Der Hockenheimring kann bislang zufrieden mit dem Kartenvorverkauf für den Deutschland Grand Prix diesen Juli sein. 55.000 Karten sind weg und damit steht der Kurs kurz davor, die nötigen Verkäufe erreicht zu haben, um keine roten Zahlen für das Rennen zu schreiben. 62.000 Karten müssten an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden, um ein Null-Ergebnis zu schaffen. Ob der Faktor Michael Schumacher dabei eine Rolle gespielt hat, konnte Hockenheim-Ring GmbH Geschäftsführer Georg Seiler nicht genau sagen.

"Wir wissen nicht, wie wir das Ganze bewerten können, was erstmal Schumacher anbelangt. Als Schumacher damals seine Zusage gegeben hat, war natürlich der entsprechende Hype vorhanden. Da gingen die Zahlen sofort in die Höhe. Letztendlich können wir aber nicht sagen, waren es jetzt diejenigen, die schnell kaufen wollten, weil Schumacher dabei ist oder war es der Schumacher-Effekt", sagte Seiler. Erst beim Rennen selbst könne man sagen, ob es besser gelaufen ist oder schlechter als früher - auf Zweiteres hoffte er nicht.

Vergleiche mit 2008 sind schwierig

Auch Vergleiche mit dem Rennen 2008 wollte er nicht anstellen, da der Vorverkauf damals bereits im Juli davor begann, diesmal aber wegen der langwierigen Vertragsverhandlungen mit Bernie Ecclestone erst im Dezember losging. Zudem war 2008 ein Jubiläumsjahr und es gab Rabatte von 25 Prozent. Die wird es diesmal nicht geben; einerseits, weil kein Jubiläum ist, andererseits, weil die ehrlichen Ticketpreise notwendig für ein passendes finanzielles Ergebnis sind. Interessanterweise wurden 2008 62.000 Karten verkauft. "In der Presse stand damals 192.000 für das Wochenende, aber Sie wissen ja, die Wochenendkarten werden bei jeder Rennstrecke drei Mal gezählt, aufgrund der Dreitages-Karte. Aber nach ehrlichen Zahlen waren es im Jahr 2008 62.000 Karten und davon sind wir nicht mehr weit entfernt."

Die Fans kaufen artig -
Die Fans kaufen artig -Foto: Sutton

An Kapazitäten hat Hockenheim ohne Zusatztribünen 75.000 Plätze, sollte es notwendig sein, könnte noch auf 120.000 Plätze aufgestockt werden. "Wir stellen das aber erst auf, wenn die Nachfrage entsprechend vorhanden ist. Das war in der Vergangenheit vielleicht ein Fehler, dass wir in der Erwartung viele Tribünen aufgebaut hatten. Da gab es überall leere Stellen und diesmal haben wir gesagt - erstens aus Kostengründen und zweitens wegen der Sicht -, erst einmal die Tribünen verkaufen, die vorhanden sind und dann sieht man weiter", sagte Seiler. Aufgrund der Situation mit sechs deutschen Fahrern, den doch durchwegs guten Positionen die es gegeben hat und die noch erwartet werden ("Schumacher wird ja wohl auch demnächst anfangen zu gewinnen"), rechnete der Geschäftsführer auf jeden Fall damit, die 7000 Karten bis zur Null-Grenze zu schaffen und das Haus auch voll zu bekommen, alles andere wäre für ihn nicht nachvollziehbar.

Die Preise

An den Preisen könnte es nach seiner Meinung nach jedenfalls nicht liegen, denn die seien die letzten vier Rennen nicht erhöht worden. Nur die Preisstruktur habe sich geändert. "Das heißt, wir haben auch den Fans die Möglichkeit gegeben, die bisher für 99 Euro draußen an der Spitzkehre oder auf Stehplätzen waren, Karten für das Motodrom zu kaufen. Die waren natürlich sehr begrenzt und man sieht, diese Karten sind weg. Die zweitbilligste Karte, die an der Spitzkehre für 149 Euro, ist auch bereits ausverkauft." Mit dem Wort "ausverkauft" wollte Seiler aber vorsichtig umgehen, denn er musste mehrmals betonen: "Es gibt noch Karten."

Zu den Verhandlungen mit Ecclestone musste Seiler sagen, dass der Brite Hockenheim immer fair behandelt hatte und die Rennen seit 1978 mit Ausnahme der letzten drei immer positive Zahlen geschrieben hätten. "Wir hatten in den letzten drei Rennen ein Problem, in den Jahren 2005, 2006 und 2008. Da haben wir gemerkt, so kann es nicht weitergehen. Da gab es aber auch andere Gründe dafür. Das ist teilweise auf die Formel 1 und teilweise auf die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen bezogen. Und wenn Sie einen Ecclestone so lange kennen, dann hat er auch ein gewisses Vertrauen in Hockenheim. Hockenheim gehört eben zu den Rennstrecken, die in der Tradition verankert sind und die zu Europa einfach dazugehören. Diesem Umstand hat er Rechnung getragen", erklärte er. Der Vertrag mit Ecclestone sei so gestaltet, dass beide Seiten davon profitieren, wenn viele Besucher kommen. "Ansonsten wissen Sie, dass ich vertraglich nichts Offizielles weitergeben kann. Mit unserem Vertrag bis 2018 sind wir aber sehr zufrieden."