Am kommenden Wochenende startet die MotoGP mit dem Thailand-Grand-Prix in die neue Saison 2025. Ob uns die Stars der Königsklasse in den nächsten neun Monaten ein ähnliches Spektakel wie in letzten drei Jahren liefern werden? Die Chancen stehen gut! Motorsport-Magazin.com liefert euch fünf Gründe, warum die MotoGP-Saison 2025 ein richtig geiles Jahr werden kann.

Grund 1: Episches WM-Duell

Elf Weltmeisterschaften vereinen Marc Marquez und Francesco Bagnaia untereinander - 2025 duellieren sich die beiden erfolgreichsten MotoGP-Piloten des letzten Jahrzehnts nun um einen weiteren Titel. Wer sich am Ende durchsetzen wird? Keine Ahnung! Die Testfahrten lassen auf einen engen Zweikampf auf Augenhöhe schließen. Ja, Marquez war im Buriram-Test deutlich voran. Allerdings zählte der Chang International Circuit auch schon immer zu den Paradestrecken des Spaniers, während Bagnaia dort noch nie bester Ducati-Pilot war. Kombiniert mit den anfänglichen Testproblemen des Italieners relativiert sich Marquez' Vorsprung also.

Wie sehr die Fetzen fliegen können, wenn Bagnaia und Marquez einmal im Rad-an-Rad-Duell feuern, hat die Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt: 2021 in Aragon oder zuletzt in Portimao und Jerez. 2025 dürften zahlreiche weitere solcher epischen Zweikämpfe folgen, das sollten MotoGP-Fans keinesfalls verpassen. Ducati hat viel für dieses 'Dream-Team' geopfert, nun werden wir Fans hoffentlich die Früchte ernten können. Und wer weiß: Vielleicht fällt die WM-Entscheidung ja zum vierten Mal in Folge erst im allerletzten Rennen des Jahres.

Grund 2: Die große Unbekannte namens Jorge Martin

2024 hat Jorge Martin Geschichte geschrieben: Als erster Fahrer eines Kundenteams hat er sich in der MotoGP-Ära in der vergangenen Saison zum Weltmeister krönen können. Ein Meisterstück, das zuletzt Valentino Rossi im letzten Jahr der 500ccm-Zeiten 2001 gelungen war. Und nun wollte der 'Martinator' eigentlich direkt nochmal in die Fußstapfen des 'Doktors' treten. Nach dem Wechsel von Ducati zu Aprilia hat der Spanier nämlich 2025 auch die Chance, als erster Fahrer seit Rossi im Jahr 2004 zweimal in Folge Weltmeister auf unterschiedlichen Fabrikaten zu werden.

Zugegeben: Die Vorzeichen stehen schlecht, Martin verpasste nach einem Sturz in Sepang fast die kompletten Testfahrten und muss im Thailand-GP einen Kaltstart auf der RS-GP hinlegen. Daher weiß keiner so richtig, wo der Titelverteidiger im aktuellen Kräfteverhältnis einzusortieren ist. Aber auch bei Rossi rechnete 2004 niemand mit dem WM-Titel, hatte Yamaha im Jahr zuvor doch nicht mal ein einziges Rennen gewonnen. Vielleicht gelingt Martin erneut das vermeintlich Unmögliche, es gibt jedenfalls Grund zur Hoffnung.

Grund 3: Ducati-Verfolger haben aufgeschlossen

Denn in Abwesenheit des 'Martinators' glänzte speziell im Buriram-Test dessen neuer Teamkollege Marco Bezzecchi, der sich erstaunlich schnell auf der RS-GP eingelebt hat. Lediglich 0,205 Sekunden verlor 'Bezz' auf die Testbestzeit von Marquez, zudem gelang ihm die beste Sprintsimulation aller Piloten. Klar, dort fehlen Referenzwerte von den Ducati-Werksfahrern, aber Aprilia hat den Rückstand auf Borgo Panigale über den Winter ohne Zweifel verringert. Ein Weltmeister wie Martin kann da vielleicht noch etwas näher herankommen.

