Zwei dritte Plätze beim Saisonstart in Thailand, dann ein dritter und ein vierter Platz in Argentinien - Francesco Bagnaia erlebte bislang einen enttäuschenden Start in die neue MotoGP-Saison 2025. Völlig chancenlos gegen seinen neuen Ducati-Teamkollegen Marc Marquez, musste er sich auch Alex Marquez in sämtlichen Rennen geschlagen geben und im Argentinien-GP zuletzt eben auch Franco Morbidelli. Ein sportliches Debakel für den Werkspiloten, woraufhin er überraschende Maßnahmen angekündigt hatte.
Francesco Bagnaia nach Argentinien-GP: Vielleicht zurück auf GP24!
Gegenüber der internationalen Presse erklärte Bagnaia nach dem Hauptrennen in Termas de Rio Hondo zunächst: "Ich muss mein Gefühl [für das Motorrad, Anm.] zurückfinden. Mein Gefühl erlaubt mir, um Siege zu kämpfen, nicht um vierte Plätze. Der vierte Platz ist nicht mein Platz und auch der dritte Platz ist nicht mein Platz." So richtig spannend wurde es dann im Anschluss: "Ich habe Probleme, den Hinterreifen zu kontrollieren. Das ist komisch, weil ich ein sehr ähnliches Bike wie letztes Jahr fahre. Vielleicht werde ich im nächsten [Rennen] komplett zur letztjährigen [Spezifikation] zurückgehen, weil das momentan alles etwas komisch ist."
Von der Ducati Desmosedici GP25 zurück auf die GP24? Das wäre jedenfalls ein Novum in der MotoGP-Geschichte. Nie zuvor war ein Werkspilot vom aktuellen Motorrad auf die Vorjahresmaschine zurückgewechselt, da das neuere Bike im Normalfall ja auch eine Verbesserung gegenüber der Vorgängerversion darstellt. Doch bei Bagnaia und Ducati handelt es sich um einen Sonderfall.
Denn Ducati verwarf bei den MotoGP-Wintertests bekanntlich den 2025er-Motor und entschied sich vorerst auch gegen eine Verwendung der 2025er-Versionen von Chassis und Aerodynamik. Bei der GP25 blieben somit nur "ein paar neue Teile im Bereich der Elektronik und des Fahrwerks" übrig, wie Teammanager Davide Tardozzi in Buriram verriet. Einen großen Unterschied zur GP24 gibt es also nicht und mit genau diesem Motorrad harmonierte Bagnaia im Vorjahr besonders gut. Ihm gelang ein persönlicher Bestwert von elf Grand-Prix-Siegen, einzig seine zahlreichen Patzer im Sprint verhinderten den dritten WM-Gewinn in der MotoGP.
Kein Wunder also, dass der gebürtige Turiner zurück auf die Vorjahresmaschine will, mit der er speziell am Sonntag nicht zu stoppen war - könnte man zumindest meinen. Denn am Donnerstag vor dem Amerika-GP in Austin war Bagnaia um Klarstellung seiner Aussagen bemüht. "Ich will das Gefühl von 2024 zurück, nicht das Motorrad von 2024", ruderte er in seiner Medienrunde zurück. Doch kein Rückbau von GP25 auf GP24 also.
Übersetzungsfehler in Medienrunde? Bagnaia klärt Missverständnis auf
Doch wieso hatte der Ducati-Pilot dann nach dem Argentinien-GP noch anderes verlautbaren lassen? Es handelte sich wohl schlicht um ein Missverständnis. Die lange Reise nach Termas de Rio Hondo hatten nur wenige Journalisten angetreten, weshalb Bagnaia seine Medienrunde nur auf Englisch und nicht auch zusätzlich noch in seiner Muttersprache Italienisch abhielt. Auf Englisch und damit einer Fremdsprache antwortend, drückte sich der 28-jährige wohl unglücklich aus. "Ich wollte das so nicht sagen", stellt er nun klar und meint: "Ich wollte sagen, dass ich zu meinem Gefühl vom letzten Jahr zurückkehren möchte, das ist die Wahrheit."
MotoGP-Fans werden am Trainingsfreitag in Austin also keine Ducati GP24 in der Garage von Francesco Bagnaia sehen. Stattdessen wird sich der Italiener weiterhin mit der GP25 auf die Suche nach dem Formaufschwung begeben. "Ich denke, diese Strecke ist ein bisschen besser als die in Argentinien, ich werde mehr aus dem Bremsen und den Richtungswechseln herausholen können", zeigt er sich hoffnungsvoll und weiß: "Ich habe hart gearbeitet, um mich zu verbessern. Ich will den Rückstand auf Marc verringern. Das ist natürlich eine seiner besten Strecken, aber es ist anders als in Argentinien. Wir werden es versuchen."



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