Nur zwei Jahre nach dem Comeback der Formel 1 in Österreich geht 2016 auch die Motorrad-Weltmeisterschaft am Red-Bull-Ring an den Start. Die dementsprechende Vereinbarung zwischen Dorna-Geschäftsführer Carmelo Ezpeleta und Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz wurde am Samstag in Valencia öffentlich gemacht. Der Vertag läuft zumindest einmal fünf Jahre, also bis inklusive 2020. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, soll aber verständlicherweise nicht zu nahe am Formel-1-Grand-Prix liegen.

Ein Rennen schon im kommenden Jahr war aufgrund des prallgefüllten Terminkalenders in Spielberg nicht möglich, wie Mateschitz im Gespräch mit der Kleinen Zeitung verrät: "2015 wäre viel zu knapp gekommen. Das nächste Jahr ist mit der Terminfolge auf dem Ring praktisch voll." Die erfolgreiche Abwicklung von Formel 1, DTM, Red Bull Air Race und weiteren kleineren Serien in einer Saison war es aber schließlich, welche die Dorna-Verantwortlichen von einer Rückkehr nach Österreich überzeugte. "Das alles hat richtig Bewegung in die Sache gebracht und war ausschlaggebend, dass wir uns letztendlich sehr schnell einig waren. Wir mussten nicht einmal mehr wirklich verhandeln, innerhalb weniger Minuten war das erledigt", erzählt Mateschitz stolz.

Kleine Umbauten ausreichend

Der Salzburgring scheint Geschichte -
Der Salzburgring scheint Geschichte -Foto: Milagro

In kürzester Zeit soll auch der Umbau von einer Autorennstrecke auf einen Motorradkurs am Red-Bull-Ring geschehen. Viele Beobachter sahen die Unterschiede in diesem Bereich zunächst als größtes Hindernis für ein MotoGP-Wochenende in der Steiermark, doch Mateschitz stellt klar, dass es hier keinerlei Probleme gibt: "Wir müssen nicht viel umbauen. Die Sturzräume, die Curbs, also die Randsteine in den Kurven. Wir haben das bereits mehrfach geprüft. Das ist technisch kein Problem. Innerhalb weniger Stunden machen wir aus dem Ring eine Motorradstrecke."

Die Rückkehr nach Spielberg ist könnte aber gleichzeitig auch das endgültige Aus für den Salzburgring sein. Von 1971 bis 1994 wurde dort gefahren, doch der superschnelle Kurs in einem engen Tal entspricht nicht mehr den hohen Sicherheitsansprüchen der Motorrad-Weltmeisterschaft. Eine entsprechende Modernisierung kam daher für Mateschitz nicht in Frage. "Die Strecke, das vorhandene Platzangebot, die Sicherheit, das alles passt in Salzburg nicht mehr. Ein Umbau des Salzburg-Rings mit den dafür nötigen Erdbewegungen, das hätte jede Dimension gesprengt", so der 70-Jährige.