MotoGP

MotoGP Assen - Marc Marquez: Wollte Rennen nicht anführen

Marc Marquez holte beim MotoGP-Rennen in Assen wieder einmal das Maximum heraus. Denn er wusste, dass er eigentlich chancenlos war.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez hat seinen WM-Vorsprung zum fünften Mal in Folge ausgebaut. Rang zwei in Assen genügte dem amtierenden MotoGP-Weltmeister, da Andrea Dovizioso als Vierter das Podest verpasste. Aus 37 Punkten Vorsprung wurden so 44 Zähler.

"Ich wusste, dass ich hier nicht um den Sieg kämpfen kann", gestand der WM-Leader nach dem Rennen. Tatsächlich konnte Marquez in Assen nur eine einzige Führungsrunde verbuchen und damit so wenige wie zuletzt beim MotoGP-Saisonauftakt in Katar. "Ich wollte hier einfach nur auf das Podium."

Marquez mit Strategiewechsel

Darauf richtete Marquez am Sonntag auch seine Strategie aus, als er sich für die weichste der drei Hinterrad-Mischungen entschied. "Ich wollte am Anfang mit den beiden Yamaha vor mir mitgehen und wusste, dass ich auf dem weichen Reifen 15 gute Runden habe. Und dann wollte ich schauen, was noch möglich ist."

"Hätte ich den harten Hinterreifen gewählt, hätte ich das ganze Rennen lang Probleme gehabt, wäre vielleicht irgendwo in der Umgebung von Dovizioso gefahren und dann kann jederzeit etwas passieren", so Marquez. Stattdessen konnte er sich aber früh gemeinsam mit den beiden Yamaha-Piloten Fabio Quartararo und Maverick Vinales absetzen und profitierte - so wie das gesamte Feld - vom Ausfall des Führenden Alex Rins in der dritten Runde.

Führung nicht gewollt

Dass Marquez in der 11. Runde plötzlich in Führung lag und in Lap 18 erneut für einige Kurven das Feld anführte, war ihm gar nicht so recht: "Ich wollte dieses Rennen überhaupt nicht anführen, denn wenn du vorne wegfährst, nutzt du deinen Reifen mehr ab. Ich wollte den Windschatten von Vinales nutzen, um mich vom Rest des Feldes abzusetzen."

Das gelang zu Mitte des Rennens und nach einem kleinen Fehler von Quartararo konnte Marquez auch den Polesitter stehen lassen. Für den zweiten Platz musste er seine Honda danach nur noch ins Ziel bringen. "Mir war klar, dass ich mit dieser Reifenwahl gegen Ende des Rennens chancenlos sein würde. Aber mit 20 Punkten haben wir letztlich das Maximum aus Assen herausgeholt. Denn wie ich schon am Samstag betont habe, spielen Maverick und Fabio in der WM aktuell keine Rolle. Auch das hatte ich im Hinterkopf."

Der Zwischenstand in der Weltmeisterschaft gibt Marc Marquez recht: Mit 160 Punkten liegt er 44 Punkte vor Dovizioso und bereits 52 vor Danilo Petrucci bzw. 59 vor Rins. Schon am kommenden Wochenende geht es an den Sachsenring, wo Marquez seit 2010 jedes Rennen gewonnen hat. Damit darf er sich berechtigte Hoffnungen machen, mit umgerechnet mehr als zwei Siegen Vorsprung auf den Rest des Feldes in die Sommerpause zu gehen.


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