Brad Binder ist der Trumpf im KTM-Fahrerlineup. Auch wenn mit Pedro Acosta der mögliche nächste MotoGP-Star in den Startlöchern steht, so wird 2024 erneut der Südafrikaner die Speerspitze Mattighofens bilden. Dabei setzt der letztjährige WM-Vierte nicht nur auf den technischen Fortschritt seiner RC16, sondern will auch selbst als Fahrer eine Schippe drauflegen.

Binder: KTMs Bike in zwei Punkten verbessert

"Sepang lief sehr gut für uns. Ich war sehr zufrieden mit unserem Fortschritt. In allen Punkten, die wir angingen, haben wir uns Bereiche ausgesucht, in denen wir uns wirklich verbessern wollen", berichtete Binder im Rahmen des KTM-Launches am Montag vom Test in Malaysia. Dort bestimmte einmal mehr Ducati die Zeitentabelle, doch KTM legte nicht alle Karten offen.

Binder verriet, wo die KTM-Ingenieure Fortschritte erzielt haben. "Der erste spürbare Unterschied war, dass sie wirklich unsere Motorbremse verbessert haben. Sie ist wesentlich konstanter, leichter einzustellen und veränderbar in den Bereichen, wo wir es wollen", freute sich der 28-Jährige. "Zweitens haben wir uns beim Einlenken und Grip am Heck etwas verbessert. Ich bin darüber sehr glücklich, das wird uns im Saisonverlauf helfen."

Fertig ist das KTM-Paket allerdings noch nicht: "Es gibt immer noch Arbeit für uns in Katar. Da müssen wir alles zusammenstellen. Dann werden wir ein besseres Bild haben, wo wir wirklich stehen." Teamchef Francesco Guidotti verriet mehr über den Plan: "Beim kommenden Test müssen wir bereits unsere Motorenspezifikation entscheiden und auch ein paar Aero-Details. Bei der Elektronik haben wir begonnen, neue Erfahrungen zu machen. Wir haben also immer noch viel Spielraum für Verbesserungen." Der finale Test in Katar findet am 19. und 20. Februar statt. Zwei Wochen danach erfolgt an gleicher Stelle bereits der Saisonauftakt 2024.

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Qualifying und Rennen: Binder will 2024 nochmal zulegen

Binder setzt nicht nur auf seine Ingenieure, sondern will sich auch selbst verbessern. Eine altbekannte KTM-Schwäche wurde im letzten Jahr bereits deutlich verbessert, aber der letzte Schritt fehlt noch: "Wenn ich mein Qualifying etwas verbessern könnte, wäre das eine große Hilfe. Es ist so viel einfacher, wenn du mit den Top 3 zusammen startest." Auf seine erste Pole-Position in der Königsklasse wartet der Südafrikaner noch immer. 2023 startete er aber zumindest des Öfteren aus den ersten beiden Reihen. In den Jahren zuvor war häufig schon das Erreichen des Q2 eine Hürde. Die KTM lief nur im Rennen stark.

2023 gewann Binder 'nur' im Sprint, Foto: LAT Images
2023 gewann Binder 'nur' im Sprint, Foto: LAT Images

Doch auch in der stärkeren Disziplin soll nachgelegt werden. "Als Fahrer will ich auch besser im Umgang mit den Reifen werden. Es ist wichtig die Rennen mit gleich guten oder sogar besseren Reifen als unsere Konkurrenz zu beenden. Letztes Jahr hatten wir da immer ein bisschen mehr Probleme", erinnert sich Binder. Immer wieder musste er sich in den letzten Runden der Grand Prix geschlagen geben. Siege gab es 2023 nur in den kürzeren Sprints, von denen der Moto3-Weltmeister von 2016 zwei für sich entscheiden konnte.

Beirer stellt klar: 2024 Kampf um den MotoGP-Titel

Die Sieglosigkeit soll sich 2024 ändern, daran ließ Binder keinen Zweifel: "Wir wissen, wie unsere Ziele aussehen. Wir wollen vorne mitkämpfen und regelmäßig um Siege fahren, das wollen ich und KTM erreichen. Ich denke das ist möglich." Noch weiter ging Motorsportchef Pit Beirer. Er will den Titel: "Wir waren Vierter. Das realistische nächste Ziel wäre also einen Fahrer auf das Podium [der WM-Wertung] zu bringen. Aber wir betreiben nicht diesen ganzen Aufwand, um zu sagen, dass der dritte Platz gut ist. Wir wollen um die Weltmeisterschaft kämpfen."

Pit Beirer steckt die KTM-Ziele hoch, Foto: KTM
Pit Beirer steckt die KTM-Ziele hoch, Foto: KTM

Dies hat KTM auch intern so festgelegt. "Wir haben eine langfristige Strategie, da steht ganz groß, dass wir 2024 um den Titel kämpfen wollen. Was mich zuversichtlich stimmt: Ich beobachte den Prozess hier und sehe, dass wir immer besser werden", verkündete Beirer. Nur mitzufahren ist keine Option: "Der Tag, an dem wir nicht mehr glauben, Weltmeister werden zu können, werden wir das Projekt hier beenden. Wir sind bereit."