MotoGP

MotoGP: Topspeed-Nachteil? So reagieren die Yamaha-Fahrer

In Mugello dürfte die lange Gerade die MotoGP-Asse von Yamaha schmerzen. Wie wollen sie ihren Topspeed-Nachteil ausgleichen?
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Ist Mugello eine gute oder schlechte Strecke für Yamaha? Eine klare Antwort auf diese Frage war den vier MotoGP-Assen des japanischen Herstellers am Donnerstag im Fahrerlager nicht zu entlocken.

"Die Yamaha ist gut fahrbar, aber wir bekommen auf den Geraden Probleme. Und hier ist die Gerade sehr lange", führte Valentino Rossi in einer Pressekonferenz aus. "Wir müssen daher jede Kurve genau studieren und das Maximum herausholen um ein hohes Tempo mitzunehmen. Es gibt einige Schikanen und mittelschnelle Kurven - auf dem Papier könnte das unserem Motorrad liegen."

Wenn nur nicht die mehr als einen Kilometer lange Gerade wäre, auf der Yamahas Gegner regelmäßig die Marke von 350 km/h knacken. Denn während die schnellen Kurven des Mugello-Kurses der M1 entgegenkommen sollten, drohen Rossi, Vinales und Co. über Start/Ziel zu verhungern. Zuletzt mahnte Rossi in Le Mans bereits, dass dem Motor ein paar PS fehlen würden.

Maverick Vinales analysierte die Ausgangssituation in Mugello ähnlich wie sein Teamkollege: "Grundsätzlich sollten wir hier das Potenzial unserer Yamaha nutzen können, aber wir müssen abwarten. Die Gerade ist sehr lang, aber die letzte Kurve ist schnell und daher kommt es nicht so sehr auf die Beschleunigung an, wenn du mit genügend Speed aus der Kurve kommst. Falls wir dort viel verlieren, müssen wir es in den schnellen Kurven wettmachen."

Zusätzliches Problem bei Vinales

Das ist freilich einfacher gesagt als getan. Für Vinales kommt auf den Geraden ein weiteres Problem hinzu, das eventuell durch die Winglets bedingt ist: "Wenn ich hinter anderen Motorrädern fahre, wird mein Bike sehr unruhig und wackelt. Das bringt dich so sehr aus dem Konzept, dass du Probleme hast, auf den Geraden voll am Gas zu bleiben. Das verstärkt die Topspeed-Probleme natürlich noch weiter."

Franco Morbidelli vom neuen Petronas-Kundenteam sprach die Strategie für dieses Wochenende offen aus: "Wir müssen versuchen so spät wie möglich zu bremsen und das Gas so früh wie möglich wieder aufzudrehen. Seit dem ersten Test sind wir mit diesem Motorrad gut unterwegs, jetzt ist es Zeit, dass wir damit herausragend fahren. Ich hoffe, dass Mugello dafür die Initialzündung ist."

Aber liegt die Strecke dem Motorrad nun oder nicht? "Von dem, was ich in den ersten fünf Rennen von der Yamaha gesehen habe, gehe ich mit einem guten Gefühl in dieses Wochenende." Ebenfalls entspannt gab sich MotoGP-Rookie Fabio Quartararo, der geschickt an dieser Frage vorbeimanövrierte: "Ich gehe dieses Wochenende an wie jedes andere. Ich gebe einhundert Prozent und hole das Maximum aus meinen Möglichkeiten. Mit dem Fahrverhalten des Bikes bin ich seit Saisonbeginn sehr zufrieden."

In Mugello stand seit 2016 immer zumindest eine Yamaha auf dem Podest. Das gelang dem japanischen Hersteller nur auf drei weiteren Strecken: Jerez, Barcelona und Sepang. Die Punkte für die Konstrukteurs-Wertung hätte Yamaha bitter nötig, denn aktuell liefert man sich einen Kampf mit Suzuki um den dritten Rang und hat vor dem Rennen in Mugello nur drei Punkte Vorpsrung.


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