Formel 1

Ein ungewöhnliches Ergebnis - 3. Freies Training

Kein McLaren oder Ferrari in den Top10. Steht die F1-Welt Kopf oder haben nur mal wieder die Strategen zugeschlagen?
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Mit einer weiß-blauen Doppelbestzeit von Robert Kubica und Nick Heidfeld konnte man vor Saisonbeginn schon rechnen, auch wenn BMW Sauber bei den Wintertests noch nicht überragend war und selbst Probleme eingestand. Auch Platz 3 für Fernando Alonso im Renault ist in einem Freien Training keine Überraschung. Immerhin haben beide schon WM-Titel eingefahren. Nico Rosberg wurde als Überraschungsmann des Winters ebenfalls viel zugetraut, Platz 4 ist kein Wunder, wenn auch eine Bestätigung der guten Testergebnisse. Gleiches gilt für die beiden Red Bull-Fahrer David Coulthard und Mark Webber auf den Rängen 5 und 6. RBR hat eine beeindruckende Wintertestserie hinter sich, war auch am Freitag gut dabei.

Wirklich spektakulär wird es auf Platz 7 mit Jenson Button im bislang enttäuschenden Honda. Dahinter Sebastian Vettel, der im Toro Rosso sogar kurz die Bestzeit hielt, sowie Giancarlo Fisichella im Force India, dem ehemaligen Spyker, auf Platz 9. Die Top10 rundet Jarno Trulli im guten Toyota ab. Timo Glock bestätigt mit Platz 12 die Eindrücke der Japaner.

Aber wo sind die Topteams? Die Titelfavoriten? Der Weltmeister? Nicht in den Top10. Felipe Massa eröffnet auf Platz 11 den Reigen der eigentlichen Top-Vier. Gerade einmal ein paar Hundertstel dahinter liegt Lewis Hamilton auf Platz 12. Kimi Räikkönen liegt ein weiteres Zehntel dahinter auf Rang 14, nur Heikki Kovalainen tanzt als 20. aus der Reihe.

Eine Erklärung für die ungewöhnlichen Top10 und die unerwartet schlechten Trainingsplatzierungen der Pacesetter vom Freitag: das neue Qualifying. Ab dieser Saison ist das Spritverbrennen im dritten Qualifyingabschnitt Vergangenheit. Hinterher darf bis zum Rennen nicht mehr aufgetankt werden. Somit gehen die Top10 mit jener Tankfüllung ins Qualifying, mit der sie am Sonntag auch das Rennen bestreiten werden. Das bedeutet: schnelle Zeiten mit leichtem Auto sind für sie nicht entscheidend - das erste und zweite Qualifying sollten sie auch ohne explizites Üben überstehen. Stattdessen standen Fahrten mit schweren Autos, mit der Spritmenge fürs Qualfiying und den ersten Rennabschnitt auf dem Programm. Ergebnislisten sind eben nicht immer das, wonach sie aussehen.


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