MotoGP

MotoGP: KTM strebt Zusammenarbeit mit Red-Bull-Formel-1-Team an

Red Bull Racing ist ein Spitzenteam der Formel 1, KTM in der MotoGP auf dem besten Weg dahin. Kommt es zur Partnerschaft der österreichischen Projekte?
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die Parallelen zwischen dem Formel-1-Team von Red Bull Racing und dem MotoGP-Rennstall von KTM liegen auf der Hand. Beide Projekte werden zu beträchtlichen Teilen vom Energy-Drink-Unternehmen Red Bull finanziert und beide Teams haben ihre Wurzeln in Österreich beziehungsweise sind zumindest mit österreichischer Lizenz unterwegs.

Zu Red Bull Racing gibt es leider keine wirkliche Verbindung. Wir würden uns das aber wünschen.
Pit Beirer

Was wäre da also logischer, als ein Austausch zwischen den beiden Unternehmen. Zumindest von Seiten des KTM-Projekts, das in seiner ersten MotoGP-Saison durchaus ansprechende Leistungen zeigt, steht man dem positiv gegenüber. "Zu Red Bull Racing gibt es leider keine wirkliche Verbindung. Wir würden uns das aber wünschen", erklärt KTM-Motorsportchef Pit Beirer, der das Engagement der Österreicher in sämtlichen Bereichen wie MotoGP, Rallye oder Motocross überwacht.

Red Bull Racing unterstützt KTM bei Aerodynamik

Erste Annäherungen zwischen Red Bull Racing und KTM gab es auch bereits, wie Beirer verrät: "Was die Aerodynamik betrifft, haben wir ein paar Fragen beantwortet bekommen, aber es ist nicht so, dass Adrien Newey jetzt bei uns war." Die Aerodynamik ist für alle Motorradhersteller ja nach wie vor relatives Neuland, in dieser Saison gestalten sich die Konzepte durch das Winglet-Verbot komplizierter denn je.

KTMs überarbeitete Verkleidung - hier holte man auch Auskünfte bei Red Bull Racing ein - Foto: KTM

Abgesehen von der kleinen Unterstützung in puncto Aerodynamik gibt es aktuell aber praktisch keinen Kontakt. Auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com gab man sich bei Red Bull Racing kryptisch. "Da müssen wir zuerst die Regularien studieren", meinte Motorsportberater Helmut Marko.

KTM hofft auf zukünftigen Austausch

Bei KTM zeigt man aber Verständnis für das geringe Interesse seitens Red Bull Racing. "Auch sie stehen bei ihren eigenen Projekten so unter Druck, dass sie einfach keine Leute entbehren können, die jemand anderem helfen", weiß Pit Beirer. Dem KTM-Motorsportchef ist klar, dass das Interesse an einer Zusammenarbeit bei Red Bull Racing bisher gering war, steckte man doch bei KTM mit dem MotoGP-Projekt noch völlig in den Kinderschuhen. Dementsprechend wenig Know-How konnte man im Gegenzug bieten.

Nachdem wir jetzt auch schon ein gewisses Leistungslevel erreicht haben, können wir vielleicht ja etwas zurückgeben.
Pit Beirer

Das hat sich aber mittlerweile geändert. KTM machte in seiner Debütsaison bisher große Fortschritte, arbeitete sich im Eiltempo an die Konkurrenz heran und kämpft aktuell gegen Suzuki und Aprilia um die Position der vierten Kraft hinter den Titelanwärtern Honda, Ducati und Yamaha. "Nachdem wir jetzt auch schon ein gewisses Leistungslevel erreicht haben, können wir vielleicht ja etwas zurückgeben. Wir arbeiten daran, dass dieser Austausch stärker wird."


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