MotoGP

Jonas Folger: So soll es mit dem MotoGP-Comeback klappen

Jonas Folger musste auf eine Teilnahme an der MotoGP-Saison 2018 verzichten. Das Ende seiner Karriere in der Königsklasse soll das aber nicht gewesen sein.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP muss 2018 zum ersten Mal seit 2011 ohne einen deutschen Fahrer auskommen. Jonas Folger gab Mitte Januar bekannt, in dieser Saison keine Rennen zu bestreiten. Nach seiner im Herbst diagnostizierten Krankheit - Folger leidet am Gilbert-Syndrom, weshalb sein Körper Giftstoffe nicht richtig abbauen kann - fühle er sich physisch und mental nicht in der Lage, in der MotoGP an den Start zu gehen.

Die Karriere von Folger in der Königsklasse liegt damit aktuell auf Eis, zu Ende soll sie jedoch noch nicht sein. Natürlich wird es mit seiner Vorgeschichte für Folger aber schwierig. Trotz seines zweifelsohne großen Talents, das er letztmals mit Platz zwei im Vorjahr am Sachsenring unter Beweis stellte, werden viele Teambesitzer Bedenken haben, einen Fahrer mit Folgers Krankenakte unter Vertrag zu nehmen.

Sein Management - Folger steht bei der US-amerikanischen Wasserman Group unter Vertrag und wird dort von Rhys Edwards betreut - kann sich deshalb eine MotoGP-Rückkehr für den 24-Jährigen vorstellen. "Vielleicht schaffen wir es, Jonas einen Job als Testfahrer zu verschaffen oder ihm einige Wildcards zu ermöglichen", erklärt Rhys Edwards im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.

Jonas Folger doch MotoGP-Stammfahrer 2019?

Bei welchem Team oder Hersteller das passieren soll, ist freilich noch völlig offen. Möglich ist natürlich auch nach wie vor ein Comeback als Stammfahrer. Das Starterfeld für die kommende Saison füllt sich aber nach und nach, sieben Plätze sind bereits vergeben. Folger hat im Gegensatz zu allen anderen Piloten aktuell keine Möglichkeit, sein Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen.

Das Vertrauen in Folger müsste für eine Verpflichtung also schon sehr groß sein. Ein Mann, bei dem Folger dieses Vertrauen definitiv genießt, ist sein bisheriger Teamchef bei Tech3, Herve Poncharal. "Wenn mich Jonas davon überzeugen kann, dass er wieder voll fit und bereit ist, um 19 oder 20 Rennen plus Testfahrten zu bestreiten und den zusätzlichen Stress einer MotoGP-Saison wegzustecken, dann liegt es an mir, meine Partner und Sponsoren zu überzeugen", erklärte Poncharal im Rahmen der MotoGP-Testfahrten in Thailand Mitte Februar gegenüber 'Autosport'.

Im Team von Tech3 fühlte sich Jonas Folger pudelwohl - Foto: Tech3

Poncharal ist sich der Schwierigkeit seiner Mission bewusst, wirkt aber entschlossen, Folger noch einmal eine Chance zu geben: "Es wird vielleicht nicht einfach, weil es Leute geben wird, die an ihm zweifeln. Ich werde aber 120 Prozent geben, um sie zu überzeugen."

KTM-Umbruch als MotoGP-Chance für Jonas Folger?

Das Team von Tech3 befindet sich aktuell jedenfalls in einer Phase des Umbruchs. 2019 wechselt man nach zwei Jahrzehnten Zusammenarbeit mit Yamaha auf KTM-Material und erhält dabei volle Werksunterstützung aus Österreich. Fahrer hat man für die kommende Saison noch keinen verpflichtet. Hafizh Syahrin erhielt als Ersatz für Folger einen Einjahresvertrag für 2018, auch der Kontrakt mit Johann Zarco läuft mit Saisonende aus. An dem Franzosen sind aktuell praktisch alle Hersteller der MotoGP dran, vor allem ein Wechsel zu Repsol Honda steht im Raum. Durchaus möglich also, dass für 2019 zwei Plätze im Rennstall von Herve Poncharal frei werden.


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