MotoGP

MotoGP 2018: Marc Marquez kritisiert Michelin-Entscheidung

Michelin hat schon vor Katar die Reifenmischungen für alle MotoGP-Rennen 2018 festgesetzt. Marc Marquez erklärt, warum das für ihn der falsche Weg ist.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Michelin geht 2018 in seine dritte MotoGP-Saison seit dem Comeback als neuer Einheits-Lieferant für die Reifen. Im dritten Jahr gehen die Franzosen neue Wege in der Königsklasse der Motorrad-WM: Bereits vor dem Saisonauftakt am Wochenende auf dem Losail International Circuit in Katar steht fest, welche Mischungen zu den 19 Rennen der Saison 2018 gebracht werden. Nicht alle Fahrer sind davon begeistert.

Man hat Stabilität und kann mehr mit dem Motorrad arbeiten.
Andrea Dovizioso

Dadurch fällt aus Sicht der Zuschauer ein Spannungsfaktor weg. In den letzten beiden Jahren war Michelin durch seine Herangehensweise mit verantwortlich dafür, dass an der Spitze Abwechslung herrschte. 2016 und 2017 wurden die verfügbaren Reifenmischungen erst von Rennwochenende zu Rennwochenende bekannt gegeben. Die Mehrheit der Fahrer findet Gefallen an dieser neuen Strategie, unter anderem Andrea Dovizioso und Valentino Rossi.

"In gewisser Weise braucht man etwas Glück. Der Reifen muss zum Bike und zum Fahrstil passen. Auf der anderen Seite ist das aber gut. Man hat Stabilität und kann mehr mit dem Motorrad arbeiten", steht der amtierende Vizeweltmeister dem aufgeschlossen gegenüber. Ebenso Rossi: "Für mich ist das gut. Ich denke, die Reifen haben jetzt solch ein gutes Level erreicht, also ist es gut, dass man sie für die komplette Saison beibehalten kann."

MotoGP: Das ist neu in der Saison 2018: (02:29 Min.)

MotoGP-Reifen: Marquez kritisiert fehlende Auswahl

Wir brauchen etwas Flexibilität, um Neues auszuprobieren und zur Not zum Alten zurückzukehren.
Marc Marquez

Doch nicht von allen Seiten wird Michelins Entscheidung mit Begeisterung aufgenommen. Weltmeister Marc Marquez etwa bevorzugte die alte Vorgehensweise des MotoGP-Ausrüsters. "Wir haben ein paar neue Reifen, von denen man nicht weiß, wie sie auf anderen Strecken funktionieren. Wir brauchen etwas Flexibilität, um Neues auszuprobieren und zur Not zum Alten zurückzukehren. Aber dafür brauchen wir eine Auswahl", argumentiert Marquez.

Was Marquez meint: Durch Michelins Vorstoß ist genau diese Auswahl den Teams und Herstellern schon im Vorfeld weggenommen worden. Sie tappen von nun an im Dunkeln, ihr Schicksal liegt einzig und allein in den Händen von Michelin. Die Reifen können einem Hersteller auf der einen Strecke in die Hände spielen, auf einem anderen Kurs kann dieses Werk hingegen regelrecht untergehen. Ohne dieses Manko über eine alternative Reifenwahl reduzieren zu können. Wie sich Michelins Entschluss letztlich auswirkt, wird erst der Saisonverlauf zeigen. Das erste Kapitel der MotoGP 2018 wird am Sonntag in Katar geschrieben.


Tissot