MotoGP

MotoGP - Casey Stoner vor Ducati-Aus: Nutzen Feedback nicht

Casey Stoner hat anscheinend einmal mehr genug von Ducati. Er fühlt sich als Testfahrer nicht ausreichend wertgeschätzt und wird sich wohl zurückziehen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Casey Stoner und Ducati - das ist eine der ganz großen Liebesgeschichten der MotoGP. Als bislang einziger Fahrer konnte der pfeilschnelle Australier auf einer Desmosedici den Titel in der Königsklasse holen, in 67 Grands Prix feierte man zusammen nicht weniger als 23 Rennsiege.

Die sportliche Traumehe hatte aber auch ihre Tiefpunkte. Als Stoner 2009 mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, buhlte Ducati bereits hinter dessen Rücken um die Dienste von Jorge Lorenzo. Für Stoner ein klarer Vertrauensbruch, der 2010 zum Abschied von den Italienern führte.

Stoner dockte bei Honda an, wo er 2011 und 2012 noch zwei MotoGP-Saisons bestritt, ehe er sich in den frühen Ruhestand verabschiedete und nur noch als Testfahrer im Einsatz war. Ein Rennen sollte Stoner für Honda noch bestreiten, die 8 Stunden von Suzuka 2015. Ein Defekt an der Maschine sorgte für einen schlimmen Sturz Stoners, bei dem er sich mehrere Brüche zuzog. Es dauerte lange, ehe Honda die Verantwortung für den Crash übernahm. Für Stoner zu lange. Nachdem man bereits im Frühling kein Interesse an Stoner als Ersatz für den verletzten Dani Pedrosa gezeigt hatte, war seine Geduld mit Honda aufgebraucht und er kehrte zu Ducati zurück.

Stoner bei Ducati unzufrieden

Nach drei Saisons als Testfahrer auf der Desmosedici scheint sich Stoner in seiner Rolle aber erneut nicht wohlzufühlen. Gerüchte, wonach er nach 2018 nicht mehr für Ducati testen werde, sondern nur noch als Botschafter für die Marke fungieren soll, machen bereits seit längerem die Runde. Ducatis Paolo Ciabatti erklärte, dass Stoner immer noch mit gesundheitlichen Problemen nach seinem schweren Sturz und einer erneuten Operation kämpfe und deshalb den Job als Testfahrer nicht voll ausfüllen könnte.

Steigt Casey Stoner noch einmal auf die MotoGP-Ducati? - Foto: gp-photo.de

Eine Darstellung, der Stoner entschieden widerspricht. "Meine Schulter ist kein Problem beim Testen für Ducati", stellt er gegenüber der 'Gazzetta dello Sport' klar. "Ich habe damit schon wieder ganz normal trainiert und bin auch Motocross gefahren. Ich liege im Zeitplan, um im Winter wieder für Ducati testen zu können." Stoner könnte also wohl wieder für Ducati testen, die Frage ist aber, ob er es will.

Denn der zweifache MotoGP-Champion hat das Gefühl, dass man seine Entwicklungsarbeit bei Ducati nicht ausreichend wertschätzt. "Auf mich wirkt es so, als würden sie meine Daten und das Feedback, das ich ihnen gebe, nicht nutzen. Ich habe schon lange Veränderungen vorgeschlagen, die sie sich anscheinend weigern umzusetzen. So habe ich keine Lust, zu testen und dabei etwas zu riskieren. Um ordentliche Ergebnisse zu erzielen, muss ich schließlich nah am Limit fahren."

Stoner: Kein Ducati-Poster-Boy

Was den Job als Testfahrer betrifft, scheinen die Zeichen für Stoner bei Ducati also auf Abschied zu stehen. Und das könnte seine vollständige Trennung von der Marke bedeuten. "Ich bin zu Ducati zurückgekehrt, um hier mit harter Arbeit zu helfen, eine weitere Weltmeisterschaft zu gewinnen. Nichts würde mich mehr freuen, als mit Ducati noch einen Titel zu feiern. Ich will aber nicht einfach nur ein Poster-Boy für dieses Unternehmen sein", verdeutlicht Stoner seine Ambitionen.


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