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MotoGP

Neue Regeln für mehr Sicherheit: MotoGP-Fahrer äußern Zweifel

Höhere Alterslimits, kleinere Starterfelder, neue Warnsysteme - wird der Motorradsport dadurch sicherer? Die MotoGP-Stars diskutieren.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Am Freitag haben MotoGP-Promoter Dorna und Motorradweltverband Regeländerungen für mehr Sicherheit in den Nachwuchskategorien des Motorradsports bekanntgegeben. Die Kurzzusammenfassung: Alterslimits werden von der WM bis zu den Talent Cups angehoben, die Starterfelder verkleinert, Airbag-Systeme verpflichtend und neue Warnsysteme für die Fahrer eingeführt.

Die Sinnhaftigkeit der neuen Alterslimits - in der Moto3 und Moto2 müssen Fahrer zukünftig mindestens 18 Jahre alt sein - wird im MotoGP-Paddock aber hinterfragt. "Wenn du älter bist, verstehst du gewisse Dinge sicher besser", sagte Maverick Vinales, dessen Cousin Dean Berta Vinales Ende September bei einem Crash in der Supersport300-WM ums Leben kam. "Am wichtigsten ist aber, dass die Verantwortlichen gute Gespräche mit den Fahrer führen."

In eine ähnliche Kerbe schlägt Valentino Rossi, der die Moto3-Rennen zuletzt als Russisches Roulette bezeichnete: "Die Anhebung des Alterslimits von 16 auf 18 bedeutet eine große Veränderung. Für die Sicherheit ist es sicher gut, aber ich weiß nicht, ob wir damit alle Probleme lösen. Das Verhalten der Fahrer ist wichtiger als ihr Alter. Die Rennleitung muss strenger mit ihnen sein."

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Jack Miller lenkt die Diskussion in eine andere, technischere Richtung: "Wenn die Verantwortlichen schon nichts an den Motorrädern ändern wollen, dann brauchen wir andere Reifen. Die Bikes müssen schwieriger zu fahren sein. Aktuell können im Windschatten Fahrer dranbleiben und in der Gruppe Chaos verursachen, die eigentlich viel weiter hinten fahren müssten. Entweder brauchen die Bikes mehr Leistung oder weniger Grip auf den Reifen." Die Altersgrenze sieht auch er kritisch: "Natürlich muss sich etwas ändern und es ist gut, dass es etwas passiert. Viele Jungs in der Moto3 sind aber schon weit über 18 und verhalten sich in der Gruppe immer noch wie Idioten."

Marc Marquez begrüßt Änderungen

Angetan von den Anpassungen im Reglement zeigt sich Marc Marquez. "Meiner Meinung nach sind das gute Änderungen. Das klingt vielleicht komisch, weil ich selbst mit 16 in die WM gekommen bin und mit 20 Jahren einer der jüngsten Fahrer in der MotoGP war. Heute ist aber der Glaube verbreitet, dass man kein guter Fahrer ist, wenn man mit 20 noch nicht in der MotoGP ist. Das stimmt nicht. Manche Piloten brauchen einfach länger. Wenn du mit mehr Erfahrung in die WM oder die MotoGP kommst, kann das nur gut sein. Das muss auch von ganz unten beginnen. Du musst nicht mit vier Jahren schon Rennen fahren. Ich finde, dass das gute Neuigkeiten für die Motorradszene sind."


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