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MotoGP - Dovizioso vs. Ducati-Boss: Öffentlicher Schlagabtausch

Ducati-Boss Claudio Domenicali äußert auf Twitter subtile Kritik an MotoGP-WM-Leader Andrea Dovizioso. Der reagiert darauf mit Unverständnis.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Dass sich das Verhältnis zwischen Andrea Dovizioso und der Ducati-Führungsebene in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert hat, ist ein offenes Geheimnis im MotoGP-Paddock. Vor allem mit Technikguru Gigi Dall'Igna kommt es immer wieder zu Reibereien, da Dovizioso sein Feedback nicht ausreichend beachtet fühlt. Doch auch mit CEO Claudio Domenicali trug der dreifache MotoGP-Vizeweltmeister bereits die eine oder andere Meinungsverschiedenheit aus.

Nun liefern sich Dovizioso und Domenicali einen öffentlichen Schlagabtausch. Nach dem ersten Misano-Rennen am vergangenen Sonntag, dass Dovizioso nur auf P7 und Kollege Francesco Bagnaia auf Rang zwei beendete, schrieb der Ducati-CEO auf Twitter: "Ich freue mich sehr über das erste MotoGP-Podium von Pecco. Es war ein großartiges Comeback nach einer sehr schweren Verletzung. Sein fantastischer Fahrstil mit viel Hanging-Off hilft sehr, einen schnellen Kurvenspeed zu erzielen - damit hatte er oft Probleme. Kompliment auch an Dovi für Platz eins in der Weltmeisterschaft."

Bemerkenswert ist hierbei der Satz, in dem Domenicali Bezug nimmt auf Bagnaias Fahrstil, der ihm beim Kurvenspeed helfe. Genau über diesen Bereich, mangelndes Turning und daraus resultierender schlechter Kurvenspeed, beschwert sich Dovizioso seit Jahren. Die Ducati lasse diesbezüglich nicht mehr zu, ist der Routinier überzeugt.

Dovizioso wurde nun auf den Tweet seines Chefs angesprochen. Seine Antwort fiel deutlich aus. "Ich habe den Tweet nicht gesehen, aber ich halte es für keine gute Idee von Domenicali, so etwas auf Twitter zu schreiben", sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Beziehung zwischen Dovizioso und den Ducati-Bossen in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt. Die Trennung mit Jahresende ist ja bereits seit August bekannt, gleichzeitig kämpft man aber um den ersten MotoGP-Weltmeistertitel seit 2007.


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