Auch der MotoGP-Rennsonntag in Brasilien verläuft alles andere als reibungslos. Aufgrund von Problemen mit dem Streckenbelag muss das Rennen kurz vor dem Start von 31 auf 23 Runden verkürzt werden. Aprilia dominiert anschließend das Geschehen: Marco Bezzecchi feiert seinen vierten GP-Sieg in Serie, Jorge Martin sorgt für einen Doppelerfolg. Fabio Di Giannantonio schlägt Marc Marquez im Duell um Platz drei. Pedro Acosta kommt über P7 nicht hinaus.
Mit dem Doppelsieg in Goiania übernehmen die Aprilia-Piloten auch die Kontrolle in der MotoGP-Fahrerwertung. Bezzecchi ist neuer WM-Leader mit 56 Zählern, elf Punkte vor Martin. Acosta hält bei 42 Punkten, Di Giannantonio bei 37.
MotoGP Brasilien: Der Rennfilm
Die Startaufstellung: 1. Di Giannantonio, 2. Bezzecchi, 3. M. Marquez, 4. Quartararo, 5. Martin, 6. Ogura, 7. Aldeguer, 8. A. Marquez, 9. Acosta, 10. Zarco, 11. Bagnaia, 12. Razgatlioglu, 13. Mir, 14. Moreira, 15. Morbidelli, 16. R. Fernandez, 17. Rins, 18. Miller, 19. Marini, 20. Vinales, 21. Binder, 22. Bastianini
Vor dem Start: Wenige Minuten vor dem geplanten Rennstart wird die Distanz von ursprünglich 31 Runden auf 23 Umläufe reduziert. Als Grund wurden lediglich Probleme mit der Strecke genannt.
Start: Marco Bezzecchi erwischt den besten Start und setzt sich vor Fabio Di Giannantonio, Marc Marquez, Jorge Martin, Pedro Acosta und Alex Marquez in Führung.
Runde 2/23: Di Giannantonio geht in Kurve eins weit und verliert Rang zwei an Marc Marquez.
Jack Miller stürzt aus dem Rennen.
Acosta drückt sich an Martin vorbei und ist bereits Vierter.
Runde 4/23: Martin holt sich Platz vier von Acosta zurück.
Brad Binder ist gecrasht.
Bezzecchi kann sich unterdessen bereits um mehr als eine Sekunde absetzen.
Runde 6/23: Di Giannantonio greift in Kurve vier Marc Marquez an. Beide Fahrer gehen weit, Martin schlüpft auf der Innenbahn durch und sorgt für eine Aprilia-Doppelführung: Bezzecchi zwei Sekunden vor Martin, dahinter Di Giannantonio und Marquez.
Runde 9/23: Die Verfolgergruppe mit Martin, Di Giannantonio und Marc Marquez nähert sich Spitzenreiter Bezzecchi nun wieder etwas an. Der Abstand ist auf 1,7 Sekunden geschrumpft.
Runde 11/23: Francesco Bagnaia ist gestürzt. Er wirft die Ducati auf Platz elf liegend in den Kies von Kurve eins.
Nur drei Kurven später erwischt es auch Joan Mir.
Runde 12/23: Alex Marquez kassiert in Turn 1 Acosta, der damit auf Platz sechs zurückfällt.
Runde 15/23: Nun verliert Acosta auch Rang sechs an Ai Ogura.
Runde 16/23: Bezzecchi hat sich gefangen und ist nun wieder klar schnellster Mann auf der Strecke. Sein Vorsprung auf Martin beträgt mehr als zwei Sekunden, weitere anderthalb Sekunden dahinter liegen Di Giannantonio und Marc Marquez.
Runde 19/23: Marc Marquez drückt sich mit voller Härte an Di Giananntonio vorbei auf Rang drei.
Runde 20/23: Marc Marquez geht weit, Di Giannantonio nimmt die Einladung an und holt sich Platz drei zurück.
Ziel: Bezzecchi gewinnt mit 3,231 Minuten Vorsprung auf Martin. Di Giannantonio komplettiert das Podium als Dritter, Marc Marquez landet 0,309 Sekunden dahinter. Ogura wird Fünfter vor Alex Marquez und Acosta. Fermin Aldeguer, Johann Zarco und Raul Fernandez komplettieren die Top-Ten. Luca Marini wird Elfter, gefolgt von Franco Morbidelli. Lokalmatador Diogo Moreira holt P13. Die letzten Punkte gehen an Alex Rins und Enea Bastianini.
Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Brasilien
Marco Bezzecchi (Sieger, Aprilia):
"Nicht schlecht. Ich bin sehr zufrieden, denn das war ein hartes Wochenende. Es begann sehr schlecht am Freitag. Da war es schwierig, die Motivation hochzuhalten. Aber die Jungs haben wunderbare Arbeit geleistet. Ich habe mich selbst angetrieben, um alles auszugleichen. Am Ende haben wir den Weg gefunden, das Bike fantastisch abzustimmen. Dazu kamen dann ein paar Details von meinem Fahren. Heute Morgen stellte ich dann fest, dass ich mitkämpfen kann. Das war ein fantastisches Rennen. Ich möchte diesen Sieg Roby (Intact-Mechaniker Roberto Lunadei, Anm. d. Red.) widmen, der leider letzte Woche verstorben ist. Er war ein enger Freund von mir, das waren harte Momente. Ich bin glücklich, dass ich ihn so würdigen kann."
Jorge Martin (Zweiter, Aprilia):
"Marco war sehr stark heute. In einem Moment dachte ich, dass ich vielleicht ranfahren kann. Zum Glück hat Fabio Marc attackiert, da bin ich durchgeschlüpft. Ich wusste, dass ich schneller bin. Dann habe ich das Bike gemanagt. Die Longruns sind für mich immer noch ein bisschen unberechenbar. Jede Runde kämpfe ich mit etwas anderem, vor allem gegen Ende. Ich habe es aber gut hinbekommen. Etwas gegen Marco auszurichten, war sehr schwierig, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit diesem soliden Wochenende. Danke an Aprilia, ein unglaubliches Team. Danke auch an Marco, er hat mir viel geholfen. Ich glaube, wir können dieses Jahr Gutes erreichen."
Fabio Di Giannantonio (Dritter, VR46):
"Ich zog mir heute Morgen (beim Sturz im Warm Up, Anm. d. Red.) eine Zerrung in meiner linken Schulter zu, wie letztes Jahr. Ich wollte nicht daran denken, aber im Rennen hatte ich beim harten Bremsen auf Linkskurven echte Probleme. Das war also schwer. Die Aprilia waren einfach schneller als wir. Das Duell mit Marc war ein Riesenspaß. Er kam immer aggressiv von innen, aber das ist auf dieser Strecke normal, denn sie ist eng. Aber diesmal sagte ich mir: Ich und nur ich! Ich habe es geschafft. Es ist nicht der Sieg, aber es war ein großartiger Zweikampf mit ihm."



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