MotoGP

Aleix Espargaro: Aprilia muss in MotoGP maximal investieren

Aprilia befindet sich in der MotoGP im Fight gegen Suzuki und KTM. Aleix Espargaro fordert deshalb vollen finanziellen Einsatz. Der Dreikampf im Überblick:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Der Kampf zwischen den MotoGP-Werken nimmt immer mehr an Fahrt auf. Nicht nur, was das aktuelle Spitzentrio Honda, Yamaha und Ducati betrifft. Im hinteren Teil des Feldes müssen Suzuki, Aprilia und KTM aufpassen, nicht im Kampf gegen die direkte Konkurrenz unterzugehen. Ihr Dreikampf um Platz vier ist nämlich genauso hauchdünn. Kleinigkeiten können hier den Ausschlag über die letztliche Platzierung in Team- und Konstrukteurs-WM geben. Das ist auch Aprilias Top-Fahrer Aleix Espargaro bewusst, der seinen Arbeitgeber deshalb in die Pflicht nimmt.

Aleix Espargaro: Aprilia muss maximal investieren für mehr Erfolg

Wir müssen in jeder Hinsicht maximal investieren. Das Level ist superhoch.
Aleix Espargaro

"Wir müssen in jeder Hinsicht maximal investieren. Die Ingenieure, der Präsident, ich selbst, wir müssen alles geben, denn das Level ist superhoch", forderte Espargaro im Rahmen des San Marino GP in Misano. Gerade gegenüber KTM ist der Respekt bei Espargaro unglaublich hoch. Die Österreicher hatten mit ihrem MotoGP-Projekt 2015 bei Null angefangen, steigern sich aber immer weiter. Das Entwicklungstempo bei KTM ist unglaublich hoch und die Fortschritte damit entsprechend groß.

Aleix Espargaro fordert sich und seinem Arbeitgeber alles ab - Foto: Aprilia

Zuletzt in Misano sorgten Pol Espargaro und Bradley Smith durch die Plätze zehn und elf für das beste Team-Resultat des noch jungen KTM-Projekts. Im Hinblick auf die eigene Konkurrenzfähigkeit sorgt das für tiefe Sorgenfalten bei Aleix Espargaro. "Eine neue Marke wie KTM ist gerade erst eingestiegen und sie sind schon nahe an uns dran. Sie investieren viel, und wir müssen mindestens genauso viel investieren, denn wir haben ein gutes Paket. Wir müssen also alles ausspielen, was wir haben", so Aprilia-Pilot Espargaro.

Eine neue Marke wie KTM ist gerade erst eingestiegen und sie sind schon nahe an uns dran.
Aleix Espargaro

Nichtsdestotrotz glaubt Espargaro an seinen Arbeitgeber. Auf einer Aprilia krönte sich der Spanier 2012 und 2013 mit bärenstarken Leistung immerhin schon zum inoffiziellen Claiming-Rule-Champion. Die Ressourcen für weitere Erfolge sind auf jeden Fall vorhanden, meint Espargaro: "Ich glaube, Aprilia ist eine der größten, wenn nicht sogar die größte Motorradfirma in Europa. Die Piaggio-Gruppe ist riesig. Wenn sie investieren wollen, dann denke ich können sie das auch." Nicht nur, um gegen Suzuki und KTM zu bestehen, sondern auch um irgendwann die drei Hersteller an der Spitze angreifen zu können.

Suzuki, KTM und Aprilia liegen dicht beisammen

Aprilia und KTM liegen ganz hinten - doch Suzuki ist nicht weit weg - Foto: KTM

Doch aktuell muss der Fokus klar auf dem Kampf zwischen Aprilia, KTM und Suzuki liegen. Die drei schwächeren Werke liegen nach 13 von 18 Rennen in der MotoGP-WM 2017 nahezu gleichauf. Ein Blick auf die WM-Stände in Team- und Herstellerwertung zeigt, dass Suzuki ein kleines Polster gegenüber seinen beiden Gegnern hat. Zur Erklärung: In die Team-Wertung fließen alle Punkteresultate aller Fahrer ein. Für die Herstellerwertung zählt in jedem Rennen nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Herstellers.

