MotoGP

MotoGP - Jorge Lorenzo reist nach Japan zu Honda: Warum?

Jorge Lorenzo flog direkt nach dem Mugello-GP in die HRC-Zentrale nach Japan. Das sorgt für wilde Spekulationen bis hin zur vorzeitigen Vertragsauflösung.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Sechs MotoGP-Rennen hat Jorge Lorenzo nun bereits für Honda bestritten, nicht ein einziges Mal schaffte er es dabei in die Top-Ten. Selbst auf seinen Paradestrecken Jerez und Mugello reichte es nur den Positionen elf und 13. In der Gesamtwertung liegt Lorenzo nur auf dem 14. Platz und ist so mit Abstand schlechtester HRC-Pilot, 21 Zähler hinter Takaaki Nakagami.

Es muss sich also schnell etwas ändern für Lorenzo bei Honda, so viel ist klar. Deshalb setzt man nun auf ungewöhnliche Methoden. Direkt nach dem MotoGP-Rennwochenende in Mugello ging es für Lorenzo in die HRC-Zentrale nach Japan. Spekulationen im Paddock waren die sofortige Folge. Die Vermutungen, was der Grund für die Reise sein könnte, reichten von einem klärenden Gespräch zwischen den Honda-Bossen und Lorenzo bis hin zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung.

Das Gerücht über ein verfrühtes Lorenzo-Aus bei HRC brachte niemand geringerer als Rekordweltmeister Giacomo Agostini ins Rollen. "Die Zusammenarbeit zwischen Lorenzo und Honda könnte früher enden", sagte er im Gespräch mit 'TV8'. "Er hat zwar einen Zweijahresvertrag, aber Verträge können gemacht sein, um gebrochen zu werden. Ich habe gehört, dass er nach Japan fliegt, um den Vertrag aufzulösen."

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Die Wahrheit dürfte aber wohl woanders liegen. Die offizielle Version von Honda und Lorenzo ist die, dass die Japan-Reise zu dringenden Anpassungen an der Ergonomie der RC213V dient. "Ich glaube, dass wir in diesem Bereich die größten Fortschritte machen können, weil wir beim Motor und der Aerodynamik ja stark limitiert sind", so Lorenzo. "Deshalb erschien es uns als beste Lösung, nach Japan zu fliegen und dort einige Tage lang hart an einer Lösung zu arbeiten."

Zickige Honda macht Lorenzo das Leben schwer

Die 2019er-Honda gilt als überaus schwierig zu fahrendes Motorrad. Das stellten Lorenzo und auch Cal Crutchlow wiederholt klar, nur Ausnahmekönner Marc Marquez scheint die Maschine aktuell voll zu beherrschen. "Honda hat bei der Motorleistung stark zugelegt, aber das führt oft zu Problemen in anderen Bereichen, etwa dem Verhalten am Kurvenausgang oder beim Bremsen am Eingang", erklärt Lorenzo."

Erstmals hat Lorenzo von 14. bis 16. Juni die Möglichkeit, Anpassungen an seiner Honda auf der Strecke auszuprobieren. Da steht sein Heimrennen in Barcelona auf dem Programm, am Montag nach dem Grand-Prix-Wochenende folgt ein für Lorenzo zweifelsohne extrem wichtiger Test am Circuit de Catalunya.


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