Der Portugal-GP nahm für Jack Miller und Joan Mir ein unrühmliches Ende. Die beiden Rivalen, die in der Vergangenheit schon mehrfach aneinandergeraten waren, kämpften in Runde 19 um Rang drei. Mir lag vor Miller, als der Ducati-Mann in Turn 1 einen Angriff wagte. Miller rutschte dabei aber über das Vorderrad weg und räumte seinen Gegner mit ab. Das Rennen war für beide Fahrer beendet.

"Ich hatte das Manöver eigentlich gut vorbereitet. Drei Runden lang hatte ich versucht, in Kurve eins nah genug dran zu sein. Schließlich hatte ich das Gefühl, dass mir das gelungen ist. Ich war aber relativ weit innen und habe vielleicht eine etwas feuchte Stelle erwischt. Dann ist mir einfach das Vorderrad weggerutscht und ich habe Joan mit abgeräumt", schilderte Miller den Unfallhergang aus seiner Sicht.

Der Australier war natürlich frustriert: "So spät im Rennen in einer guten Position auszuscheiden ist immer scheiße. Wenn du dann auch noch einen Rivalen mitnimmst, tut es doppelt weh. Ich bin richtig sauer." Begeistert war logischerweise auch Joan Mir nicht, trug die Nullnummer aber mit Fassung. "So etwas kann passieren. Mir ist so ein Fehler auch schon ein paar Mal passiert. Jack hat das ja nicht absichtlich gemacht. Er wollte einfach an einer Stelle überholen, an der kein Platz war. Ich hoffe nur, dass er daraus lernt und es nicht wieder passiert", so der Suzuki-Pilot.

Mir nahm den Ausfall vielleicht deshalb gelassen, weil ein solcher auch ohne die Kollision noch passieren hätte können. "Wenn ich nicht mit Jack gestürzt wäre, dann wohl in einem anderen Moment", sagte der Weltmeister von 2020 nach dem Rennen. "Ich habe schon zu Beginn gefühlt, dass mit der Front irgendetwas nicht stimmt. Ich hatte extrem viel Bewegung im Bike. Das ist mit der Zeit immer schlimmer geworden und ich war ständig am Limit. Das war nach diesem Wochenende hier enttäuschend", so Mir, der im Qualifying mit Platz zwei die beste Startposition seiner MotoGP-Karriere errungen hatte.

Nach dem Qualifying konnte Mir noch lachen -
Nach dem Qualifying konnte Mir noch lachen -Foto: LAT Images

Deutlich besser wären die letzten Runden wohl für Miller gelaufen: "Ich habe mich das gesamte Rennen über super gefühlt und die Reifen in den ersten 16 Runden gut geschont. Dann konnte ich richtig angreifen und die Jungs vor mir einholen. Ich war in einer guten Position und hatte eine starke Pace. Diese positiven Punkte muss ich jetzt nach Jerez mitnehmen."

Nach ihren Nullnummern liegen Mir und Miller in der Weltmeisterschaft nun auf den Rängen sechs und neun mit 23 beziehungsweise 38 Punkten Rückstand auf den neuen Spitzenreiter Fabio Quartararo.