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MotoGP - Valentino Rossi macht weiter: Wozu eigentlich?

Valentino Rossi bleibt der MotoGP mindestens ein weiteres Jahr treu. Eine Frage drängt sich auf: Wieso macht der neunfache Weltmeister das?
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Valentino Rossi hat in seiner Karriere bislang neun Weltmeistertitel gewonnen, sieben davon in der Königsklasse. Bei 410 Grand-Prix-Starts siegte er 115 Mal und stand 235 Mal auf dem Podium. Dazu kommen 65 Pole Positions und 96 Schnellste Rennrunden. Eine fantastische Bilanz, über die man nicht zu diskutierten braucht. Zahlen lügen nicht.

Fakt ist aber auch, dass Valentino Rossi seit mehr als drei Jahren kein MotoGP-Rennen mehr gewonnen hat. In diesem Zeitraum stand er auch nur zehn Mal auf dem Treppchen der ersten Drei. Viel zu wenig für einen Mann seiner Klasse, das weiß 'Il Dottore' selbst am besten. Rossi habe den Absprung verpasst, meinte im Vorjahr auch sein ehemaliger Crewchief Jeremy Burgess.

Der Mann mit der Startnummer 46 hat den Motorradsport geprägt wie kein Fahrer vor ihm. Niemand hat auf zwei Rädern mehr Geld verdient als Rossi. Dass er zu den größten Piloten der Geschichte gehört, daran besteht ohnehin kein Zweifel. Für viele ist er jetzt schon der GOAT, Greatest Of All Time. Für andere wird er es nie werden. Daran ändert auch eine weitere Saison nichts.

MotoGP: Valentino Rossi 2021 bei Petronas Yamaha - die Details: (01:0 Min.)

Was bewegt diesen Mann dazu, sich im Alter von 42 Jahren noch einmal auf eine MotoGP-Welttournee zu begeben? Sich den Strapazen dieses manchmal so brutalen und schmerzhaften Sports auszusetzen? Weiterhin ein Leben aus dem Koffer zu führen, anstatt mit Freundin Francesca das Dolce Vita an der Riviera von Rimini zu genießen?

Seit über zwei Jahrzehnten ist Valentino Rossi Teil der Motorrad-Weltmeisterschaft - Foto: Monster Energy

Valentino Rossi sollte man nie - absolut nie - abschreiben, das bekamen Kritiker und Gegner in 26 WM-Saisons mehr als nur einmal am eigenen Leib zu spüren. Und doch scheint es sehr unwahrscheinlich, dass sich an seinen Erfolgszahlen in den kommenden Jahren noch viel ändern wird. Rossis Formkurve zeigte in den vergangenen Jahren konstant nach unten, der Wechsel in ein Kundenteam wird da kaum helfen, auch wenn die Petronas-Truppe ausgezeichnete Arbeit leistet. Der heiß ersehnte zehnte WM-Titel wird in diesem Umfeld nicht zu erringen sein und auch die sieben Rennsiege, die ihm auf Rekordmann Giacomo Agostini noch fehlen, scheinen schwer erreichbar.

Valentino Rossi: Ein Leben für die MotoGP

Was Rossi antreibt, ist Leidenschaft. Eine völlige Hingabe für den Job des Motorradfahrers, der einfach so viel mehr ist als nur ein Broterwerb. Diese Passion werden Menschen wie wir, die ihren Lebensunterhalt in gewöhnlichen Berufen verdienen, wohl nie völlig nachvollziehen können. Weil wir zwar an den Rennstrecken oder TV-Geräten die Emotionen der MotoGP spüren, diese aber nie derart roh und ungefiltert erleben dürfen, wie die Piloten selbst. "Ich fahre für das Gefühl, am Sonntag am Podium zu stehen und ein gutes Rennen abgeliefert zu haben. Es beschert dir ein tagelanges Hoch. Das kann man mit nichts anderem vergleichen", schwärmt Rossi.

In Anbetracht dieser Worte ist es müßig, nach logischen Beweggründen für Rossis Entscheidung zu suchen. Dieser Mann liebt, was er tut. Und bereitet damit Millionen von Menschen rund um den Erdball eine große Freude. Das ist etwas Wunderschönes, gerade in diesen Zeiten. In diesem Sinne: Viel Spaß, Vale!


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