Marc Marquez erlebt in der MotoGP aktuell eine Berg- und Talfahrt. Nach den turbulenten letzten Wochen, in denen seine Ducati-Verpflichtung viele Schlagzeilen schrieb, findet er in Assen beim achten Saisonrennen noch nicht richtig in Tritt. Bereits am Freitag offenbarte er einige Probleme im Training, dort stellte er aber zumindest den direkten Einzug ins Q2 sicher. Am Samstag lief dann sowohl im Qualifying als auch im Sprint einiges schief. Der achtfache Weltmeister nimmt die Schuld dafür klar auf sich.
Sturz im Qualifying nach Risiko-Manöver
Angefangen hat das Unheil bereits am Vormittag beim Qualifying. Dort wollte sich Marquez geschickt im Verkehr platzieren, um ein schnelles Hinterrad zu erwischen. Doch dieses Vorhaben scheiterte, als sich Aleix Espargaro in der letzten Kurve vor der schnellen Runde an ihm vorbeibremste. Dementsprechend war der Abstand zum Aprilia-Piloten gering. Marquez lief schon im ersten Sektor auf seinen Landsmann auf, beim Versuch ihn in der schnellen Kurve sieben zu überholen, stürzte er. Espargaro regte sich anschließend deutlich über die Vorgehensweise des Gresini-Stars auf.
"Das Problem war, dass ich gar nicht überholen wollte", erklärte Marquez den versammelten Journalisten seinen Sturz. "Das ist ja eine superschnelle Stelle. Aber als ich gesehen habe, dass Aleix [Espargaro] sehr früh gebremst hat, um die nächste Kurve vorzubereiten, musste ich innen hineingehen - das war die einzige Möglichkeit." Ausschlaggebend für den Sturz übers Vorderrad war dann die geänderte Linienwahl.
"Ich war an dieser Stelle nicht einmal schneller als in der Runde zuvor, ich hatte also den richtigen Speed", stellte Marquez klar. "Aber als ich in voller Schräglage war, habe ich diese Bodenwelle erwischt, die auch schon Raul Fernandez und einige Moto2-Piloten zu Fall brachte. Deshalb habe ich dann leider die Front verloren." Glücklicherweise blieb der Crash ohne größere Folgen. Marquez zog sich keine Verletzungen zu und Espargaro konnte dem stürzenden MotoGP-Star schnell ausweichen.

Marc Marquez: Sprintsturz geht klar auf meine Kappe
Nur einige Stunden später lag Marquez dann schon wieder am Hosenboden. Diesmal aber in Kurve zwei, einer äußerst ungewöhnlichen Stelle für einen Sturz. MotoGP-Experte Simon Crafar stellte die Vermutung in den Raum, dass Marquez mit seinem Knieschleifer oder der Fußraste am Kerb hängengeblieben sei. Dem war aber nicht so, wie der 31-Jährige einräumte. Vielmehr war es erneut eine falsche Linienwahl ausschlaggebend für den Ableger.
"Das war einfach ein menschliches Problem, ein Fahrfehler", offenbarte Marquez. "Ich habe auch schon in der ersten Rennrunde den Kerb berührt und die Bodenwelle gespürt. Da habe ich aber die richtige Linie gefunden, weil ich mich verteidigt habe. Eine Runde später lag ich dann aber hinter anderen Fahrern und habe den Einlenkpunkt etwas verpasst. Ich habe dann den Kerb berührt und nicht erwartet, dass der Schlag so hart sein würde. Das Motorrad ist dann gesprungen und ich habe die Front verloren. Solch ein Fehler ärgert mich natürlich, das musst du einfach vermeiden", zeigt sich der zukünftige Ducati-Werkspilot selbstkritisch.
Marc Marquez trotzdem optimistisch: Auch in Assen im Rennen schnell
Mit dem Ausfall im Sprint und dem 1-2-Finish seiner Rivalen Francesco Bagnaia und Jorge Martin liegt Marquez nun mittlerweile 44 Zähler in der Fahrerwertung zurück. Zudem scheinen ihm beide in Assen pacetechnisch deutlich voraus zu sein, am Sonntag droht demnach ein weiterer Punktverlust. Doch Marquez selbst nimmt den chaotischen Samstag gelassen hin. Sein Renntempo stimmt ihn optimistisch für die volle Renndistanz am Sonntag im Grand Prix.
"Ich erwarte, dass ich Assen morgen mit einem besseren Gefühl und einem besseren Resultat verlasse, vor Allem nach diesem schwierigem Tag heute. Das Gefühl mit dem Motorrad ist gut, das ist etwas, was mich wirklich glücklich macht. Gestern im Training war ich in Sachen Rennpace gut dabei, habe mich großartig gefühlt und bin einfach gut gefahren." Um mit Bagnaia, Martin und Maverick Vinales mitzuhalten, die heute auf dem Podest standen, fehlt ihm aber noch etwas. "Die drei da vorne sind schneller als wir, aber morgen können wir sicher um ein Top-5-Ergebnis kämpfen.



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