Manche fühlen sich in punkto Williams an die Jahre 1998 und 1999 erinnert - als Williams mit Mecachrome respektive Supertec-Motoren antrat, als Übergangslösung nach neun Jahren Partnerschaft mit Renault beziehungsweise vor den sechs Jahren mit dem letzten Hersteller-Partner BMW. Mit Honda, Renault und BMW hatte Williams in den letzten 30 Jahren drei Automobilkonzerne als Partner - mit den beiden erstgenannten stellte sich auch stets der ersehnte Erfolg, sprich WM-Titel ein. Und so wird im Medienwald vermutet, dass Sir Frank Williams längst schon nach dem nächsten großen Kooperationspartner Ausschau hält.

Williams-Urgestein Patrick Head konnte oder wollte diese Spekulationen auch nicht aus der Formel 1-Welt schaffen. Gegenüber Crashnet Radio betonte Head zunächst die Vorteile, die sich aus dem Umgang mit einer kleinen und kompakten Firma wie Cosworth ergeben würden: "Es ist in vielerlei Hinsicht einfacher, weil Cosworth eine kleine und kompakte Einheit ist, was auch, oder sogar noch mehr auf Williams zutrifft. Aber Cosworth hat sehr viel Erfahrung im Produzieren von Renn- und Formel 1-Motoren." Dann fügte Head hinzu: "Was wir bislang sehen konnten, vermittelte uns das Gefühl, dass sie uns in diesem Jahr mit konkurrenzfähigen Motoren beliefern werden."

Dass sich Head nur auf dieses eine Jahr bezog, sehen manche als Indiz dafür, dass Williams in punkto Motorenpartner immer noch auf Brautschau ist. Gemunkelt wird von Toyota - Williams wurde schon im letzten Jahr mit den in Köln stationierten Japanern in Verbindung gebracht. Ganz unlogisch wäre ein solcher Schritt nicht, zumal Williams zwar seinen ersten Konstrukteurstitel mit einem Ford-Cosworth V8 erobern konnte, in den letzten 25 Jahren jedoch nur mit den Konzernen Honda, Renault und BMW wirklich wettbewerbsfähig war. Und eines hat Williams bei der Präsentation des neuen FW28-Cosworth klar gemacht: Für den stolzen britischen Traditionsrennstall zählt letztlich nur der Sieg, der Kampf um den WM-Titel.