Suzuki liegt aktuell 15 (Hersteller-Wertung) bzw. 16 (Team-Wertung) vor Aprilia. Aprilia seinerseits liegt punktgleich mit KTM in der Team-Wertung auf dem letzten Platz. In der Hersteller-Wertung hat das italienische Werk noch fünf Zählerchen Vorsprung auf KTM. Der Trend geht jedoch klar in Richtung der Orangenen. 24:11 steht es hier für KTM, betrachtet man nur die Ergebnisse der letzten vier Rennen. Suzuki hat im selben Zeitraum auch nur einen Punkt mehr für die Hersteller-WM gesammelt als KTM. Die Zwischenstände im Einzelnen:

Hersteller-WM nach 13 Rennen:
...
Suzuki (60)
Aprilia (45)
KTM (40)

Team-WM nach 13 Rennen:
...
Suzuki (61)
Aprilia (45)
KTM (45)

Konstanz entscheidet Kampf der MotoGP-Hersteller

Bei Suzuki schlägt das Pendel langsam in Richtung Alex Rins aus - Foto: Suzuki

Der Dreikampf zwischen Suzuki, Aprilia und KTM wird wohl maßgeblich vom Abschneiden der "zweiten" Fahrer im Team entschieden. Der Trend spricht auch hier für KTM, denn Bradley Smith präsentierte sich zuletzt in Misano in aufsteigender Form. Auch Suzukis Alex Rins kommt nach anfänglichem Verletzungspech immer besser in Fahrt. Sam Lowes hingegen hat in der laufenden Saison erst zwei Punkte geholt und als Rookie noch keine Leistungssteigerung gezeigt.

Ein Fragezeichen steht allerdings auch hinter den schwankenden Leistungen von Suzukis eigentlichem Top-Fahrer Andrea Iannone. Fünf Punkte aus den letzten fünf Rennen sind kein Empfehlungsschreiben, Teamkollege Rins etwa holte als Rookie im selben Zeitraum 20 Zähler. Suzuki hat aber nur eine Chance sich durchzusetzen, wenn beide Fahrer regelmäßig gute Punkte holen, so wie Espargaro und Smith für KTM in Misano. Eines eint aber die Top-Fahrer aller drei Hersteller: Sie alle mussten schon einige Nullnummern in der laufenden Saison hinnehmen.

Andrea Iannones Nullnummern 2017:

Nr. Grand Prix Ausfallgrund Platz beim Ausfall:
1 Katar Sturz 3.
2 Argentinien --- 16. im Ziel
3 Jerez Sturz 9.
4 Barcelona --- 16. im Ziel
5 Sachsenring Sturz 12.
6 Brünn --- 19. im Ziel
7 Silverstone Sturz, Petrucci mitgerissen 13.
8 Misano Armpump 13.

Aleix Espargaros Nullnummern 2017:

Nr. Grand Prix Ausfallgrund Platz beim Ausfall:
1 Argentinien Sturz, Dovizioso mitgerissen 8.
2 Austin Aufgabe mit kaputtem Vorderreifen 15.
3 Le Mans Defekt 9.
4 Mugello Aufgabe nach Durchfahrtsstrafe und Ausritt 23.
5 Barcelona Motorschaden 10.
6 Silverstone Sturz 11.
7 Misano Sturz 9.

Pol Espargaros Nullnummern 2017:

Nr. Grand Prix Ausfallgrund Platz beim Ausfall:
1 Katar --- 16. im Ziel
2 Austin Kupplungsdefekt 19.
3 Jerez Sturz 15.
4 Mugello Aufgabe 18.
5 Barcelona --- 18. im Ziel
6 Spielberg Leck an der Hinterbremse nach Startcrash 24.

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