MotoGP

MotoGP - Valentino Rossi: Wieso er Duelle persönlich macht

Valentino Rossi schuf sich in seiner MotoGP-Karriere zahlreiche Feinde. Eine Entscheidung, die der Superstar ganz bewusst traf.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Egal ob Max Biaggi, Sete Gibernau, Casey Stoner, Jorge Lorenzo oder Marc Marquez. In den vergangenen zwei Jahrzehnten legte sich Valentino Rossi mit so ziemlich allem an, was in der MotoGP Rang und Namen hat. Fast immer wurden die Duelle auf der Strecke auch zu Machtkämpfen abseits davon. Kollegen wurden damit zu Rivalen.

Eine menschlich alles andere als schöne Situation, die Rossi aber bewusst suchte und nach wie vor sucht, wie er nun gegenüber 'BT Sport' verriet: "Diese Rivalitäten geben mir den Antrieb, um mein eigenes Level zu erhöhen. Für mich ist es wichtig, den Kampf auf eine persönliche Ebene zu bringen. Dadurch ist man bereit, mehr zu geben und sich weiter zu steigern. Nur so kann ich das Maximum für mich herausholen."

Rossi zerstört Biaggi und Co.

Tatsächlich hatte Rossi mit seine Strategie fast immer Erfolg. Max Biaggi, mit dem es nach dem Barcelona-GP 2001 sogar zu Handgreiflichkeiten kam, machte gegen seinen Landsmann in der Königsklasse keinen Stich. Auch Casey Stoner ließ sich von Rossi den letzten Nerv ziehen.

Ein weiteres Opfer von 'Il Dottore' war in den frühen 2000er-Jahren Sete Gibernau. Vor allem nach Jerez 2005, als Rossi den Spanier vor dessen Fans in der letzten Kurve des Rennens ins Aus boxte, war Gibernau ein gebrochener Pilot. Er scheint noch heute mit der damaligen Niederlage zu kämpfen: "Der Sieg ging damals an einen Fahrer, der mit einem anderen kollidiert ist. So etwas sollte nicht passieren. Es ist die Verantwortung der Entscheider, solche Situationen zu vermeiden."

Sete Gibernau ärgert sich noch heute über Rossis Manöver - Foto: Honda

Gibernau ist der Meinung, dass durch Rossis knallhartes Manöver damals der Trend zu einem besonders aggressiven Zweikampfverhalten eingeleitet wurde. "Die MotoGP hat sich dadurch verändert", ist er überzeugt. "Viele Fahrer haben diese Aktion als Vorlage dafür genommen, wie sie an die Rennen herangehen. Das finde ich nicht gut. Ich will nicht, dass sich Piloten verletzen. Der Sport ist auch so schon gefährlich genug."


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