MotoGP

MotoGP - Marc Marquez: Gegen Rossi nichts Verrücktes gemacht

Marc Marquez sieht nach seiner Kollision mit Valentino Rossi im MotoGP-Rennen von Argentinien kein Fehlverhalten seinerseits. Seine Sicht der Dinge.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Das Verhältnis zwischen Valentino Rossi und Marc Marquez schien sich zuletzt gerade wieder etwas zu normalisieren. Doch dann kam der Argentinien-Grand-Prix. Nachdem Marquez im MotoGP-Rennen von Termas de Rio Hondo in die Yamaha Rossis krachte und ihn so zu Sturz brachte, lodert die Feindschaft der beiden Superstars wieder richtig auf.

Generell erntete Marquez für sein Verhalten am Sonntag in Argentinien praktisch ausschließlich Kritik. Am Start würgte er zunächst seine Honda ab und fuhr dann verbotenerweise gegen die Fahrtrichtung zurück in die Startaufstellung, wofür er eine Ride-Through-Strafe erhielt. Dann kollidierte er mit Aleix Espargaro und musste sich einen Platz zurückfallen lassen. Der Crash mit Rossi war schließlich die Krönung, für die Marquez 30 Sekunden Zeitstrafe erhielt und von Rang fünf auf P18 zurückrutschte.

Das hatte Marquez am Sonntagabend zu seiner Verteidigung zu sagen:

Marc Marquez über…

…den Zwischenfall am Start: "In der Startaufstellung ist mir der Motor abgestorben. Es dürfte ein Elektronikproblem gewesen sein. So etwas ist bislang noch nie passiert. Ich habe dann versucht das Motorrad schnellstmöglich wieder zu starten, um den Start nicht zu sehr zu verzögern. Es ist wieder angesprungen, aber ich wusste nicht, was ich jetzt machen muss. Wenn der Motor aus ist, ist es klar, dass du an die Box musst, aber er lief ja wieder. Es waren dann ein Marshall bei mir und ich habe ihn gefragt, was ich machen muss. Er wusste es aber anscheinend selbst nicht. Ich habe dann einen zweiten Marshall gesehen, der mir mit einer 'Daumen hoch'-Geste signalisiert hat, dass ich wieder in die Startaufstellung fahren kann. Das habe ich gemacht. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum ich die Ride-Through-Strafe bekommen habe, wenn mir doch signalisiert wurde, dass es okay war."

…die Kollision mit Aleix Espargaro: "Nach der Strafe habe ich natürlich voll gepusht. Den größten Fehler habe ich sicher gegen Aleix gemacht. Als ich ihn eingeholt habe, war ich etwa vier Sekunden schneller als er. Das habe ich nicht realisiert und mich deshalb verschätzt. Ich habe noch versucht den Kontakt zu vermeiden, aber es ist mir nicht gelungen. Ich habe mich bei ihm auch sofort entschuldigt. Dann musste ich mich einen Platz zurückfallen lassen. Ich habe sogar zwei Fahrer vorbeigelassen, um auf Nummer sicher zu gehen."

…seinen Crash mit Valentino Rossi: "Gegen Valentino habe ich meiner Meinung nach nichts Verrücktes gemacht. Die Streckenbedingungen waren einfach schwierig, das hat man auch bei den Zwischenfällen von Zarco und Pedrosa oder Petrucci und Aleix gesehen. An dieser Stelle war die Ideallinie trocken, aber ich bin beim Überholen auf einen nassen Fleck gekommen, das Vorderrad hat blockiert und ich musste von der Bremse. Deshalb ist es zum Kontakt gekommen. Ich habe noch versucht die Kurve zu bekommen, aber er ist gestürzt. Ich habe mich auch bei ihm gleich entschuldigt und wollte das später noch einmal in der Box machen. Er wollte das aber nicht. Das muss ich respektieren."

…Rossis Vorwürfe, er wäre bewusst mit ihm kollidiert: "Ich habe nichts absichtlich gemacht. In meiner gesamten Karriere bin ich nie mit einem Fahrer kollidiert in der Hoffnung, dass er zu Sturz kommt. Wenn Valentino das glaubt, dann täuscht er sich. Ich habe immer versucht, das zu vermeiden. Manchmal sind Überholmanöver sauberer, manchmal härter. Heute war das einfach eine Konsequenz der Streckenbedingungen. Ich bin ein Rennen bei 100 Prozent gefahren und wollte so viel Boden wie möglich gut machen. Die Verhältnisse waren schwierig. Valentino war auch einmal 25 Jahre alt so wie ich. Daran sollte man sich erinnern. Seine Aussagen kümmern mich nicht. Ich konzentriere mich nur darauf, was ich selbst sage. Ich weiß was passiert ist. Es wurden Fehler gemacht, so viel ist klar. Einige davon von mir, andere von der Rennleitung."


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