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MotoGP Spielberg II: Binder gewinnt irren Flag-to-Flag-Krimi!

Was für ein verrücktes MotoGP-Rennen in Spielberg: Brad Binder gewinnt auf Slicks im strömenden Regen den Grand Prix von Österreich.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Spielberg hat wieder einmal geliefert! Einmal mehr bekommen die MotoGP-Fans am Red Bull Ring ein sensationelles Rennen zu sehen. Brad Binder pokert bei einsetzendem Regen als einziger Fahrer in der Spitzengruppe und bleibt auf Slicks auf der Strecke. Sein Mut macht sich bezahlt. Er gewinnt vor Francesco Bagnaia und Jorge Martin, die beide an der Box waren.

In der WM liegt Quartararo nun 47 Punkte vor Bagnaia und Mir, Zarco fehlen 49 Zähler.

Die Schlüsselszene im MotoGP-Rennen von Spielberg

Vier Runden vor Schluss kommen fünf Fahrer aus der sechs Mann starken Spitzengruppe zum Motorradwechsel an die Box: Martin, Marc Marquez, Quartararo, Bagnaia und Mir. Binder bleibt auf der Strecke und tänzelt die letzten Umläufe im strömenden Regen um den Red Bull Ring. Binder bleibt sitzen und gewinnt souverän.

MotoGP Spielberg II 2021: Der Rennfilm

Die Startaufstellung: 1. Martin, 2. Quartararo, 3. Bagnaia, 4. Zarco, 5. M. Marquez, 6. Miller, 7. Mir, 8. A. Espargaro, 9. Oliveira, 10. Binder, 11. P. Espargaro, 12. Nakagami, 13. Rins, 14. A. Marquez, 15. Bastianini,16. Lecuona, 17. Marini, 18. Rossi, 19. Petrucci, 20. Crutchlow

Start: Martin kommt perfekt weg und verteidigt seine Pole Position. Dahinter biegen Quartararo und Zarco in Turn 1, aber am Kurvenausgang gehen beide weit und Bagnaia schlüpft durch.

Schon nach wenigen Kurven werden weiße Flaggen geschwenkt, die Fahrer dürfen aufgrund des einsetzenden Regens also Motorräder wechseln. Noch handelt es sich aber nur um minimalen Niederschlag.

1. Runde: In Turn 4 geht Martin weit und Bagnaia übernimmt die Führung.

In Turn 6 berühren sich Quartararo an Martin. Martin behält P2, Zarco nimmt Rang drei ein vor Marquez und Quartararo.

2. Runde: Zarco und Marquez gehen innerhalb weniger Kurven an Martin vorbei.

4. Runde: Martin schnappt sich in einem Umlauf wieder Zarco und Marquez - P2.

5. Runde: Quartararo macht wieder Boden gut. Er bremst in Turn 3 Zarco für den vierten Rang aus.

6. Runde: Marquez drückt sich in Turn 1 wieder an Martin vorbei auf Platz zwei. In Kurve vier kontert Martin. Zwei Kurven später greift Martin auch Bagnaia an, geht aber weit und fällt wieder hinter Bagnaia, Marquez und Quartararo zurück.

7. Runde: Marquez leistet sich einen Schnitzer in Kurve eins und verliert zwei Positionen an Quartararo und Martin.

8. Runde: Quartararo übernimmt in Turn 6 die Führung von Bagnaia. Der versucht eine Kurve später den Konter, muss aber zurückziehen.

9. Runde: Bagnaia bremst sich in Kurve eins an Quartararo vorbei und schickt den Franzosen gleichzeitig in die Auslaufzone. Bagnaia führt wieder!

11. Runde: Die Regenflaggen sind vorerst verschwunden und eine fünf Mann starke Führungsgruppe mit Bagnaia, Quartararo, Marquez, Martin und Zarco hat sich abgesetzt. Knapp anderthalb Sekunden dahinter liegen Miller und Mir.

13. Runde: Bagnaia zieht das Tempo nun mächtig an. Quartararo und Marquez kommen noch mit, Martin und Zarco reißen hingegen etwas ab. Die Pramac-Fahrer kommen gleichzeitig unter Druck von Mir, der sich in großen Schritten nähert.

15. Runde: Track-Limits-Warning für Martin. Zwei Vergehen noch und er muss eine Longlap-Penalty fahren!

18. Runde: Zarco ist gestürzt! Er hat in der vorletzten Kurve die Kontrolle über seine Ducati verloren. Sein Rennen ist vorbei.

20. Runde: Quartararo verbremst sich in Turn 3 und muss weit gehen. Marc Marquez erbt Rang zwei.

21. Runde: Marquez scheint schneller zu sein als Bagnaia. Er nähert sich der Werks-Ducati an.

22. Runde: Marquez greift in Kurve drei Bagnaia an und übernimmt kurzzeitig die Führung. Auf der Gegengerade beschleunigt ihn der Italiener aber wieder aus.

Regenflaggen werden wieder geschwenkt!

23. Runde: Oliveira stürzt in Turn 1 aus dem Rennen.

Miller und Rins kommen an die Box und wechseln auf Regenreifen!

24. Runde: Der Regen schiebt das Feld wieder zusammen: Marquez, Bagnaia, Martin, Mir, Quartararo und Binder in der Spitzengruppe.

25. Runde: Die gesamte Spitzengruppe kommt an die Box, mit einer Ausnahme: Brad Binder. Der führt nun drei Sekunden vor Aleix Espargaro und sieben vor Rossi.

26. Runde: Binder baut seinen Vorsprung massiv aus: 6,7 Sekunden.

27. Runde: Marquez stürzt in Turn 1, setzt das Rennen aber fort.

28. und letzte Runde: Binder geht mit elf Sekunden Vorsprung in die letzte Runde. Es regnet mittlerweile heftig.

Ziel: Binder siegt 13 Sekunden vor Bagnaia, der trotz Boxenstopp Zweiter wird. Martin komplettiert das Podium. Dahinter landen Mir, Marini, Lecuona, Quartararo und Rossi. Alex Marquez wird Neunter vor Aleix Espargaro und Miller. Petrucci holt P12 vor Nakagami und Rins. Marc Marquez holt trotz Sturz als 15. einen Punkt.

Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Spielberg

Brad Binder (Sieger, KTM): "Es war echt erschreckend heute. Als der Regen kam, habe ich versucht mir auszurechnen, wie viele Sekunden man verlieren würde. Dann habe mich dann einfach für den Gamble entschieden und zu Beginn ging es noch. Dann haben sich die Reifen plötzlich angefühlt wie auf Eis und ich hatte im Grunde auch keine Bremsen mehr. Irgendetwas hat mich heute aber auf dem Motorrad gehalten. Dieser Sieg war verrückt."

Francesco Bagnaia (Zweiter, Ducati): "Es war nicht einfach. Ich konnte schon früh einzelne Regentropfen sehen und daher fiel es mir schwer, zu pushen. Sechs Runden vor dem Ende wurde der Regen heftiger und die Entscheidung zu stoppen und das Motorrad zu wechseln, fiel mir nicht leicht. Brad ist heute auf jeden Fall etwas Unglaubliches gelungen. Ich selbst dachte im Ziel, dass ich vielleicht noch Vierter geworden wäre, sah dann aber P2 vor meinem Namen."

Jorge Martin (Dritter, Pramac Racing): "Meine Reifen wurden zu Beginn sehr heiß und ich hatte in jeder Kurve Probleme, sitzenzubleiben. Erst als ich zurückfiel, besserte sich das allmählich. Dann bekam ich aber seltsame Vibrationen auf der Geraden und ich hatte Angst, dass das vielleicht auf einen Reifendefekt hindeutet. Als dann der Regen kam, ging ich sofort an die Box und ganz am Ende habe ich in zwei Kurven ca. sieben Fahrer überholt. Damit bin ich zufrieden."


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