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MotoGP

Die wichtigsten Fragen zum Saisonfinish im Titelduell - Rossi auf WM-Kurs: Lorenzo braucht Schützenhilfe

Valentino Rossi setzte gegen Jorge Lorenzo in Motegi einen weiteren Nadelstich. Für Lorenzo wird es allmählich eng. Die brennendsten Fragen zur WM:
von Michael Höller

Warum kann Jorge Lorenzo nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden?

Lorenzo hat aktuell 18 WM-Punkte Rückstand auf Rossi. Aus eigener Kraft kann er seinem Teamkollegen aber in den verbleibenden drei Rennen maximal 15 Zähler abnehmen. Lorenzo kann nicht mehr als dreimal gewinnen und dafür jeweils 25 Punkte kassieren. Sollte Rossi in diesen drei Rennen aber jeweils Zweiter werden (für die WM jeweils 20 Punkte wert), hätte er am Ende der Saison einen Vorsprung von drei Zählern.

Es ist sehr unrealistisch, dass wir in den verbleibenden drei Rennen jeweils auf den ersten zwei Plätzen ins Ziel kommen und Honda da nicht noch mitmischt.
Valentino Rossi

Auf Rechenspielchen lässt sich der Doktor aber nicht ein. "Es ist sehr unrealistisch, dass wir in den verbleibenden drei Rennen jeweils auf den ersten zwei Plätzen ins Ziel kommen und Honda da nicht noch mitmischt. Ich halte daher nichts von derartigen Kalkulationen, weil in 99 Prozent der Fälle kommt es ohnehin anders als man denkt", sagte Rossi nach dem Rennen in Motegi. Vor allem Dani Pedrosa könnte sich zum Zünglein an der Waage entwickeln, mischte er doch zuletzt in Aragon und Japan auf Augenhöhe mit den beiden Yamaha-Assen mit.

Lorenzo und Rossi: Fairplay im Saisonfinish der MotoGP - Foto: Yamaha

Wann kann die WM-Entscheidung fallen?

Frühestens in Malaysia. Beim kommenden Rennen auf Phillip Island kann Rossi seinen Vorsprung im besten Fall (Sieg Rossi, Ausfall Lorenzo) auf 43 Punkte ausbauen, danach gäbe es in Sepang und Valencia aber noch 50 Zähler zu erbeuten. Damit die Entscheidung erst beim Finale fällt, darf Rossi in den nächsten beiden Grand Prix höchstens sieben Punkte mehr als Lorenzo holen. Ein Idealfall für die neutralen Fans wäre folgendes Szenario: Lorenzo siegt auf Phillip Island und in Sepang, während Rossi jeweils Dritter wird. Dann würden beide Fahrer punktegleich zum Finale nach Valencia anreisen und es würde derjenige Weltmeister werden, der im letzten Rennen der Saison weiter vorne landet.

Steht Lorenzo nun schon mit dem Rücken zur Wand?

Nein, noch nicht. Zumindest ein Rennen Verschnaufpause hat Lorenzo noch, bevor er einen möglichen ersten Matchball von Rossi abwehren muss. Den größten Abstand, den Lorenzo in dieser Saison binnen drei Rennen auf Rossi aufholen konnte, waren 23 Punkte. Zwischen Jerez und Mugello gewann er dreimal in Folge, während Rossi es nur zu einem zweiten und zwei dritten Plätzen schaffte. Gelingt Lorenzo dieses Kunststück noch einmal, würde er sich seinen dritten MotoGP-Titel holen.

"In vielen Rennen hatte ich schon Pech. Entweder mit meinem Helm oder eben mit den Wetterbedingungen. Ich bin der schnellste Fahrer in diesem Jahr. Aber vielleicht wechselt das Glück in den kommenden Rennen ja doch noch auf meine Seite", sagte Lorenzo in Motegi. Holt er auf Phillip Island Sieg oder Platz zwei bei gleichzeitigem Rossi-Ausfall, wäre es sogar Lorenzo selbst, der in Sepang den ersten Matchball hätte. Allerdings könnte er diesen nur im Fall eines Sieges bei neuerlicher Nullnummer Rossis tatsächlich verwerten. Unwahrscheinlich, denn seit seiner Rückkehr zu Yamaha fiel der Italiener in 51 Rennen nur zweimal aus.


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