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MotoGP: Alex Marquez weist Kritiker endgültig in die Schranken

Finaler MotoGP-Durchbruch für Alex Marquez! Nur eine Woche nach dem ersten Podestplatz folgt der zweite. So kommentiert AM73 seinen Aufstieg.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Alex Marquez hat im MotoGP-Rennen in Aragon am Sonntag seine Kritiker erneut in die Schranken gewiesen. Nur eine Woche nach seinem zweiten Rang im Regen von Le Mans holte er im Motorland bei trockenen Bedingungen ebenfalls einen zweiten Platz. Somit hat er im Rennen um den Titel des "Rookie des Jahres" mit Brad Binder punktegleich gezogen.

"Ich hatte heute das perfekte Motorrad und vor dem Rennen hat mir mein Team gesagt: 'Glaub an dich und macht einfach, was du in allen Trainings getan hast. Über diesen Podestplatz freue ich mich sehr", sagte ein überwältigter Marquez nach dem Rennen.

"Ich beginne endlich zu begreifen, warum alle sagen, dass die Honda ein schwierig zu fahrendes Motorrad ist. Du musst in allen Bereichen stark sein: Auf der Bremse, beim Kurvenspeed und bei der Beschleunigung. Das ist für den Fahrer sehr anstrengend und du musst dich stets am Limit bewegen. Sobald du ein wenig nachlässt, verlierst du sofort eine Sekunde. Du musst sehr körperlich fahren und das beginnt mir Spaß zu machen."

Der Knoten ist geplatzt

Bruder Marc verfolgte diesen Meilenstein vor dem Fernseher, meldete sich aber sofort nach dem Zieleinlauf mit folgendem Scherz in den sozialen Medien zu Wort: "Hallo, ich bin der Bruder von Alex Marquez!" Tatsächlich holt Alex mit seiner aktuellen Form die Kohlen für Honda aus dem Feuer und nimmt damit auch seinen Teamchef Alberto Puig ein wenig aus dem Kreuzfeuer der Kritik.

"Beim Test in Misano haben wir einige Kleinigkeiten ausprobiert, die mir mehr Vertrauen in das Motorrad gegeben haben", gestand Marquez. "Ich bin mit dem Setup zuletzt auch mehr in die Richtung gegangen, die Marc immer einschlägt. Ich habe damit deutlich mehr Gefühl für das Vorderrad, was mir in den Kurven sehr hilft."

In Aragon wurde Marquez daher in den Kurven zum Schrecken seiner Gegner. Nach einem guten Start von P11, bei dem er zwei Plätze aufholen konnte, schnappte er sich im weiteren Rennverlauf auf der Strecke Andrea Dovizioso, Taka Nakagami, Jack Miller, Fabio Quartararo, Franco Morbidelli, Maverick Vinales und Joan Mir.

Marquez mit großem Selbstvertrauen

Am Ende hätte es beinahe noch für Sieger Alex Rins gereicht, doch ein Beinahe-Highsider in der drittletzten Runde sowie ein Verbremser im vorletzten Umlauf ließen die Schlussattacke scheitern. "Ich habe heute nicht an den zweiten Platz gedacht, sondern wollte es unbedingt bis zum Ende versuchen. Zwei Fehler haben mich meine Chance gekostet, Rins noch zu überholen", erklärte der Zweitplatzierte.

"Als Maverick vor mir Probleme bekommen hat, dachte ich heute zum ersten Mal an die Möglichkeit, zu gewinnen. Denn er war im 4. Training und im Warm-Up starker als ich, daher habe ich an meine Chance geglaubt, als ich gesehen habe, dass er kämpfen muss", so Marquez weiter.

Ist in allen verbleibenden MotoGP-Rennen mit dem zweifachen Motorrad-Weltmeister zu rechnen, nachdem ihm nun der Knoten geplatzt zu sein scheint? "Ich werde jedenfalls nicht aufgeben und versuchen, mich bis zum Saisonende weiter zu verbessern", sagte der 24-Jährige. "Ob ich in Valencia und Portimao auch mein Potenzial ausschöpfen kann, muss man abwarten. Aber zumindest sollte ich nun regelmäßig in die Top-8 fahren können."

Dank der starken Ergebnisse der beiden letzten Rennen könnte sich Alex Marquez nicht nur zum "Rookie des Jahres" krönen, sondern auch noch zu Hondas Nummer eins in der WM aufsteigen. Auf Taka Nakagami fehlen nur 25 Punkte - allein ein Le Mans und Aragon konnte Marquez 21 Zähler auf den Japaner aufholen.


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