Jorge Martin kam unbeschadet durch die Regenschlacht von Thailand und betrieb mit Platz Zwei die bestmögliche Schadensbegrenzung. Der WM-Führende der MotoGP erlebte dabei aber einen wilden Ritt. Nur der Sturz eines Konkurrenten verhinderte das eigene Ausscheiden.

Fehler in Kurve 3 für Jorge Martin unwichtig: Wäre trotzdem nur Zweiter geworden

"Heute im Nassen auf das Podium zu kommen und nur 5 Punkte zu verlieren ist wirklich gut. Vor Japan hatte ich 21 Punkte Vorsprung und nun sind es 17. In 3 Rennen habe ich nur 4 Punkte verloren", zog der Spanier trotz einer Niederlage gegen Rivale Francesco Bagnaia eine positive Bilanz nach dem Rennsonntag in Buriram. Bis zu Platz 2 war es aber ein langer Weg. Dabei war er am Start sogar in Führung geschossen. Der Traum vom Sieg zerplatze aber schon nach wenigen Runden.

Jorge Martin geht weit in Kurve 3 in Thailand
Jorge Martin ging in Kurve 3 weit, Foto: LAT Images

"Am Kurvenausgang konnte ich die Leistung nicht auf den Boden bringen. Das hat sich nicht gut angefühlt. Ich wollte meine Pace halten und bremste in Kurve 3 etwas später, da bin ich weit gegangen", erklärte der 26-Jährige, warum er die Führung im Grand Prix nach nur fünf Runden wieder aufgeben musste. Dem Fehler trauerte er aber nicht nach: "Ich hätte vielleicht zumachen und die Position halten können, aber das wäre zu riskant gewesen. Heute wäre ich auch ohne diesen Fehler nur Zweiter geworden. Pecco [Bagnaia] war einfach stärker."

Sturz von Marquez verhindert Sturz von Martin

Noch viel heikler als zwei Positionen zu verlieren, wurde es danach. Martin fuhr das Risiko gewaltig hoch: "Ich hatte um die 15 Momente, wo ich sehr nah dran war, und es retten konnte. Ich war wirklich viele Male kurz vorm Sturz. Ich nahm das Risiko, um an Pecco dranzubleiben, falls er einen Fehler machen würde."

Doch Bagnaia machte keinen einzigen Fehler. Dieser unterlief stattdessen seinem Jäger Marc Marquez. Über dessen Sturz war Martin sehr dankbar, aber nicht, weil er dadurch auf Rang Zwei aufrückte: "Als Marc die Front verlor, fuhr ich mit der gleichen Geschwindigkeit in die Kurve. Also dachte ich, ich würde auch die Front verlieren, als ich ihn stürzen sah. Dank des Sturzes konnte ich das ein bisschen vorhersehen und öffnete die Vorderbremse. So konnte ich mich retten." Martin stand also kurz davor, gewaltig im WM-Kampf einzubüßen und Marquez setzte ihm unfreiwillig genau zum richtigen Zeitpunkt einen Warnschuss vor den Bug. "Es tut mir leid für ihn. Er war sehr stark unterwegs und hätte mit Pecco um den Sieg kämpfen können" richtete der 'Martinator' im Bezug auf Marquez aus.

Trotz Niederlage gegen Bagnaia: Martin sieht bestandene Prüfung in Thailand

Obwohl er Punkte einbüßte, war Martin sehr positiv gestimmt. Heute war einer dieser Tage, die eigentlich dafür prädestiniert waren, zu stolpern. Der Pramac-Pilot zog daher einen Vergleich mit der Schulzeit: "Das fühlt sich heute wie eine bestandene Abschlussprüfung an. Wenn du in solchen Bedingungen und bei so hohem Risiko im Kampf um die Weltmeisterschaft ins Ziel kommst, dann ist das großartig. Das gibt mir noch mehr Vertrauen für die Zukunft." Theoretisch kann er schon in einer Woche in Sepang Weltmeister werden. Dafür müsste er den Vorsprung von 17 auf 38 Punkte ausbauen, ein eher unwahrscheinliches Szenario.

Während der Marquez-Sturz Jorge Martin weiterhalf, ärgerte sich sein Rivale Francesco Bagnaia darüber. Hier könnt ihr nachlesen, warum: