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MotoGP

Marc Marquez gibt Honda Schuld an brutalem Highsider

Für Marc Marquez hielt der erste MotoGP-Trainingstag in Assen einen schlimmen Sturz bereit. Daraufhin attackierte er seinen Arbeitgeber Honda.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es war ein Highsider, wie man ihn aus den 500ccm-Zeiten der Königsklasse kennt, wie man ihn aber seit der MotoGP-Ära eigentlich nicht mehr zu sehen bekommt. Marc Marquez wurde nach wenigen Minuten im FP2 in Kurve zehn des TT-Circuit von Assen im hohen Bogen von seiner Honda geworfen und knallte nach einigen Metern Flug auf dem Asphalt auf.

Marquez blieb eine Weile in der Auslaufzone liegen, konnte diese schließlich aber selbstständig verlassen. Er kam mit kleineren Blessuren davon. "Ich spüre schon, dass es ein heftiger Crash war. Insgesamt muss ich aber froh sein, so davongekommen zu sein", gestand er am Freitagabend. "Ich habe Schmerzen im Knie, im Fuß und im Ellbogen. Meine Performance an diesem Wochenende wird das aber nicht beeinflussen."

So entspannt Marquez die erlittenen Prellungen sieht, so sehr ärgert ihn die Ursache des Sturzes. Denn die sieht er nicht bei sich, sondern bei Honda."Ich mache ihnen mächtigen Druck, denn solche Stürze dürfen wir einfach nicht haben. In solchen Kurven muss uns die Elektronik schützen, aber uns Honda-Fahrern passieren da immer derartige Highsider. Pol und Alex hat es in Portimao getroffen und mein Sturz im Jerez im Vorjahr war auch ähnlich", analysiert Marquez.

Zwist bei Honda nach Marquez-Highsider in Assen: (11:44 Min.)

Was ist passiert? "Als ich an die Box zurückgekommen bin habe ich sofort die Daten gecheckt, um nachzusehen, ob ich einen Fehler gemacht habe. Ich bin aber genauso gefahren wie in der Runde zuvor, sogar mit etwas weniger Schräglage. Ich war definitiv nicht über dem Limit", stellt Marquez klar. "Wenn du dann dennoch so einen Highsider hast, dann stimmt irgendetwas nicht. Die Traktionskontrolle hat den Slide einfach nicht abgefangen."

Marc Marquez triumphiert am Sachsenring: Glück des Tüchtigen: (12:34 Min.)

Marquez fordert nun eine rasche Lösung dieses Problems. "Wir müssen verstehen, was da falsch läuft. Und ich meine nicht für nächstes Jahr, sondern schon für das nächste Rennen. Ich muss mich auf dem Motorrad sicher fühlen können. Sonst ist es unmöglich, Selbstvertrauen zu gewinnen und wieder schnell zu sein. Wenn ich zu schnell in die Kurve fahre, die Vorderbremse überlaste oder zu viel Schräglage habe, dann ist das etwas anderes. Das sind Fahrfehler."

Ergebnistechnisch verlief der Freitag in Assen für Marquez jedenfalls nicht schlecht. Er belegte Rang sechs in der kombinierten Zeitenliste, weniger als eine halbe Sekunde hinter Spitzenreiter Maverick Vinales. "Im FP1 bin ich es ruhig angegangen, am Nachmittag habe ich dann in manchen Abschnitten gepusht und bin gut gefahren. Dieses Level müssen wir halten", so Marquez, der erstmals ein neues Chassis einsetzte. Sein Urteil: Gutes Gefühl, einige Vorteile. Weitere Vergleichstests sollen mehr Informationen liefern.


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