Bereits 1987 gastierte die Motorrad-Weltmeisterschaft zum ersten Mal zum Brasilien-Grand-Prix in Goiania. Das Event im West-Zentrum Brasiliens konnte aber nicht überzeugen und verschwand nach drei Ausgaben schon wieder aus dem Rennkalender. 1992 wurde einmalig in Sao Paulo gefahren, zwischen 1995 und 2004 gab es dann neunmal den sogenannten Rio-Grand-Prix in Rio de Janeiro, ehe Brasilien für zwei Jahrzehnte völlig aus der MotoGP verschwand. Zwei Comeback-Versuche in den 2010er-Jahren scheiterten, ehe 2026 die Rückkehr nach Goiania verwirklicht wurde.
Das Layout des Autodromo Internacional do Ayrton Senna
Das Autodromo Internacional do Ayrton Senna war eine der zahlreichen Rennstrecken, die zu Beginn der 1970er-Jahre im Hype um Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi im ganzen Land erbaut wurden. 1973 mit den Arbeit begonnen, wurde der 3,8 Kilometer lange Kurs inmitten der Stadt Goiania bereits ein Jahr später am 28. Juli 1974 fertiggestellt und eröffnet. Moderne Einrichtungen und weitläufige Auslaufzonen machten die Strecke seinerzeit zu einer der besten und sichersten der Welt, doch große Rennserien blieben zunächst fern.
Erst 1987 konnte die Motorrad-WM für drei Jahre nach Goiania gelockt werden. Die Fahrer fanden sofort Gefallen am technisch anspruchsvollen Hochgeschwindigkeitskurs und den Hunderttausend Fans, die auf den Tribünen rund um die Strecke Platz fanden und für Stadionatmosphäre sorgten. Dennoch wurde Goiania 1990 wieder aus dem Rennkalender geschmissen, weil es organisatorische Probleme gab und eine dringend notwendige Neuasphaltierung ausblieb. Im Verlauf der nächsten Jahre verfiel die Rennstrecke immer mehr, wurde zwischenzeitlich als Müllhalde genutzt und sollte zu Beginn der 2010er-Jahre sogar dem Erdboden gleich gemacht werden. Die Streckeneigentümer wehrten sich jedoch erfolgreich und erkämpften 30 Millionen brasilianische Real, um den Kurs zu renovieren. Das klappte, sodass ab 2014 wieder nationale Rennen in Goiania ausgetragen werden konnten.
Das Autodromo Internacional do Ayrton Senna bringt es - nach einer weiteren Renovierung zur Mitte der 2020er-Jahre, um wieder MotoGP-tauglich zu werden - heute auf insgesamt 14 Kurven, von denen neun nach rechts und fünf nach links führen. Die bekanntesten Kurven sind die beiden langgezogenen Rechtskurven zu Beginn und zum Ende der Runde, 'Curva Um' und 'Curva Zero'. Mit einer Länge von 3,84 Kilometern zählt Goiania zu den kürzesten Rennstrecken im aktuellen MotoGP-Kalender, nur der Sachsenring ist noch kürzer. 31 Rennrunden sind zu absolvieren, die meisten in der gesamten Saison.
Die Statistik zum Brasilien-GP
Dreimal fuhr die Motorrad-Weltmeisterschaft bislang in Goiania, dreimal wurde das Rennen der Königsklasse von unterschiedlichen Fahrern gewonnen. Wayne Gardner (1987), Eddie Lawson (1988) und Kevin Schwantz (1989) teilen sich damit den Status des Rekordsiegers im Autodromo Internacional do Ayrton Senna. Gleiches gilt auch für die Hersteller: Honda, Yamaha und Suzuki können jeweils einen GP-Erfolg in Goiania vorweisen.
