MotoGP

Marc Marquez: Nach Schulter-OP wieder fit für Sepang-Tests?

Die Schulter-Operation von Marc Marquez ist erfolgreich verlaufen. Doktor Xavier Mir gibt einen Einblick in den Ablauf des Eingriffs und die Reha-Phase.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Wie bereits im letzten Jahr musste sich Weltmeister Marc Marquez am Ende der diesjährigen Saison einer Schulter-Operation unterziehen. Marquez' Arzt, Doktor Xavier Mir, gab nach dem Eingriff einen Einblick in den Ablauf der Operation, die Reha-Phase, die auf den Honda-Piloten wartet und die Möglichkeit für Marquez, zum Sepang-Test wieder fit zu sein.

Die guten Nachrichten nimmt Doktor Mir bei einem Interview mit 'MotoGP.com' gleich vorweg: "Die Operation ist gut verlaufen", so Mir. Deshalb ist Marquez nun auch bei weitem nicht so anschlagen wie nach seinem letzten Eingriff im Winter 2018. "Er ist immer gut drauf und wirkt glücklich. Gestern hat er sich im OP schon nett mit den Schwestern unterhalten und heute in seinem Zimmer auch. Er ist ein Mensch mit einer sehr liebenswürdigen Persönlichkeit und weil er dieses Mal viel weniger Schmerzen hat, geht es ihm jetzt sogar noch besser als beim letzten Mal."

Eingriff ähnlich wie im letzten Jahr

Denn in Voraussicht auf die kommende Saison haben sich Fahrer, Umfeld und Ärzte dazu entschieden, diesen Eingriff schon vorzunehmen, obwohl die Verletzung des Spaniers noch bei weitem nicht so schlimm war wie im letzten Jahr. "Wir wollten vor allem vermeiden, so einen Eingriff im Laufe der nächsten Saison vornehmen zu müssen", erläutert Mir. "Hätte er sich in der Saison noch häufiger die Schulter ausgekugelt, dann hätte die Verletzung so ernst werden können wie in seiner linken Schulter letztes Jahr. Deshalb haben wir diese Entscheidung gemeinsam mit seinem Team und seinem Umfeld getroffen, auch wenn sie uns nicht leicht gefallen ist."

Da die Verletzung in Marquez' rechter Schulter beinahe identisch zu der in seiner linken Schulter aus dem letzten Jahr ist, lief auch der Eingriff ähnlich ab. "Die letzte OP bestand aus zwei Teilen. Eine davon haben wir auch dieses Mal vorgenommen", so Mir. "Sie besteht darin, den Knochen zu stabilisieren und ist auch als Latarjet-Operation bekannt." Dennoch ist es ein offener Eingriff, der allerdings nur eine kleine Wunde hinterlässt.

Der zweite Teil des Eingriffs im Jahr 2018 war eine Gelenkspiegelung, auf die Marquez dieses Mal zum Glück verzichten konnte. "Dabei muss viel Flüssigkeit in das Gelenk gedrückt werden, was zu Entzündungen führen kann, die meist mehrere Tage anhalten", erklärt Mir weiter. "Das konnten wir bei dieser Operation vermeiden, da die Verletzung nicht so stark war."

Glück für Marquez, dem dadurch nicht nur große Schmerzen erspart bleiben, sondern auch eine kürzere Reha-Phase als nach der letzten Operation ins Haus steht. "Die Reha wird jetzt, auch wenn es ein ähnlicher Eingriff war, ein bisschen schneller vonstattengehen", ist sich Mir sicher. Der Spanier bestätigt auch, dass die Rehabilitation Marquez' bereits begonnen hat. "Sein Winter wird ähnlich ablaufen wie der im letzten Jahr", sagt Mir. "Der Arme muss deshalb jetzt auf seine Ferien verzichten."

Marc Marquez: Wieder fit für Sepang?

Auch wenn die verpatzten Ferien für Marquez sicher eine Enttäuschung sind, wird dem amtierenden Weltmeister wohl vor allem wichtig sein, wie schnell er wieder bei 100 Prozent Fitness angelangt sein wird, um im Kampf um den nächsten WM-Titel mitzumischen. Bei dem Eingriff im vorherigen Jahr dauerte die Reha-Phase des Spaniers lange an, erst beim ersten Europa-Rennen in Jerez erklärte der Honda-Pilot, sich wieder vollständig fit zu fühlen. Wird es im kommenden Jahr ähnlich sein?

"Es ist schwer zu sagen, wann genau Marc wieder fit sein wird", grübelt Mir. "Ich denke, bei den Testfahrten in Sepang wird er bereit sein, wenn auch nicht bei 100 Prozent Fitness." Sollte es Marquez wider Erwarten nicht nach Sepang schaffen, sind die Prioritäten aller Beteiligten klar gesetzt: "Wir müssen auf jeden Fall sicherstellen, dass er zum Saisonstart so gesund wie möglich ist", so Mir.

Die Genesungszeitnach einer solchen Verletzung datiert Mir bei 'normalen' Menschen auf etwas vier Monate. "Aber die Piloten sind daran gewöhnt, diese Zeit in den meisten Fällen um fast die Hälfte zu drücken", so der Mediziner. Auch Marquez wird dabei keine Ausnahme sein und alles daran setzen, bei den Testfahrten in Sepang wieder mit am Start zu sein.


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