sogar sechs in Serie. Einzig zwei Stürze in Führung liegend [2019 und 2024, Anm.] sowie ein verpatzter Rennstart im Jahr 2022 verhinderten eine weiße Weste auf dem Circuit of the Americas. Aber auch so: Einen anderen Fahrer als Marc Marquez vor dem dritten Grand Prix der Saison 2025 als Favoriten zu nennen, erscheint unmöglich, speziell mit Blick auf dessen überragende Form zuletzt in Thailand und Argentinien.

"Marc hat hier ein bisschen Extra", weiß auch Bruder Alex Marquez, der dem Ducati-Werkspiloten in den bisherigen Rennen mit vier zweiten Plätzen jeweils noch am nächsten gekommen war. Genau darin sieht der jüngere Marquez-Bruder aber auch seine große Chance, ausgerechnet in Austin endlich den ersten MotoGP-Sieg in einem Grand Prix zu holen. "Der Fokus liegt auf Marc", weiß Alex und unterstreicht: "Er hat den Druck, hier gewinnen zu müssen."

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Marc Marquez warnt: 2019 in Austin schonmal gepatzt!

"Die Erwartungen an mich sind sehr hoch und natürlich haben meine Ergebnisse auch nicht gerade geholfen, die Erwartungen etwas zu drücken", weiß auch Marc Marquez selbst, der deshalb darum bemüht ist, nach seinem perfekten Start in die MotoGP-Saison 2025 mit den Füßen am Boden zu bleiben. "Wir müssen konzentriert bleiben", warnt er.

Wie schnell es gehen kann, weiß die Startnummer 93 schließlich aus eigener Erfahrung. Vor ziemlich genau sechs Jahren lag Marquez nämlich bereits sehr komfortabel auf Kurs für seinen siebten Austin-Triumph in Serie, führte nach acht von 20 Runden mit dreieinhalb Sekunden vor Valentino Rossi. Doch dann unterlief ihm ein folgenschwerer Fehler, das Vorderrad klappte am Ende der Gegengerade in Kurve 12 ein. Das Rennen war vorbei, der einzige Ausfall einer ansonsten historisch guten Saison 2019 perfekt.

Marc Marquez hatte 2019 bereits alles unter Kontrolle, ehe er unnötig stürzte, Foto: Repsol
Marc Marquez hatte 2019 bereits alles unter Kontrolle, ehe er unnötig stürzte, Foto: Repsol

"2019, während meiner besten MotoGP-Saison, war das hier die einzige Strecke, auf der ich einen Fehler gemacht habe", erinnert sich auch Marquez selbst und fordert daher erneut: "Wir müssen fokussiert bleiben und alle bis zum Schluss unser Bestes geben." Die Saisonsiege fünf und sechs sieht der WM-Führende also noch keinesfalls unter Dach und Fach. Stattdessen vertraut er auf die erfolgreiche Taktik der letzten Monate: Understatement. "Ich versuche immer, schlecht zu denken, um Probleme zu vermeiden. Zu hohes Selbstvertrauen kann dich in Situationen bringen, in denen du nicht sein willst."

Mit Marcs Daten: Alex Marquez will Austin-Wende schaffen

Unterm Strich ist aber klar: Auch Marc Marquez selbst scheint zu wissen, dass er sich in Austin nur selbst schlagen kann. Zumindest Bruder Alex will die Hoffnung auf die Sensation aber noch nicht völlig aufgeben. "Austin zählt nicht zu meinen Lieblingsstrecken, speziell in der MotoGP. Aber ich hatte hier auch viel Pech. 2023 war ich etwa sehr schnell, bin aber mit [Jorge] Martin in der ersten Runde gestürzt", sagt er und weiß: "Jetzt geht es wieder von Null los." Optimistisch stimmt den Gresini-Piloten die Performance der vergangenen Rennwochenenden: "Wir kommen hier in sehr guter Form an. Das waren zwei Strecken, auf denen ich letztes Jahr große Probleme hatte und in diesem Jahr nun sehr schnell war."

Warum sich dieser Formaufschwung nicht auch in Austin fortsetzen sollte? Zumindest einen großen Vorteil gibt es. "Wir können auf seine Daten zurückgreifen", sagt Alex Marquez mit Blick auf Austin-Spezialist Marc. "Ich weiß schon, in welchen Kurven er besonders schnell sein wird. Auf diese Stellen müssen wir uns fokussieren." Doch reicht das, um den 'König von COTA' zu stürzen? Die Startnummer 73 antwortet zurückhaltend: "Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Dann werden wir sehen, wo wir in Sprint und Grand Prix stehen."