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MotoGP

Marc Marquez gesteht: Fahre fast alle Rennen mit Schmerzmitteln

Im Österreich-GP zeigte Marc Marquez eine bärenstarke Leistung. Das gelang ihm mit Hilfe von Schmerzmitteln - mittlerweile Standard für den MotoGP-Star.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Wäre am Sonntag während des MotoGP-Rennens nicht ein heftiger Regenschauer über Spielberg gezogen, hätte der Sieger am Ende auch Marc Marquez heißen können. Auf trockener Strecke war der Honda-Star zusammen mit Francesco Bagnaia und Fabio Quartararo einer der drei stärksten Fahrer und führte die Spitzengruppe auch zum Motorradwechsel an die Box.

In der Schlussphase warf Marquez ein mögliches Podium weg, als ihn starker Regen in Kurve eins überraschte und er zu Boden ging. Am Ende reichte es als 15. nur zu einem WM-Punkt. Dennoch zog Marquez in seiner englischsprachigen Medienrunde ein positives Resümee: "Ich bin in Ordnung. Nicht nur in Ordnung, sondern sogar sehr glücklich. Mir ist es lieber, so ein Rennen zu fahren, als unter Flag-to-Flag-Regeln zu einem guten Ergebnis zu kommen, denn das zeigt nicht das wahre Niveau. Im Trockenen war ich heute auf einem guten Level und hatte im Rennen richtig Spaß. Mir ist es gelungen, schnell und konstant zu fahren."

Was er verschwieg und erst später der spanischen Presse verriet: Seine Leistung wurde auch durch eine Behandlung mit Schmerzmitteln ermöglicht. Das sei mittlerweile üblich für ihn, erklärt Marquez. "Mit Ausnahme des Deutschland-Grand-Prix, wo es mich nicht gestört hat, und am vergangenen Wochenende musste ich es überall machen", so Marquez. Am Sachsenring kam dem Honda-Mann klarerweise das Layout mit seinen vielen Linkskurve zugute, am ersten Spielberg-Wochenende wohl die lange Sommerpause und die damit einhergehende Ruhephase.

Marquez setzt auf das Schmerzmittel Enantyum, das im freien Verkauf erhältlich ist. "Man bekommt das in jeder Apotheke", so der Spanier. "Ich lasse mir es direkt in die Muskeln spritzen. So wirkt es besser und schneller." Marquez ist sich aber im Klaren darüber, dass diese Methode keine Dauerlösung darstellt: "Ich versuche es bestmöglich zu vermeiden, denn ich weiß, dass es dadurch am Tag danach noch schlimmer ist. Im Rennen hilft es aber immer. Ich habe dennoch Schmerzen, kann aber etwas mehr Kraft aufwenden."

Mit Ausnahme seines Sieges am Sachsenring ist Marquez' Erfolgsbilanz seit seiner Rückkehr ins MotoGP-Geschehen bescheiden. Auf die Ränge sieben und neun in Jerez beziehungsweise Portimao folgten drei Ausfälle in Le Mans, Mugello und Barcelona. Nach dem Sieg am Sachsenring kam Marquez in Assen und Spielberg nicht über die Positionen sieben, acht und 15 hinaus.


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