MotoGP

MotoGP-Analyse: Darum ging es im Finish in Thailand ab

Im MotoGP-Rennen in Thailand lag das Feld lange beisammen, weil eine Angst umging. So konnten die Top-Fahrer am Ende auf Reserven zugreifen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Das erste MotoGP-Gastspiel in Thailand endete mit einem Sieg von Marc Marquez, den er im Duell mit Andrea Dovizioso erst in der letzten Kurve unter Dach und Fach bringen konnte. Dahinter sicherte sich Maverick Vinales mit einem starken Endspurt Yamahas ersten Podestplatz seit der Sommerpause. Das Rennen in Buriram in der Analyse:

MotoGP Thailand: Die Analyse zum Rennen: (18:50 Min.)

Thailand-GP: Kein Reifenpoker

Ein Reifenpoker war der erste Grand Prix von Thailand nicht. Denn diesmal war die Reifenwahl im Grid ziemlich eindeutig: Bis auf Aleix Espargaro entschieden sich alle Fahrer für den harten Hinterreifen. Von diesen Fahrern kombinierten 16 diesen Pneu mit dem harten Vorderreifen, lediglich sechs mit dem Medium (Zarco, Iannone, Miller, Bautista, Simeon und Torres). Insgesamt gab es deshalb nur drei verschiedene Reifenkombinationen.

Bei über 50 Grad Asphalttemperatur war die Angst vor einem massiven Reifenverbrauch groß. "Im Rennen müssen wir die Reifen über 27 Runden bringen und noch weiß niemand, ob sie das aushalten", äußerte Dovizioso am Samstag nach dem Qualifying seine Bedenken.

Kein Einbruch gegen Ende

Die Befürchtungen traten nicht ein, da sich alle Top-Fahrer das Rennen gut einteilen konnten. Das Tempo zu Beginn war daher nicht allzu hoch. Aber so fielen bei niemandem die Rundenzeiten gegen Ende aufgrund eines abgefahrenen Reifens eklatant ab. Das zeigt ein Vergleich der Einzelrundenzeiten.

Die Rundenzeiten der Top-7

Fahrer Beste Lap Zweitschlechteste 2. Runde 26. Runde
Marquez 1:31,471 +1,018 1:32,579 -0,492
Dovizioso 1:31,492 +1,033 1:32,525 -0,342
Vinales 1:31,602 +0,743 1:32,981 -0,727
Rossi 1:31,500 +1,237 1:32,529 -0,589
Zarco 1:31,704 +1,003 1:32,655 -0,585
Rins 1:31,686 +0,884 1:33,165 -0,947
Crutchlow 1:31,664+1,127 1:32,539 +0,252

Der Unterschied zwischen der schnellsten Runde und der zweitlangsamsten Einzelzeit betrug bei Marquez und Dovizioso nur knapp über eine Sekunde. Bei Rossi und Crutchlow lag dieser Wert eine bis zwei Zehntelsekunden darüber, bei Vinales und Rins sogar deutlich unter einer Sekunde.

Der Vergleich der zweiten und der vorletzten Runde zeigt sogar, dass sich die Fahrer das Rennen so einteilten, dass sie gegen Ende noch Reserven mobilisieren konnten. So war Marquez in der 26. Runde um fast eine halbe Sekunde schneller als im zweiten Umlauf, Dovizioso immerhin 0,342 Sekunden. Maverick Vinales und Alex Rins, der in seiner zweiten Runde noch im Mittelfeld festhing, konnten noch deutlicher zulegen.

In den Top-7 konnte sich nur Crutchlow im Vergleich der zweiten Runde zur vorletzten nicht steigern. Der wurde im letzten Renndrittel aber auch vom vierten auf den siebenten Rang durchgereicht.

Der Endspurt von Vinales und Zarco

Vor allem Maverick Vinales und Johann Zarco konnten gegen Ende große Reserven mobilisieren. Von Runde 19 bis 22 war Vinales viermal in Folge der schnellste Mann im Feld, ehe Zarco in den letzten vier Umläufen dreimal die schnellste Einzelzeit erzielte.

Vinales war in der Gesamtzeit der letzten acht Runden damit der absolut schnellste Fahrer. Insgesamt 0,543 Sekunden holte er auf Marquez in diesem Zeitraum auf und 0,872 auf Dovizioso. In diesem letzten Renndrittel war er 1,829 Sekunden schneller als Rossi, weshalb er diesem auch den Podestplatz entreißen konnte. Der Italiener versuchte zwar in der vorletzten Runde eine letzte Attacke, musste in der letzten Runde aber zurückstecken.

Zarco war nicht ganz so schnell, verlor auf Sieger Marquez aber nur 0,364 Sekunden und war damit beinahe gleich schnell wie Dovizioso in seinen letzten acht Runden. Zarco konnte daher im Finish noch drei Plätze gutmachen, auch wenn einer davon durch den Ausfall von Dani Pedrosa bedingt war.


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