MotoGP

MotoGP - Marc Marquez: Wünsche mir Frieden mit Valentino Rossi

Seit ihrer Kollision im MotoGP-Rennen von Argentinien herrscht zwischen Marc Marquez und Valentino Rossi erneut Funkstille. Marquez würde das gerne ändern.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Seit der Ankunft von Marc Marquez in der MotoGP-Klasse 2013 gleicht sein Verhältnis mit Valentino Rossi einer Achterbahnfahrt. Zu Beginn verstanden sich die beiden Ausnahmekönner ausgezeichnet, Rossi lud Marquez sogar zum gemeinsamen Training auf seine Ranch ein. Diese Freundschaft hielt bis 2015, als sich die Alphatiere der MotoGP bereits in Argentinien und Assen in die Quere kamen, ehe der Streit mit der Kollision von Sepang völlig eskalierte.

2016 kühlte die Auseinandersetzung etwas ab, nach dem tragischen Tod von Luis Salom in Barcelona und einem tollen Duell zwischen Rossi und Marquez im Rennen am Sonntag gab es den ersten Handschlag zwischen den beiden Streithähnen seit dem Sepang-Clash. Es schien wieder Hoffnung auf Frieden im MotoGP-Paddock zu geben, doch diese wurde in Argentinien 2018 erneut zerstört.

Marquez krachte bei einem Überholmanöver gegen Rossi in das Motorrad seines Kontrahenten, wodurch dieser zu Sturz kam. Rossi setzte daraufhin zu einer Wutrede an, in der er erklärte, Angst davor zu haben, sich mit Marquez die Strecke zu teilen. Rossi ging sogar so weit, Marquez zu unterstellen, er würde den Motorradsport zerstören.

Seither herrscht zwischen VR46 und MM93 erneut Eiszeit. Ein Umstand, den Marquez gerne ändern würde. "Ich würde gerne Frieden mit Valentino schließen. Ich habe kein Problem mit ihm", erklärte er im Gespräch mit 'Sky Sport Italia'. "Vor den Vorfällen in Argentinien war alles viel ruhiger. Leider habe ich dort einen Fehler gemacht und zu allem Überfluss auch noch mit Valentino. Ich habe danach auch versucht, mich zu entschuldigen."

Rossi hat keine Lust auf Marquez-Entschuldigung

Tatsächlich hob Marquez direkt nach dem Kontakt die Hand, um sich bei Rossi zu entschuldigen und marschierte nach dem Rennen in Begleitung von Manager Emilio Alzamora und Repsol-Honda-Teamchef Alberto Puig zur Box von Rossi, um dort um Verzeihung zu bitten. Dort wurde er aber von dessen Kumpel 'Uccio' Salucci verscheucht. Später am Abend erklärte Marquez seine Sicht der Dinge: "Gegen Valentino habe ich meiner Meinung nach nichts Verrücktes gemacht. Die Streckenbedingungen waren einfach schwierig. An dieser Stelle war die Ideallinie trocken, aber ich bin beim Überholen auf einen nassen Fleck gekommen, das Vorderrad hat blockiert und ich musste von der Bremse. Deshalb ist es zum Kontakt gekommen. Ich habe noch versucht die Kurve zu bekommen, aber er ist gestürzt. Ich habe mich auch bei ihm gleich entschuldigt und wollte das später noch einmal in der Box machen. Er wollte das aber nicht. Das muss ich respektieren."

Rossi meinte, Marquez hätte eine Entschuldigung sowieso nicht ernst gemeint: " Das war doch nur ein PR-Scherz! Zunächst einmal hatte er nicht einmal die Eier, alleine in meine Garage zu kommen. Er kam - wie immer - mit seinem Manager, mit Honda und vor all den TV-Kameras. Denn nur darum geht es ihm. Er schert sich nicht um mich. Ich will nicht mit ihm reden, denn ich weiß, dass er nicht ernst meint, was er sagt."

Der Crash in Argentinien 2018 ließ die Rivalität zwischen Rossi und Marquez wieder aufleben - Foto: MotoGP/Twitter

Marquez: So denkt er über Pfiffe der Rossi-Fans

Zu einer Aussprache ist es bis heute nicht gekommen, wodurch auch Spannung zwischen den Fanlagern herrscht. Vor allem die Rossi-Fans sorgen immer wieder für Pfeifkonzerte gegen Marquez. Ein Verhalten, dass dieser bereits mehrmals als unsportlich kritisiert hatte. "Stören mich die Pfiffe auf dem Podium? Nicht wirklich, ich würde eher sagen, ich mag sie nicht", so Marquez nun. "Ich mag sie deshalb nicht, weil wir auf der Strecke über 300 Stundenkilometer fahren und somit jedes Mal, wenn wir uns auf das Motorrad setzen, unser Leben riskieren. Als Fan sollte man sich an Überholmanövern erfreuen, egal in welchen Farben der jeweilige Pilot unterwegs ist. Mir wäre es am liebsten, alle Fahrer würden in denselben Farben antreten."

Marquez zieht einen Vergleich zu anderen Sportarten, in denen er nicht als Athlet, sondern als Zuseher auftritt: "Es ist wie im Fußball. Ich bin Fan des FC Barcelona, aber wenn Real Madrid besser gespielt hat und die drei Punkte verdient hat, dann applaudiere ich ihnen auch."


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