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Marc Marquez klagt: Holeshot-Device schuld an Armpump-Welle

Armpump zwingt in dieser Saison MotoGP-Fahrer reihenweise zu Operationen. Marc Marquez glaubt den Auslöser dafür gefunden zu haben.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Seit seinem MotoGP-Comeback Mitte April in Portimao tritt Marc Marquez als harter Kritiker der Holeshot-Devices auf. Schon vor seinem ersten Rennwochenende nach neun Monaten Verletzungspause äußerte er seinen Unmut über die Systeme, die mittlerweile nicht nur am Start sondern auch während des Rennens eingesetzt werden, um bessere Beschleunigung zu ermöglichen.

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"Für mich ist das nur ein Extrading, das die Show nicht verbessert und überholen schwieriger macht. Natürlich werde ich es verwenden, aber mein erster Eindruck ist: Ich mag es nicht. Für mich macht das ehrlich gesagt wenig Sinn", sagte er im Vorfeld des Portugal-Grand-Prix.

Nach zwei Wochenenden mit dem neuen System erneuerte der Repsol-Honda-Star in Le Mans seine Kritik. "Mir ist aufgefallen, dass die letzten beiden Rennen in Portimao und Jerez statischer waren als gewohnt. Jeder Pilot fährt seinen eigenen Rhythmus. Wenn ein Fahrer vor dir dieses System einsetzt, kannst du ihn nämlich fast nicht überholen. Für die Show brauchen wir Überholmanöver, aber die sind jetzt fast nur noch in Kurvenkombinationen möglich. Ich denke, dass der Sport für die Fans so weniger interessant ist."

Doch damit nicht genug. Marquez äußerte zusätzliche Bedenken. "Mit diesem ständigen Absenken und Anheben ist es absolut logisch, dass sich so viele Fahrer Armpump-Operationen unterziehen müssen", so Marquez. Jack Miller, Fabio Quartararo und Iker Lecuona ließen sich in dieser Saison bereits operieren, Aleix Espargaro will einen Eingriff noch vor dem Italien-GP durchführen lassen. Marquez erklärt seine Überlegungen: "Mit dieser Vorrichtung beschleunigen die Motorräder besser und das Gefühl am Kurvenausgang ist ein ganz anderes. Dadurch werden die Unterarme noch mehr belastet, aber jeder Körper hat eben eine natürliche Grenze."

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Ein grundsätzlicher Gegner der Holeshot-Devices ist Marquez aber nicht: "Am Start ist es meiner Meinung nach ein gutes System, weil es Sicherheit bringt. Wenn der Schwerpunkt des Motorrads niedriger liegt, ist das Bike stabiler. Während des Rennens bin ich aber absolut dagegen. Es ist noch eine Sache mehr, an die du als Fahrer denken musst. Wir werden dadurch schneller und die Strecken wirken deshalb fast zu eng, wie wir in Jerez gesehen haben."

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Holeshot-Device wird zum Streitthema

In Le Mans waren die Holeshot-Devices deshalb auch Thema im Meeting der Safety-Commission, in der die Fahrer Sicherheitsanliegen mit den Verantwortlichen von Promoter Dorna und Motorradweltverband FIM besprechen können. "Man kann sich ja vorstellen, welche Fahrer dafür waren. Die von Ducati natürlich", verriet Marquez. "Bei allen anderen gab es unterschiedliche Meinungen, aber ein Großteil war gegen eine Verwendung während des Rennens."


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