Moto2

Lorenzo Baldassarri: MotoGP-Aufstieg nicht um jeden Preis

Drei Siege in den ersten fünf Moto2-Rennen: Lorenzo Baldassarri ist die heißeste Aktie auf einen MotoGP-Aufstieg. Den will er aber nicht um jeden Preis.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Ist Lorenzo Baldassarri der nächste MotoGP-Aufsteiger? Der 22-jährige Italiener führt nach drei Siegen die Gesamtwertung der Moto2 an und brachte sich dadurch automatisch in die Notizbücher der MotoGP-Teammanager. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass diese ihre Schäfchen für die kommende Saison wohl bis zur Sommerpause im Trockenen haben wollen.

Damit geht es im Aufstiegspoker für Baldassarri in den nächsten Wochen eventuell schon um den ganz großen Wurf für 2020. Der Moto2-Gesamtführende gab sich am Donnerstag in Mugello aber bedächtig: "Klar wäre das ein Traum für mich und ich will das so bald wie möglich erreichen. Aber ich hätte gerne eine echte Chance, in der ich nicht nach nur einem Jahr wieder in die Moto2 muss."

Damit spielt der Italiener auf einige MotoGP-Aufstiege der letzten Jahre an, die nicht gutgingen und nach nur einer Saison wieder zu Ende waren. Das betraf etwa 2017 den Briten Sam Lowes oder im Vorjahr Tom Lüthi. "Wir müssen abwarten, was in den kommenden Rennen passiert", zeigte sich Baldassarri geduldig."

VR46 Academy verpflichtet

Seine Karriere ist allerdings in besten Händen, denn niemand geringerer als Uccio, Valentino Rossis langjähriger bester Kumpel, kümmert sich um die Verträge der Schützlinge der VR46 Academy, zu denen auch Baldassarri gehört. Ein Erfolg verpflichtet bei diesem Background geradezu zum Aufstieg, denn die Akademie stellte mit Franco Morbidelli und Francesco Bagnaia die letzten beiden Moto2-Weltmeister, die beide im Folgejahr den Aufstieg in die MotoGP schafften.

Ob das auch Baldassarri gelingt, ist noch unklar. Immerhin ist es für den 22-Jährigen schon die sechste Saison in der Moto2. Zudem hat er aufgrund seiner Größe (1,83 Meter) einen eigenwilligen Fahrstil entwickelt. So analysierte Valentino Rossi am Donnerstag in Mugello: "Er trainiert sehr hart und ist sehr schnell. Doch er hat seinen ganz eigenen Stil - sehr flüssig und technisch sauber. Damit passt er eigentlich besser in die MotoGP als in die Moto2."

"Zunächst soll er sich aber auf die Moto2 konzentrieren und dort seine Chance auf den WM-Titel nutzen. Dann kann er sich nach einem Platz in der MotoGP umsehen", so Rossi. Diese Aussage konterkariert allerdings die Vorgehensweise des VR46-Managements der vergangenen Jahre. So unterschrieb Morbidelli einen MotoGP-Vertrag mitten im Moto2-Titelkampf, Francesco Bagnaias Aufstieg wurde sogar schon vor dem Saisonstart unter Dach und Fach gebracht. Wenn Baldassarri weiterhin Rennen gewinnt, dürften jedenfalls einige Hersteller ihre Fühler ausstrecken.


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