Und nicht nur Noale lässt auf Abwechslung an der Spitze hoffen. Auch KTM präsentierte sich mit Speerspitze Pedro Acosta konstant im Dunstkreis der Werks-Ducatis - und die Orangenen haben in der Vergangenheit bei Testfahrten nur selten schon alles gezeigt. Gut möglich also, dass sie beim Saisonstart in Buriram nochmal näher herankommen. Und dann sind da auch noch die GP24-Piloten, die aufgrund der zahlreichen Verwerfungen beim Werksteam bei weitem keinen so großen technischen Rückstand mehr haben wie im Vorjahr. Alex Marquez und Franco Morbidelli fühlen sich auf dem dominantesten Bike der bisherigen MotoGP-Geschichte sichtlich wohl und könnten 2025 so manchen Piloten auf Werksmaterial zur Weißglut bringen.

Grund 4: Yamaha und Honda auf dem Vormarsch

Vor einem Jahr wurden die neuen Concessions eingeführt, um die strauchelnden MotoGP-Giganten aus Japan wieder ins Spitzenfeld zurückzubringen. Es wurde 2024 erstmal noch schlimmer, nun scheinen beide Hersteller aber auf dem richtigen Weg. Yamaha stieg bereits beim Sepang-Test wie der Phoenix aus der Asche, in Buriram glänzte dann Honda in Person von Joan Mir mit starken Qualifying- und Sprint-Simulationen.

Fabio Quartararo im MotoGP-Test von Sepang
Fabio Quartararo überzeugte speziell in Sepang mit starker Pace, Foto: MotoGP

Nun zu erwarten, dass Yamaha und Honda ab dem ersten Rennwochenende 2025 konstant um Spitzenresultate fahren werden, wäre wohl etwas überzogen. Es besteht jedoch berechtigte Hoffnung, dass die einstigen Dominatoren der Motorrad-WM zumindest vereinzelt wieder um Top-Fünf- oder sogar Podestplatzierungen kämpfen können - speziell deshalb, weil beide Hersteller noch mindestens bis zum Sommer in Concession-Rang D bleiben werden und daher weitere Fortschritte machen könnten. Es wäre zu hoffen, denn wer würde sich nicht darüber freuen, Fabio Quartararo und Co. wieder im vorderen Teil des Feldes zu sehen?

Grund 5: Schluss mit dem Stewards-Zirkus

Abschließend lässt auch noch ein Blick neben die Rennstrecke auf eine großartige MotoGP-Saison 2025 hoffen. Im Stewardsbüro erfolgte zum Jahreswechsel nämlich die lange überfällige Trennung von Freddie Spencer. Der Ex-500ccm-Weltmeister stand als Chefsteward stehts im Mittelpunkt nicht nachvollziehbarer oder ausbleibender Strafen, auch seine mangelnde Kommunikation mit Fahrern und Presse half nicht. Johann Zarco teilte Spencer deshalb schon im April 2024 in Jerez mit, dass er nicht für den Job als Chefsteward geeignet sei. Offenbar kam inzwischen auch der US-Amerikaner selbst zu dieser Ansicht und trat mit Jahresende zurück.

Sein Nachfolger wird Simon Crafar, ebenfalls ein ehemaliger 500ccm-Rennsieger. Warum ausgerechnet unter ihm alles besser werden soll? Ganz einfach, weil Crafar in seiner Rolle als TV-Experte für 'MotoGP.com' in den vergangenen Jahren bereits alle Eigenschaften aufgezeigt hat, die ein guter Steward benötigt. Er sucht stets den Austausch mit den Fahrern, zeigt Verständnis für deren Stimmungslage und kennt die Auswirkung von Aero-Anbauten oder Ride-Height-Devices auf das Racing, weil er selbst noch regelmäßig moderne Bikes fährt. Klar, Fahrer bestrafen zu müssen ist dann nochmal etwas anderes. Zumindest wir bei Motorsport-Magazin.com sind aber zuversichtlich, dass Crafar die nervigen Stewards-Diskussionen der letzten Jahre mit fairen und nachvollziehbaren Entscheidungen endlich ad acta legen wird.

Ihr braucht nun noch ein Update, was sich 2025 in der MotoGP gegenüber dem Vorjahr alles verändert hat? Dann haben wir hier das perfekte Video für euch:

MotoGP 2025: Das alles ist neu (06:26 Min.)